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Qualitäts-Eis aus dem Automaten

Landrat besichtigt Eismanufaktur Breitwieser in Wolfskehlen

KREIS GROSS-GERAU – Der Sommer ist vorbei - aber Eis geht immer. Das dachte sich auch Landrat Thomas Will, als er in der Reihe seiner Betriebsbesichtigungen vor kurzem der Eismanufaktur Breitwieser in Riedstadt-Wolfskehlen einen Besuch abstattete. Geschäftsführer Michael Breitwieser führte den Landrat und Jonas Margraff, Leiter des Fachdiensts Wirtschaftsförderung bei der Kreisverwaltung, in sein Reich der Speiseeisherstellung.

Zwölf Sorten Eis werden in der Eismanufaktur produziert, die im Jahr 2020 an den Start ging. Für den Ingenieur Michael Breitwieser fing schon während seines Studiums alles an: „Als passionierter Eisesser habe ich mein Eis selbst gemacht, für den privaten Kreis - und nur aus regionalen und den besten Zutaten.“ Den Testpersonen aus der Verwandtschaft schmeckte es. So wuchs, zunächst nebenberuflich, die Produktion - bis die Entscheidung fallen musste: Eisherstellung „ganz oder gar nicht“. Es wurde „ganz“. Michael Breitwieser schrieb einen Businessplan und mietete die erste Betriebsfläche an, die später in Wolfskehlen noch Zuwachs bekam.

Ein paar wesentliche Dinge gehören zur Eismanufaktur Breitwieser. Zum einen ist die Produktion nachhaltig und regional. Als Absatzgebiet hat Michael Breitwieser vom Kreis Groß-Gerau ausgehend das Rhein-Main-Gebiet im Blick, nicht mehr und nicht weniger. Und er setzt auf Direktvermarkung. „Dabei wollen wir keiner Eisdiele Konkurrenz machen. Ich sehe uns als ergänzendes Angebot - das allerdings 24/7 zur Verfügung steht.“

Eisautomaten stehen z.B. bei Hofläden, an einer Jugendherberge, neben anderen Verkaufsautomaten (etwa denen von Metzgereien), auf Privatgrundstücken, bei der Feuerwehr in Zeppelinheim oder am Bauschheimer Bürgerhaus, wo der erste Testlauf für die Automaten mit Erfolg stattfand; alle Standorte sind auf eisautomat.de oder eiswieser.de zu finden. Auf dieser Internetseite lässt sich auch ersehen, welche Sorten im jeweiligen Automaten gerade verfügbar sind.

„Wie gesagt: Wir stellen nicht direkt neben einer Eisdiele unsere Geräte auf. Aber sie sollen natürlich möglichst an Standorten zu finden sein, an denen es Laufkundschaft gibt“, so Michael Breitwieser. Aktuell plant die Eismanufaktur, ihr Netzwerk zu erweitern und weitere Automaten in der Region aufzustellen - moderne Geräte mit Touch-Screen und allen gängigen Möglichkeiten des Bezahlens. Außerdem hält das Geschäft transportable Eistonnen mit Inhalt vor, die man ausleihen kann. Und gerade in Vorbereitung ist ein umgebauter Pferdehänger, der künftig fürs Eiscatering bei Veranstaltungen genutzt werden soll: „Wir wollen Präsenz zeigen.“

Stolz ist Michael Breitwieser darauf, dass bei der Eisproduktion alles in eigener Hand bleibt. Einkauf der Zutaten („Erdbeeren aus dem Kreis und aus Kriftel, Honig aus Königstädten“), Lager, Produktion, Kühlung, Vertrieb mit dem eigenen Tiefkühlauto - alles läuft über den Familienbetrieb, alles spielt sich auf den 340 Quadratmetern Fläche ab, wovon 60 Quadratmeter für die zwei Kühlhallen gebraucht werden. Mittlerweile produziert das junge Unternehmen auf Vorrat, im Winterhalbjahr aber etwas weniger als im Sommer. Dennoch: Auch in der kühleren Jahreszeit ist das Eis begehrt. Ab Produktion hat es eine Mindesthaltbarkeit von einem Jahr - doch so lange blieb noch nie ein Becher im Automaten, sagte Michael Breitwieser während des Rundgangs mit Landrat Will. Dabei wurde gerade Vanilleeis produziert, von dessen Qualität die Gäste sich selbst überzeugen konnten.

Auch beim „Gründerpreis Speckgürtel“ hat die Eismanufaktur bereits positive Resonanz eingeheimst: Im Juli holte sich Michael Breitwieser in Flörsheim den 2. Preis dieses Gründerpreises ab. Landrat Thomas Will war ebenfalls überzeugt vom Ideenreichtum und Elan des Jungunternehmers.

Betriebsbesuch Eismanufaktur Breitwieser Foto

Landrat Thomas Will und Michael Breitwieser in einem der Kühlräume der Eismanufaktur in Wolfskehlen. Foto: Kreisverwaltung