Schulbauinitiative

Schulen sind heute nicht mehr nur Lernorte, sondern immer stärker auch Lebensorte. Das gilt für alle ganztägig arbeitenden Schulen. Um optimale Lehr- und Lernbedingungen dafür zu schaffen hat der Kreistag am 09.12.2019 die Grundsatzentscheidung zur Umsetzung der Schulbauinitiative im Kreis Groß- Gerau getroffen.

Ziel der Schulbauinitiative ist die Erfüllung der Pflichtaufgaben der Schulträgerschaft durch die Schaffung und Bereitstellung des notwendigen Schulraums.

Die Umsetzung der Schulbauprojekte im Primarschulbereich erfolgt nach den Vorgaben der Schulbauleitlinie, beschlossen vom Kreistag am 04.07.2022:

Broschüre Schulbau-Leitlinien Primarschule 

 

Das Programm der Schulbauinitiative gliedert sich in zwei Phasen:

  • Phase A: Grundlagen- und Konzeptphase
  • Phase B: Umsetzungsphase

Gesamtkonzeption und Struktur

Die Erarbeitung der Phase A erfolgt in vier Teilprojekten, die parallel und aufeinander aufbauend bearbeitet werden.


Teilprojekt 1 (TP1): „Leitplanken für den Schulbau im Kreis Groß Gerau“

Im Teilprojekt 1 werden die bereits vorhandenen Raumprogramme der verschiedenen Schulformen weiterentwickelt und fortgeschrieben. Die funktionalen Raumprogramme werden in Form von verbindlichen Standards festgeschrieben und finden Anwendung für alle Neubauten im Rahmen der SBI.


Teilprojekt 2 (TP2): „Bauentwicklung“

Im Teilprojekt 2 werden die einzelnen Bauprojekte vorbereitet. Im ersten Schritt werden für die Schulstandorte Machbarkeitsuntersuchungen vorgenommen um den Projektumfang zu konkretisieren (bspw. Entscheidung zum Abbruch von Bauteilen, Möglichkeiten der Aufstockung, Entscheidung zu Erweiterungs- oder Ersatzneubauten). Im zweiten Schritt werden die in Teilprojekt 1 erarbeitet Standards auf den konkreten Schulstandort angewendet und eine konkrete Bedarfsermittlung ausgearbeitet.


Teilprojekt 3 (TP3): „Entwicklung der seriellen Bauweise“

Im Teilprojekt 3 werden die Standards für eine serielle Bauweise entwickelt. Neben den baulichen Aspekten wie beispielweise die Konzeption von Mensen, (Klassen) Clustern etc.  unter Einbeziehung der baulichen Standards des Kreises ist die Aufgabe des Teilprojekts auch die vergaberechtlichen Aspekte abschließend zu klären. Ziel des Teilprojekts ist den Rollout sinnvoller Serien vorzubereiten.

Teilprojekt 4 (TP4): „Entwicklung der Phase B“

Das Teilprojekt 4 übernimmt sukzessive die Bauprojekte in konventioneller Bauweise und den Rollout der Serien. In Teilprojekt 4 werden die Bauprojekte unter Berücksichtigung der Ressourcenplanung auf einen „Projektfahrplan“ gesetzt und angestoßen. Das Teilprojekt 4 koordiniert die internen Projektleitungen, die wie bisher die Planungsaufträge an externen Planungsbüros vergeben und die Bauherrenvertretung im Bauprojekt übernehmen.

 

Die Phase B beinhaltet den Bau der Gebäude und die Übergabe an den Gebäudebetrieb und an den Nutzer, die Schulgemeinde. 

Rückblick und Ausblick

Rückblick 2021/2022

  • seit April 2021 ist die Stelle der Stabsstelle SBI im Fachbereich Gebäudemanagement besetzt
     
  • im Dezember 2021 wurde vom KT die Struktur und Organisation der SBI, sowie die Priorisierung der Primarschulen in der SBI beschlossen
     
  • seit Oktober 2021 erarbeitet das Teilprojekt 1 die Grundlagen für den Primarbereich
  • seit März 2022 erarbeitet das Teilprojekt 2 die Machbarkeitsstudien der Prioritätengruppe 1
  • im Sommer 2022 wurden die „Schulbauleitlinien – Primarschulen“ vom Kreistag beschlossen
  • seit Oktober 2022 erarbeitet das Teilprojekt 1 die Grundlagen für den Sekundarbereich

