Nachrichten_Einzelansicht

Sängerehrung Foto

Große Treue zum Chorgesang: Roland Schaub von der SKG Bauschheim wurde für 75 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Das Bild zeigt ihn mit Landrat Thomas Will (links), Hans Kopp, dem Vorsitzenden des Sängerkreises Groß-Gerau und Jürgen Hübner, dem Vorsitzenden des Sängerkreises Mainspitze. Bild: Kreisverwaltung

46 Sängerinnen und Sänger geehrt

Landrat Will würdigt langjähriges Engagement im Chorgesang

KREIS GROSS-GERAU – Musik verbindet, stiftet Gemeinschaft und tut gut: Bei der diesjährigen Sängerehrung des Kreises Groß-Gerau hat Landrat Thomas Will das langjährige Engagement von 46 Sängerinnen und Sängern aus dem Kreisgebiet gewürdigt. In seiner Laudatio hob er die besondere Bedeutung des Chorgesangs für das kulturelle Leben, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Ehrenamt im Landkreis hervor. Sein Resümee: „Wer singt, ist fitter.“

Gemeinsames Singen, so Will, sei weit mehr als ein schönes Hobby. Es stärke das Miteinander, fördere das Wohlbefinden und wirke sich nachweislich positiv auf Gesundheit und Lebensfreude aus. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je sei, leisteten Chöre einen wertvollen Beitrag zum kulturellen und sozialen Leben im Kreis Groß-Gerau.

Wie stark der Chorgesang in der Region verwurzelt ist, zeigt auch die Bilanz der diesjährigen Ehrung: Roland Schaub von der SKG Bauschheim wurde für 75 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Dieter Glock von der SKG Erfelden und Emil Konrad vom MGV Eintracht 1882 Geinsheim blicken auf jeweils 70 Jahre zurück. Vier weitere Geehrte wurden für 65 Jahre Mitgliedschaft gewürdigt, acht für 50 Jahre, 13 für 40 Jahre und elf für 25 Jahre. Fünf junge Menschen erhielten eine Auszeichnung für zehn Jahre aktives Singen im Chor. Zwei besondere Ehrungen galten Ursula Höfeld und Ulrich Waskow aus Rüsselsheim. Beide wurden für ihre besonderen ehrenamtlichen Verdienste im und für den Chorgesang im Kreis Groß-Gerau ausgezeichnet.

Und auch die Jungen lassen aufhorchen: Als Beispiel nannte Will die Jugendsingwoche in Mörfelden-Walldorf im vergangenen Jahr, die gemeinsam von Sängerkreis, Kreiskulturbüro und SKV Mörfelden auf die Beine gestellt wurde. „Das war ein tolles Projekt. Ich hoffe auf eine Wiederholung“, sagte der Landrat.

Auch Hans Kopp, Vorsitzender des Sängerkreises Groß-Gerau, warb in seinem Grußwort dafür, möglichst früh mit dem Singen zu beginnen. Mit Blick auf die neue Ganztagsbetreuung an Grundschulen regte er an, Kindern dort auch Singangebote zu eröffnen. Gerade in einer Zeit, in der der Umgang mit sozialen Medien intensiv diskutiert werde, könne gemeinsames Singen wichtige Erfahrungen vermitteln. „Beim Singen lernen Kinder schon bald, dass es nicht darauf ankommt, am lautesten zu sein, sondern dass es miteinander am besten klingt“, so Kopp.

Zugleich dankte er – auch im Namen des Sängerkreises Mainspitze und dessen neuem Vorsitzenden Jürgen Hübner – Landrat Thomas Will und Elke Landau vom Kreiskulturbüro dafür, dass der Kreis erneut einen würdigen und ansprechenden Rahmen für die Ehrung geschaffen habe.

Für einen stimmungsvollen Auftakt der Feierstunde sorgte das Ensemble „More than ten“ vom Verein Klangsirenen unter der Leitung von Liane Prager. Viel Applaus erhielt die Interpretation von „Wind of Change“ in der Version der Scorpions. Später begeisterten auch die Chöre Germania 1857 Raunheim und MGV Mozart Trebur unter der Leitung von Konstantin Karklisiyski mit bekannten Liedern wie „Griechischer Wein“ und „Santa Lucia“.

