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Im Foyer der Hessenwasser-Zentrale in Dornheim entstand das Gruppenfoto während des Betriebsbesuchs. Von links: Thorsten Eisenhofer, Dr. Ovid Krüger, Jonas Margraff, Elisabeth Jreisat, Adil Oyan, Jörg Rüddenklau, Lucas Miscioscia und Hans Peter Imhof. Foto: Kreisverwaltung

Dienstleister für die Kommunen

Besuch beim regionalen Wasserversorger Hessenwasser

KREIS GROSS-GERAU Es war nicht der erste Kontakt, aber ein sehr intensiver und informativer: Adil Oyan, Erster Kreisbeigeordneter des Kreises Groß-Gerau, besuchte in der vergangenen Woche die Hessenwasser-Zentrale in Dornheim, wo ihn Geschäftsführerin Elisabeth Jreisat und Dr. Ovid Krüger, Stabsstellenleiter Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsmanagement, begrüßten. Die Runde beim Betriebsbesuch in der Hauptverwaltung des regionalen Wasserversorgers komplettierten Jonas Margraff und Hans Peter Imhof von der Wirtschaftsförderung des Kreises mit dem Auszubildenden Lucas Miscioscia sowie Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau, der mit dem neuen städtischen Wirtschaftsförderer Thorsten Eisenhofer gekommen war.

Sie alle folgten der Präsentation der Geschäftsführerin mit Interesse. Die Besucher erfuhren dabei, dass Hessenwasser 390 Mitarbeitende hat, rund 120 Millionen Jahresumsatz macht und 110 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für 2,4 Millionen Menschen im Rhein-Main-Gebiet zur Verfügung stellt. Die Wasserwerke befinden sich unter anderem im Kreis Groß-Gerau, in Darmstadt, Wiesbaden und Frankfurt. Auch Brauchwasser, vor allem für die Grundwasserinfiltration, gibt es von Hessenwasser: rund 40 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Die Hessenwasser GmbH & Co. KG gehört zu den zehn größten Wasserversorgern in Deutschland. Ihre Kunden sind die Kommunen. „Wir sind Dienstleister für die Kommunen“, sagte die Geschäftsführerin.

Zu Spitzenzeiten liefert Hessenwasser rund 430.000 Kubikmeter Wasser am Tag, erwähnte Elisabeth Jreisat. Durch Bevölkerungswachstum und Klimawandel könnte der Bedarf bis zum Jahr 2040 um 4,3 Prozent zunehmen – das zeigt die Prognose, die Wasserversorger und Regierungspräsidium gemeinsam entwickelt haben, und zwar die mittlere Variante dieser Prognose. Die Zunahme könnte demnach sogar deutlich höher ausfallen.

Die Wasserwirtschaft ist ein komplexes und verantwortungsvolles Aufgabenfeld, wie die Besuchergruppe in diesem Zusammenhang erfuhr. Denn nachhaltige Grundwassergewinnung muss sowohl die Bedürfnisse der Menschen erfüllen (Trinkwasser, landwirtschaftliche Bewässerung, keine Vernässung von Kellern) als auch die der Natur (Grundwasseranreicherung im Wald mittels Sickerschlitzgräben). Um diese Fragen kümmert sich der Wasserverband Hessisches Ried. Es gibt einen Grundwasserbewirtschaftungsplan und eine Machbarkeitsstudie, inwieweit sich das Fördersystem noch erweitern und an veränderte Rahmenbedingungen anpassen lässt. 

Hessenwasser jedenfalls steckt viel Geld in Erhalt und Ausbau seiner Infrastruktur – mit massiv steigender Tendenz, wie die Geschäftsführerin sagte. Im Jahr 2025 wurden 46 Millionen Euro investiert. Ein Großprojekt ist der Bau der neuen Riedleitung auf 35 Kilometern, der über Jahre insgesamt rund 200 Millionen Euro verschlingen wird. Die Modernisierung des Wasserwerks in Gernsheim-Allmendfeld hat rund 37 Millionen Euro gekostet.

Wie Hessenwasser im Großen wie im Kleinen an einer nachhaltigen Wasserversorgung arbeitet, darüber berichtete Dr. Ovid Krüger. „Es geht uns vor allem um die Treibhausgasreduzierung in der Trinkwasseraufbereitung“, sagte er. Darum arbeite Hessenwasser daran, fossile Energieträger bei Wärme und Mobilität zu ersetzen, den Ausbau von Photovoltaikanlagen voranzutreiben, nachhaltig zu bauen sowie Recycling- und Verwertungspotenziale zu nutzen.