
Landrat Thomas Will eröffnete die Abschlussveranstaltung zum Forum Schulentwicklungsplan. Foto: Kreisverwaltung
Beteiligungsprozess kommt gut an
KREIS GROSS-GERAU – Erstmalig hat der Kreis Groß-Gerau als Schulträger das Forum Schulentwicklung organisiert. Die Teilnehmer*innen - sie kamen von Schulleitungen, Staatlichem Schulamt, umliegenden Schulträgern im Landkreis, Bildungsausschuss und Schulkommission - haben in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet. Im Januar gab es im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts den Kick-off. Vor wenigen Tagen nun war die Abschlussveranstaltung, zu der wieder Landrat Thomas Will begrüßte.
Er beschrieb vor den rund 40 Gästen noch einmal kurz, worum es in der Arbeitsphase mit drei Veranstaltungen gegangen war. Neben der Bestandsaufnahme war die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans auf Basis eines breit aufgestellten Beteiligungsprozesses das Oberthema. Dabei rückten vier zentrale Handlungsfelder in den Fokus: Digitalisierung, Ganztagsschule, Schulentwicklung und -bau sowie Schüler*innen mit Förderbedarfen. Sie alle sind miteinander verzahnt, wie in den Sitzungen sehr deutlich wurde.
Sven Tolksdorf, Fachdienstleiter Entwicklung und Strategie im Fachbereich Bildung und Schule, ging danach in seiner Präsentation auf die Schwerpunktthemen ein. Beispiel Schulbau: Ergebnis der Arbeitsgruppen war, dass der Campusgedanke bei Neubauten weiter zu verfolgen ist. Funktionale Einheiten im Schulbau sollen für ein gutes Lernklima sorgen. Lerngruppen sollten verkleinert werden. Die Mittelstufenkapazitäten müssen ausgebaut werden. Die Achtzügigkeit sollte für Schulen als Obergrenze gelten. Einig war man sich, dass die Schulbauleitlinien eine gute Basis für die weitere Entwicklung bilden.
Um allen Kindern möglichst gute Bildungschancen und eine breite Auswahl an Bildungsmöglichkeiten zu ermöglichen, soll es transparente und durchlässige Strukturen geben. Für einen guten Übergang zwischen den Bildungsinstitutionen muss der Informationsfluss gewährleistet sein. Elternarbeit ist wichtig, genauso die Verzahnung aller Schulen inklusive Gymnasien mit der Wirtschaft durch Kooperationen. Auch die Intensivierung der inhaltlichen Kooperationen von Kindertagesstätten und Grundschulen wurde thematisiert.
Was die digitale Ausstattung betrifft, bietet der Schulträger einen bedarfsgerechten Support an, lautete ein Wunsch. Die Prozesse sind standardisiert. Es gibt einen stetigen guten Austausch zwischen Schule und Schulträger, so das Ziel. Auch Visionen wurden formuliert - etwa, dass alle Schüler*innen und das pädagogische Personal ein eigenes und einheitliches digitales Endgerät mit bedarfsgerechten Anwendungen inkl. Anbindung an die digitalen Tafeln und Drucker besitzen.
Inhaltliche Ausrichtung, Organisation und Arbeitsatmosphäre bei der Veranstaltung kamen gut an, ergab eine Evaluation. Die ausgewählten Themen hatten eine große Bedeutung für die Befragten. Aus den Veranstaltungen ließen sich einige Erkenntnisse ableiten, u.a. diese: Unterschiedliche Zuständigkeiten und unterschiedliche finanzielle Ausstattung sind hinderlich für eine abgestimmte und schülerzentrierte Entwicklung der Schullandschaft.
Ergebnis des Forum SEP war, dass das Veranstaltungsformat weitergeführt werden soll. Arbeitstitel: „Forum Bildung im Kreis GG“. Mögliche Themen sind Ganztagsschule, zukunftsfähige Schule und Chancengleichheit.