Vermittler mit Herz und Verstand
KREIS GROSS-GERAU – Als Vertrauensperson und in höchstem Maße sozial engagiert – so galt Kurt Hohmann im Kreis Groß-Gerau auch jenseits seiner beruflichen Vita als Pfarrer und Dekan, als die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege ihn 2019 als Erst- und Bestbesetzung für die neu einzurichtende „Ombudsstelle für Sozialleistungen im Kreis Groß-Gerau“ vorschlug. Per Kreistagsbeschluss einstimmig bestätigt, nahm Hohmann seine Aufgabe als ehrenamtlich wirkender Ombudsmann zeitgleich mit dem Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 auf. Ein Start unter erschwerten Rahmenbedingungen – galt es in der Anfangsphase doch vor allem, die Ombudsstelle als neutrale Vermittlungsinstanz zwischen Bürger*innen und Behörde bekannt zu machen und das Vertrauen der Rat suchenden Empfänger*innen von Sozialleistungen zu gewinnen.
Kontaktaufnahmen, Beratungen und gemeinsam erzielte Lösungen bahnten sich dennoch ihren Weg, so dass während der ersten Amtsperiode bis zum Frühjahr 2022 42 Bürgervorsprachen eine gute Klärung fanden. Allseitig geschätzt und von LIGA und Kreistag befürwortet, trat Hohmann im März 2022 für weitere zwei Jahre als Ombudsmann in den ehrenamtlichen Dienst - dies jedoch nicht ausschließlich in Sachen Konfliktmediation, sondern ebenso als konstruktiv-kritischer Begleiter in Fragen des Verbesserungsmanagements.
„Kurt Hohmann gilt uns als ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die Entwicklung verbesserter oder neuer Lösungen geht. Die langjährige professionelle Routine ist eben leider nicht frei von der Gefahr, in dem einen oder anderen Punkt ‚betriebsblind‘ zu sein. Insofern bin ich Herrn Hohmann für seinen kritisch begleitenden Blick aus Bürgerperspektive dankbar“, sagt Robert Hoffmann, Vorstand des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau.
Der Groß-Gerauer Ombudsmann selbst verfolgt seit dem vergangenen Jahr ein noch weitergehendes Ziel: einen Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer der bislang insgesamt zehn hessischen Ombudsleute zu schaffen und gemeinsam weiteren potentiellen Kolleg*innen mit Rat und Erfahrung zur Seite zu stehen. Zu einem ersten Netzwerktreffen im Oktober 2023 lud er die Kolleg*innen aus Nord-, Mittel- und Südhessen sowie Vertreter*innen des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration in das Kommunale Jobcenter nach Groß-Gerau ein.
Fazit aller Teilnehmenden des ersten Austauschs: Ungeachtet der Unterschiede in Aufstellung und Konzeption der bestehenden Ombudsstellen, bewirken sie alle ein deutlich besseres Verständnis zwischen Bürger*innen und Behörde. Ombudsleute tragen mit ihrer Beratungstätigkeit zur Transparenz komplexer juristischer Verwaltungsentscheidungen bei und gelten aufgrund ihrer unparteilichen und neutralen Position als glaubwürdig. Ebenso sensibilisieren sie Verwaltungsmitarbeitende dauerhaft hinsichtlich der Bürgerperspektive.
Mit Beschluss in der März-Sitzung des Kreistags wurde Kurt Hohmann nun für eine dritte Amtszeit bis Februar 2026 als ehrenamtlicher Ombudsmann bestellt. Im Vorfeld zu seiner Bereitschaft befragt, die Aufgaben weiter zu übernehmen, sagte er mit freundlich-heiterer Gelassenheit zu.
Kurt Hohmann (links), Ombudsmann der Ombudsstelle für Sozialleistungen im Kreis Groß-Gerau, lud kürzlich zu einem Fachaustausch ein Beim ersten Netzwerktreffen im Kommunalen Jobcenter Kreis Groß-Gerau dabei waren (neben ihm von links) Sonja Enders und Erich Appelmann (Hessisches Ministerium für Soziales und Integration), Erster Kreisbeigeordneter Adil Oyan, Winfried Seelig, Ombudsstelle des Jobcenters Frankfurt/Main, Hans-Jürgen Schäfer, Ombudsstelle Kommunales Jobcenter MainArbeit Offenbach, Gastgeber Robert Hoffmann, Vorstand Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau, und Waldemar Schütze, Ombudsstelle Hochtaunuskreis. Foto: Kommunales Jobcenter Kreis Groß-Gerau
