Warenbörse für regionale Wertschätzung
Gernsheim, 07.11.2024. Mit einem neuen Veranstaltungsformat will die Ökomodell-Region Süd den direkten Draht zwischen südhessischen Lebensmittelproduzenten und potentiellen Abnehmern in Küchen und Kantinen herstellen: Eine erste Warenbörse fand am Donnerstag (7.11.) in der Stadthalle Gernsheim statt. Knapp 20 Austeller und 60 Fachbesucher waren der Einladung gefolgt.
Plattform für Angebot und Nachfrage
„Nachhaltigkeit und Regionalität, biologische Erzeugung und Verarbeitung sind Stichworte, die immer öfter fallen und immer mehr Verbrauchern wichtig sind“, stellte Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan, Groß-Gerauer Gastgeber für die erste Warenbörse in seinem Grußwort fest. Doch sei es nicht immer leicht, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, unterstrich Felix Heil, einer der Projektmanager der Ökomodell-Region Süd, in seiner Begrüßung. Die Warenbörse sei der Versuch, genau dies zu erreichen. Schließlich biete sie eine Plattform für bio-regionale Erzeuger und Verarbeitungsbetriebe, um mit potentiellen Abnehmern aus Gastronomie, Catering und Handel ins Gespräch zu kommen, um so Vermarktungswege und Lieferbeziehungen zu schaffen und Wertschöpfung in der Region zu belassen. Dies biete den Betrieben die Chance, unabhängiger von globalen Lieferketten zu werden, trage zur Erhaltung der regionalen Betriebe bei und biete die Chance, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken und auszuweiten – am besten nachhaltig.
Regionalität und Nachhaltigkeit haben Konjunktur
Eingeladen hatte das Projektteam eine große Bandbreite an Betrieben der Region – sowohl biologisch als auch nachhaltig wirtschaftende Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe. Sie alle hatten reichlich Warenproben mitgebracht, kleine Verkostungsangebote vorbereitet und ihren Betrieb damit nicht nur sehr sichtbar, sondern auch mit allen Sinnen erlebbar gemacht. Bevor sich die Fachbesucher dem Genuss und der Vielfalt an den Ständen hingeben konnten, sorgte Gastreferent Karsten Bessai für einen Vorgeschmack und Denkanstoß. „Essen ist mehr als satt werden“, lautete die Botschaft des Kochs und Gastroberaters aus der Pfälzer Nachbarschaft. Wer regionale Bioprodukte und nachhaltig hergestellte Lebensmittel auf die Teller seiner Gäste bringe, mache nicht nur die Region kulinarisch erlebbar. Vielmehr sorge regionales Essen und Einkaufen für eine direkte Unterstützung der lokalen Wirtschaft und habe daher „immer Hochkonjunktur“.
Vielfalt einer Region zum Probieren
Im anschließenden direkten Kontakt zwischen Ausstellern und Besuchern wurde reichlich gesprochen, vernetzt und auch erste Möglichkeiten von Lieferungen und Abnahmen besprochen. An regionalen Köstlichkeiten ging vieles über die Messetheken: frisches Obst und Gemüse, Körner und Mehle, Öle und Essige, Feinkostartikel, Produkte aus der Aronia-Beere, Quinoa aus dem Odenwald, Fleisch- und Wurstprodukte aus dem hessischen Ried sowie vom hessischen Weiderind, Weine und Backwaren von der Bergstraße, Kaffeespezialitäten aus einer regionalen Rösterei. Weitere Betriebe zeigten dem interessierten Publikum ihre innovativen Produktideen – wie Kräuter aus Indoor-Farming oder aus geretteten Lebensmitteln hergestelltes Biodiesel.
Ökomodell-Region mit Schwerpunkt auf Wertschöpfungsketten
Auch die Ökomodell-Region Süd war mit einem Stand vertreten. Hier präsentierte das Team die eigenen Projekte anhand von Plakaten, Flyern, Kostproben sowie Video- und Bildmaterial: Von der gesunden Kichererbse, die auf einigen Feldern heimisch geworden ist und jetzt in die regionale Wertschöpfung kommt, bis zum Nibelungenkorn, das regional angebaut und weiterverarbeitet wird. Daneben entwickelt das Team Maßnahmen in der nachhaltigen Bodennutzung, beschäftigt sich mit Gemeinwohlleistungen in der Landwirtschaft, Ausweitung von bio-regionalen Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung und hofnaher Schlachtung von Schafen und Ziegen.
Abbinder über die Ökomodell-Region Süd
Die Ökomodell-Regionen sind Teil des hessischen Ökoaktionsplans. Sie vernetzen Landwirte, Handel und Verbraucher und engagieren sich in Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern und Verarbeitern für eine bessere Vermarktung von biologischen und regionalen Produkten sowie die Schärfung des Bewusstseins für regional erzeugte Lebensmittel beim Verbraucher. Ziel ist es, regionale Wertschöpfungsketten zu etablieren und die regionale Vermarktung zu fördern.
