Textilveredler auf Wachstumskurs
KREIS GROSS-GERAU – In der Reihe seiner Betriebsbesuche führte der Weg Landrat Thomas Will vor ein paar Tagen nach Rüsselsheim-Königstädten zur Firma Wailua. „Ich schaue mir querbeet Unternehmen an, die es bei uns gibt, ob Traditionsbetriebe oder neue Firmen, ob große oder kleine. Dabei bekomme ich einen guten Eindruck davon, wie vielfältig und leistungsstark die Wirtschaft in unserem Landkreis ist“, sagte der Landrat einleitend zu den beiden Gastgeberinnen, Franziska Siegl, Assistenz der Geschäftsleitung, und Produktionsleiterin Eugenia Binder. Er dankte, auch im Namen seiner Begleitung aus der Wirtschaftsförderung, dass sie einen Einblick in die Tätigkeiten der Lohnstickerei gaben.
Anfang der Neunzigerjahre entstand Wailua aus einer Wäscherei heraus und entwickelte sich weiter zum Textilveredler. „Es begann damit, dass Namensschildchen, die nach der Wäsche defekt waren, ersetzt wurden. Und am Ende der Entwicklung blieb die Stickerei übrig“, erzählte Franziska Siegl. Als die Nachfrage nach Stickemblemen auf der gereinigten Kleidung wuchs, wurde aus dem Unternehmen „Flynn Stickerei & Services“. Und später dann Wailua - benannt nach dem Wasserfall auf der Hawaii-Insel Kauai. Der Firmeninhaber ist Hawaii-Fan und der Doppelwasserfall Wailua steht als Symbol für das Miteinander von Stickerei und Service.
2012 erfolgte der Umzug vom Hasengrund ins neue Firmengebäude in Königstädten. Schon damals wurde an ein nachhaltiges Gebäudekonzept mit Erdwärmepumpe und Photovoltaikanlage gedacht. Nicht nur das beeindruckte die Gäste, sondern der generell nachhaltige Arbeitsansatz und die große Produktionshalle, in der die Kleidungsstücke mit Logos und Emblemen versehen werden. In einer kleineren Produktionsstraße wird auf die Textilien gedruckt, in den anderen Reihen wird mit großen Stickmaschinen gestickt. Bunte Garnrollen sind auf den Maschinen aufgereiht, 390 Standardfarben stehen für die Stickarbeiten zur Verfügung, Sondergarne kommen hinzu.
Rund 60 Mitarbeiter*innen hat der Betrieb. Sie stehen an den Maschinen, erledigen Büroarbeit, pflegen Kundenkontakte oder erstellen die Stickprogramme. „Dabei wird berechnet, wie viele Stiche man für das jeweilige Logo braucht. Das wird programmiert, es gibt eine digitale Vorschau und ein Muster für den Kunden. Wenn dieses freigegeben ist, kann es losgehen mit der Produktion“, sagte Franziska Siegl. Ob ein Stück oder Tausende - Wailua veredelt dem Auftrag entsprechend.
Der Betrieb arbeitet für Groß- wie für Privatkunden. „Unsere Pluspunkte sind die kurzen Wege“ - ob zu den Unternehmenspartnern oder zu den Kunden -, betont Eugenia Binder, und damit verbunden die schnelle Lieferung. Und natürlich die Qualität: „Wir verwenden hochwertige Ware. Unsere Produkte sind langlebig. Und jeder bekommt hier seine individuelle Bekleidung.“ Die Textilien bezieht Wailua von verschiedenen Herstellern. Firmen, die Berufsbekleidung verkaufen und vorher bei Wailua mit ihrem Logo versehen lassen, können ihre Kleidung auch selbst anliefern.
Zur Kundschaft zählen Vereine genauso wie Firmen und Schulen. Das Neue Gymnasium (NG) und auch die Sophie-Opel-Schule in Rüsselsheim lassen hier die Logos auf ihre Schulkleidung sticken. Gerade wird überall das aktualisierte NG-Logo auf die Kleidungsstücke aufgebracht, wie in der Kleiderkammer schon zu sehen ist. In dem Showroom können die Schüler*innen die T-Shirts oder Kapuzenpullis wie in einem Laden anprobieren, ehe die Eltern sie im Onlineshop bestellen.
