Nachrichten_Einzelansicht

Kein Land für niemand Plakat

Foto: Filmplakat

Filmvorstellung für Schulklassen

„Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“

KREIS GROSS-GERAU – Zum Tag der Menschenrechte hat das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau eine Filmvorstellung für Schulklassen im Lichtspielhaus Groß-Gerau organisiert. 50 Schüler*innen der Bertha-von-Suttner-Schule Mörfelden-Walldorf sahen den eindrucksvollen Film „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“. Die Dokumentation untersucht die Hintergründe der migrationspolitischen Wende weg vom Schutz von Geflüchteten hin zur Abschreckung und bietet den Zuschauenden bewegende Einblicke durch Gespräche mit Geflüchteten, Seenotretter*innen und Wissenschaftler*innen.

In seinem Grußwort erinnerte Landrat Thomas Will an die Bedeutung und Geschichte des Asylrechts. Während des Nationalsozialismus wurden Menschen ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt. Andere Länder weigerten sich oft, die Verfolgten aufzunehmen, was für viele dieser Menschen den Tod in Vernichtungslagern bedeutete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Lehre gezogen: Nie wieder dürfen Menschen, die vor Tod und Verfolgung fliehen, einfach abgewiesen werden. Die Genfer Flüchtlingskonvention und das deutsche Asylrecht gehen auf diese Erkenntnis zurück. Landrat Will zeigte auf, dass an die Stelle der Willkommenskultur von 2015 mit dem Credo „Wir schaffen das“ heute eine Politik der Abschottung und Abschiebung getreten ist. Er betonte: „Dass junge Menschen, die hier zur Schule gehen oder ihre Ausbildung machen, abgeschoben werden, halte ich für falsch.“

Im Nachgespräch zeigten sich die Jugendlichen sehr berührt von dem Film und stellten Maik Lüdemann, einem der beiden Regisseure, ihre Fragen. In der angeregten und sehr engagierten Auseinandersetzung wurden Gründe für die europaweite Annäherung von demokratischen Parteien an extrem rechte Positionen diskutiert. Zudem beschäftigte sie, wie Menschen dazu gebracht werden, gewaltvoll gegen Schutzsuchende vorzugehen. Es wurde deutlich, dass eine demokratische Gesellschaft daran gemessen wird, wie sie mit den Schwächsten und Schutzsuchenden umgeht.

Die Jugendlichen stellten angesichts dieser Thematik auch die Frage nach hoffnungsvollen Ausblicken. Hierbei benannte Lüdemann vor allem das demokratische Engagement von vielen zivilgesellschaftlichen Initiativen und Akteur*innen. Außerdem wurden gemeinsam eigene Strategien überlegt, wie sich junge Menschen für Demokratie und Menschenrechte einsetzen und andere für politische Teilhabe motivieren können.