Der Kreis Groß-Gerau fördert den Chorgesang seit Jahren gemeinsam mit den Sängerkreisen und der Sparkassen-Stiftung – und wird dieses Engagement auch künftig fortsetzen. Ein nächster Höhepunkt steht bereits bevor: Der „Abend der Chöre“ findet in diesem Jahr am 20. September 2026 um 17 Uhr im Landratsamt statt. Bewerben können sich alle im Kreis ansässigen Erwachsenenchöre noch bis 4. Mai über die Internetseite des Kreises.

Landrat Thomas Will dankte den Sängerinnen und Sängern ebenso wie den Vertreterinnen und Vertretern der Sängerkreise Groß-Gerau und Mainspitze sowie den Gästen aus Politik und öffentlichem Leben. Sein Dank galt außerdem dem Bewirtungsteam aus Bischofsheim und dem Team des Kreiskulturbüros um Elke Landau, das für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgte. Eine außerplanmäßige Überraschung gab es aber noch: Elke Landau wurde für ihre Verdienste um den Chorgesang zum Ehrenmitglied des Sängerkreises Groß-Gerau ernannt. Sie ist, wie Hans Kopp sagte, seit über 20 Jahren engagierte Beraterin sowie Unterstützerin des Chorgesangs in unserem Kreis, sie organisiert den „Abend der Chöre“, die verschiedenen Chorwettbewerbe, natürlich die zentrale Sängerehrung - sie macht nicht nur ihren Job, sondern ist „immer mit vollem Herzen dabei“.

 

Zur Person:

Für „besondere ehrenamtliche Verdienste im bzw. für den Chorgesang im Kreis Groß-Gerau“ wurden Ursula Höfeld und Ulrich Waskow geehrt:

 

Ursula Höfeld
Ursula Höfeld gehört dem Gesangverein Liederkranz 1854 Rüsselsheim seit 1994 an. Nach ihrer Wahl zur 2. Vorsitzenden im Jahr 2002 übernahm sie 2008 den Vorsitz des Vereins. Seither hat sie den Liederkranz mit großem Engagement weiterentwickelt und für neue Kooperationen geöffnet – etwa mit anderen Chören, professionellen Sängerinnen und Sängern, Tanzschulen, Schriftstellern und Comedians. Auch bekannte Namen wie Hera Lind, Tim Frühling und Bernd Stelter konnten für Veranstaltungen gewonnen werden. Unter ihrer Leitung wurden unter anderem das 160., 165. und zuletzt 2024 das 170-jährige Bestehen des Vereins organisiert. Der Liederkranz ist damit nicht nur der älteste Gesangverein Rüsselsheims, sondern auch ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Darüber hinaus engagiert sich Ursula Höfeld seit vielen Jahren im Vorstand des Stadtverbands der kulturellen Vereine Rüsselsheim. Für ihre Verdienste wurde sie bereits mit der „Verdienstplakette der Stadt Rüsselsheim am Main für kulturelle Leistungen“ ausgezeichnet.

 

Ulrich Waskow
Ulrich Waskow trat 1976 in den Gesangverein Frohsinn Königstädten ein und hat dessen Entwicklung über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt. Zunächst im Beirat aktiv, initiierte er unter anderem die Gründung eines Frauenchors. Von 1997 bis 2009 war er Vorsitzender des Vereins und gestaltete in dieser Zeit gemeinsam mit dem Vorstand das vielfältige Vereinsleben mit Männerchor, Frauenchor, MusicBox und Theatergruppe. Er organisierte zahlreiche Freundschaftssingen, Veranstaltungen, Chorreisen und Vereinsausflüge, unter anderem nach Brasilien, Alaska und Detroit. Zudem trug er dazu bei, dass sich die Fastnachtsveranstaltung „Frohsinn feiert Fasnacht“ über mehrere Jahre etablierte. Auch bei den Feierlichkeiten zum 125-jährigen und 150-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 2008 wirkte er maßgeblich mit. Über den Verein hinaus war Ulrich Waskow von 1994 bis 2021 im Stadtverband der kulturellen Vereine der Stadt Rüsselsheim aktiv. Unter seiner Leitung wuchs der Verband auf 45 kulturtreibende Vereine an. Heute ist er dort Ehrenvorsitzender. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und dem Wappen der Stadt Rüsselsheim in Gold.