 

Ausblick 2023

  • ab März 2023 erarbeitet das Teilprojekt 2 die Machbarkeitsstudien der Prioritätengruppe 2
  • ab April 2023 startet das Teilprojekt 1 mit dem Erarbeitungsprozess für die Leitlinien der Sekundarschulen
  • im 2. Quartal 2023 sollen die ersten Nutzereinbindungskonzepte mit den Primarschulen der Prioritätengruppe 1 starten
  • im 2. Quartal 2023 startet das Teilprojekt 3 mit der Erarbeitung der Ausschreibungsunterlagen der Planungsleistungen für die ersten Schulerweiterungsbauten

Ergebnisse der Schulbauinitiative

2022 - Schulbauleitlinien Primarschulen

Für zukünftigen Schulbauprojekte der Primarschulen sollen allgemeingültige Standards definiert werden. Die räumlichen Standards und Bedarfe an Schulen sollen sich konsequent aus den pädagogischen Anforderungen ableiten. Um dieses Ziel zu erreichen wurde im Frühjahr 2022 ein partizipativer Prozess mit drei Workshops, einer Onlineumfrage sowie einer Review der Schwarzbachschule Nauheim durchgeführt. 

Ziel des Prozesses war, eine professionsübergreifende Haltung für einen zukunftsweisenden Primarschulbau zu ermitteln und zu definieren. Ergebnis ist die Schulbauleitlinie-Primarschulen in der die ermittelten Bedarfe und Raumfunktionszusammenhänge dokumentiert und in exemplarische Abbildungen sowie schematische Darstellungen überführt wurden. Die standortübergreifenden Grundprinzipien sind nun nach dem Kreistagsbeschluss der "Schulbau Leitlinie" als verbindlich für die Planungs- und Bauprozesse an den Grundschulstandorten festgelegt.

Broschüre Schulbau-Leitlinien Primarschule 

Anwendung und Verbindlichkeit

Zeil der Leitlinie ist eine gemeinsame Haltung für den zukunftsweisenden Schulbau im Kreis Groß-Gerau festzuhalten.

  • Die Leitlinie ist verbindliche Grundlage für die Abstimmung zwischen Schulträger, Nutzer*innen und planen Gewerken in den nun folgenden einzelnen standortbezogenen Projekte.
  • Die Leitlinie bildet mit den Standards die Grundlage für die serielle Entwicklung von Funktionsmodulen, die ohne weitere standortbezogene Nutzereinbindung stattfinden muss.
  • Die Leitlinie dient allgemeingültig für den gesamten Planungs- und Bauprozess des Primarschulbereichs im Kreis Groß-Gerau, auch über die Schulbauinitiative hinaus.

 

2021 - Priorisierung Primarschulen

Im Jahr 2021 wurden im Rahmen der Schulbauinitiative 19 kreiseigene Grundschulen untersucht. Die übrigen acht Grundschulen (siehe Abbildung 2) wurden bereits als Ganztagsschule ausgebaut oder es handelt sich um Neubauten, die den aktuellen Anforderungen entsprechen.

Ziel der Untersuchung der relevanten 19 Schulen ist es, den aktuellen Stand und die zukünftige Entwicklung gemäß Faktenlage für alle Schulen nach gleichen Kriterien zu beurteilen und daraus eine Dringlichkeitsreihenfolge zu entwickeln.

Folgende Aspekte wurden untersucht:

1.    Schulentwicklungsprognosen

2.    Raum- und Flächenkapazitäten

3.    Entwicklung zum Ganztag

4.    Bauliche Zustand der Gebäude

5.    Barrierefreie Erschließung der Gebäude

6.    Zukünftige Bedarf an Sportfeldern in Sporthallen

7.    Freianlagen

 

Jede Schule wurde systematisch an Hand dieser sieben Hauptkriterien erfasst und beurteilt.                  

 

Die Priorisierung erfolgt grundsätzlich nach Rangfolge der erreichten Punkte gemäß Auswertung. Die Einschätzung zur Entwicklung im Ganztag führte an einzelnen Schulen dazu, dass diese in der Priorität nach oben rutschten, da die Umsetzung des Ganztagsanspruchs einer der wichtigsten Treiber ist und hier schnellstmöglich bauliche Lösungen gefunden werden müssen.