Reges Interesse an Infoabend
KREIS GROSS-GERAU – Mehr als 75 Gäste kamen am Montagabend in die Stadthalle Gernsheim, um an der Veranstaltung „Sanierung im Fokus“ des Kreises Groß-Gerau und der Stadt Gernsheim teilzunehmen. In knapp 120 Minuten bekamen die Gäste wertvolle Informationen zu den Themen energetische Gebäude-sanierung und Fördermöglichkeiten. „Das große Interesse zeigt, dass wir an einem wichtigen Thema dran sind. Energie als Thema ist gerade omnipräsent. Energie ist für diese Krise mitverantwortlich“, sagte der neue Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan. „Mit der energetischen Sanierung von Gebäuden im Bestand kann man der Krise entgegenwirken“, ergänzte Gernsheims Bürgermeister Peter Burger.
Die Hauseigentümer*innen des Quartiers Gernsheim „Mitte“ waren im Vorfeld schriftlich zur Veranstaltung eingeladen worden. Bei dem genannten Quartier handelt es sich um eines der ältesten Baugebiete Gernsheims mit rund 450 Wohngebäuden, die in ihrer Bausubstanz sehr ähnlich sind. Es überwiegen Ein- und Zweifamilienhäuser, die älter als 45 Jahre sind und somit vor der ersten Wärmeschutzverordnung erbaut wurden.
Die Sanierungskosten sind nicht aus der Portokasse zu bezahlen. Zieht man allerdings die Förderung von den Gesamtkosten ab und rechnet mit den aktuellen Gas- und Energiepreisen, so amortisiert sich die Investition schneller als gedacht. Gleichzeitig tut man etwas für den Klimaschutz und die Behaglichkeit in den eigenen vier Wänden. Anhand dieser Punkte wurden die Vorteile der energetischen Gebäudesanierung deutlich.
Die Einführung in das Thema mit einem Sanierungsbeispiel übernahm der Energieberater Christian Eboke von der Effizienz:Klasse GmbH aus Darmstadt. Er präsentierte die Komplettsanierung eines Einfamilienhauses aus dem Jahr 1970 zum Effizienzhaus 100.
Heike Böhler von der Landesenergieagentur Hessen (LEA) präsentierte in einen zweiten Vortrag wertvolle Informationen zu den aktuellsten Förderprogrammen und Förderquoten. „Je effizienter das Gebäude saniert wird, desto höher fallen die Förderquoten aus. Der Einsatz Erneuerbarer Energien kann den Fördersatz sogar noch weiter steigern“, betonte Böhler. Aber auch einzelne Maßnahmen könnten gefördert werden. Wichtig sei vor allem, den Kontakt zu Energieberater*innen zu suchen und sich von den Expert*innen beraten zu lassen, so Böhler.
Für Fragen standen neben dem jeweiligen Referenten auch der Bürgermeister der Stadt Gernsheim und der frisch gewählte Erste Kreisbeigeordnete zur Verfügung.
Abgerundet wurde der Abend beim anschließenden Marktplatzformat. Hier standen Vertreter*innen von Fachfirmen und Institutionen zum regen Informationsaustausch bereit. Neben den Ständen von Energieberatern stellte sich eine Fachfirma für Wärmepumpen aus Gernsheim vor. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Groß-Gerau informierte zum Thema Heizöltanks, Hochwasser und Risikogebiete. Der Fachdienst Klimaschutz präsentierte Beispiele gelungener Sanierungsprojekte aus dem Kreis, die bei dem letzten Energiewettbewerb für Privatpersonen gekürt wurden, sowie das kreisweite Programm „Haus im Fokus“.
Der Markplatz hat sich erneut als geeignetes Format für den Abschluss der Veranstaltung erwiesen. In einer lockeren Atmosphäre hatten die Gäste die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen, das neu Gelernte zu vertiefen und Infomaterial zum Nachlesen mitzunehmen.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „Sanierung im Fokus“ ist für den 14. November 2022 in Biebesheim geplant. Weitere Veranstaltungen in Kommunen des Kreises Groß-Gerau folgen im nächsten Jahr.
Weitere Informationen zur Sanierungskampagne gibt es bei Markus Huber vom Fachdienst Klimaschutz der Kreisverwaltung unter 06152 989-249 oder per Mail an klima@kreisgg.de. Ein Video zur Veranstaltung ist bald auf der Internetseite klima.kreisgg.de aufzurufen.
