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„Chancen von Frauen verbessern“

8. Arbeitsmarktpolitischer Impuls im Landratsamt Groß-Gerau

KREIS GROSS-GERAU – Wie kann die hessische Wirtschaft angesichts des demografischen Wandels nachhaltig gestärkt werden? Eine zentrale Antwort darauf lieferte der „Achte Arbeitsmarktpolitische Impuls“ im Kreis Groß-Gerau: Die konsequente Nutzung weiblicher Erwerbspotenziale ist der Schlüssel zur erfolgreichen Fachkräftesicherung.

Hessens Sozialministerin Heike Hofmann betonte zum Auftakt der Veranstaltung die Dringlichkeit des Themas: „Der steigende Fachkräftebedarf macht deutlich: Wir müssen die Erwerbschancen arbeitsloser Frauen gezielt verbessern. Ihre Potenziale zu nutzen, ist ein zentraler Schlüssel für eine starke und zukunftsfähige hessische Wirtschaft.“

 

Theoretische Impulse und praktische Lösungen

Der Vormittag stand im Zeichen der Analyse: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellte in einem Impulsvortrag zentrale Erkenntnisse zur aktuellen Lage von Frauen am Arbeitsmarkt vor. Am Nachmittag rückte die Praxis in den Fokus. In vier Workshops stellten Träger innovative „Best-Practice“-Beispiele vor, die zeigen, wie die Integration in den Arbeitsmarkt individuell und nachhaltig gelingen kann.

 

Ganzheitliche Ansätze und messbare Erfolge

Drei Projekte stachen dabei besonders hervor und verdeutlichten die Bandbreite der Unterstützung:

  • Stitch by Stitch(Stadt Frankfurt am Main): Das Social Business kombiniert handwerkliche Ausbildung im Textilbereich mit sozialer Integration. Frauen mit Migrations- und Fluchthintergrund erhalten hier nicht nur fachliche Anleitung, sondern auch intensive Sprachförderung und Hilfe bei Behördengängen. Ziel ist die langfristige gesellschaftliche Teilhabe.
     
  • Projekt „LEA“ (Stadt Offenbach): Im Auftrag des Kommunalen Jobcenters der MainArbeit bündelt die Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) Coaching, Workshops und betriebliche Praxis.
     
  • fem:start (Kreis Groß-Gerau): Das Frauenzentrum Rüsselsheim setzt gemeinsam mit dem Kommunalen Jobcenter Kreis Groß-Gerau auf maximale Selbstbestimmung. Von der niedrigschwelligen Beratung bis zum Aufstiegscoaching entscheiden die Teilnehmerinnen selbst über die Dauer und Art der Unterstützung – ein Modell, das durch das hessische Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget gefördert wird.

Zusätzlich zu ‚fem:start‘ bietet das Kommunale Jobcenter Kreis Groß-Gerau (KJC) weitere vielfältige Qualifizierungskurse und Unterstützungsformate an und steht mit der „Fachstelle Erziehende“ insbesondere Frauen in Erziehungsverantwortung zur Seite. Darüber hinaus trägt die Beauftragte für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt (BCA) maßgeblich zur Erweiterung der Angebote bei. „Frauen wollen arbeiten und haben dem Arbeitsmarkt viel zu bieten“, sagt Sandra Landermann, BCA des KJC und ergänzt: „Unsere Aufgabe ist es, ihre Potenziale zu fördern, sie für den Arbeitsmarkt gut aufzustellen und sie auf dem Weg in ein finanziell unabhängiges Leben zu begleiten.“

Im Rahmen ihrer Tätigkeit informiert Landermann interessierte Frauen in einer Veranstaltungsreihe über die ambivalente Rolle von Minijobs, Wege zur Vermeidung von Altersarmut und bietet in den Servicebüros des Jobcenters ganzjährig Workshops und Gruppenformate für Frauen an. Ein Beispiel guter Kooperation der BCA vor Ort ist die jährliche Messe zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Jobcenter, Kreisverwaltung und Agentur für Arbeit gemeinsam planen und ausrichten.

 

Kommunale Jobcenter als Impulsgeber

Mit einer sozialräumlichen Aufstellung, arbeitsmarktnahen Konzeptionen und einem vielseitigen Angebots-Portfolio machen die hessischen Kommunalen Jobcenter ihre Rolle als moderne Dienstleister deutlich. „Die Kommunalen Jobcenter sind am Puls der Zeit“, lautete denn auch das Resümee der Veranstaltung. „Sie verbinden soziale Gerechtigkeit mit wirtschaftlicher Notwendigkeit und ebnen Frauen den Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.“

Am Puls der Zeit und für soziale Gerechtigkeit: Die Kommunalen Jobcenter #Stark.Sozial.VorOrt.