Neue und kurze Wege in den Job
KREIS GROSS-GERAU – Der Job-Turbo soll Integrationsverläufe beschleunigen und Menschen mit Migrationshintergrund helfen, schneller eine Arbeit zu finden. Damit dies gelingt, ziehen Länder, Kommunen und die Kommunalen Jobcenter (KJC) an einem Strang. Die KJC setzen dabei auf individuelle Angebote und direkte Begegnungen mit Arbeitgebern. Persönliche Ansprechpartner entwickeln mit den Kundinnen und Kunden neue Wege. Bei regionalen Veranstaltungen treffen Migrantinnen und Migranten auf Arbeitgeber, die ihre offenen Stellen präsentieren. Parallel informieren die Jobcenter die Unternehmen über finanzielle Zuschüsse und Unterstützungsangebote.
Neben internen Veranstaltungen für die Zielgruppe organisieren die Kommunalen Jobcenter, teilweise gemeinsam mit dem Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit, unterschiedliche Formate, wie beispielsweise Bewerbertage. Das Ziel:
Arbeitgeber*innen und Zugewanderte sollen sich unter anderem bei Jobbörsen und Jobcafés persönlich kennenlernen. Eine große Herausforderung beim „Job-Turbo“ besteht im passenden „Match“ zwischen beiden Seiten.
Das KJC Kreis Groß-Gerau hat im Rahmen des „Job-Turbos“ unter anderem eine Veranstaltungsreihe für Geflüchtete gestartet. Themen wie die Nutzung der digitalen Stellenbörse „Jobzentrale“, die Förderung von Teilzeitarbeit für Mütter sowie Empowerment-Gruppen für Frauen stehen dabei im Mittelpunkt. Diese Angebote zielen darauf ab, besonders Müttern mit Migrationshintergrund den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.
Der Arbeitgeberservice verstärkt parallel seine Kontakte zu Unternehmen, um gezielt Arbeitsstellen für Geflüchtete zu vermitteln, und organisiert branchenspezifische Bewerbertage in Kooperation mit der Agentur für Arbeit, Bad Homburg. Zudem ist das KJC Groß-Gerau regelmäßig auf externen Messen präsent, um Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Arbeitssuchenden und Ausbildungswilligen und regionalen Unternehmen zu fördern.
Robert Hoffmann, Vorstand des Kommunalen Jobcenters Kreis Groß-Gerau unter-streicht die Wichtigkeit der unabdingbaren auskömmlichen Ausstattung der
Jobcenter: „Die Aufgaben, die mit dem politisch formulierten ‚Job-Turbo‘ einhergehen, gehören im KJC Groß-Gerau bereits seit Langem zu unserem täglichen Geschäft. Die Breite unserer Unterstützungsangebote zeigt aber, wie wichtig eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung der Jobcenter ist, um unseren Auftrag erfolgreich umzusetzen.“
Elke Rothenheber, Bereichsleitung Arbeitsmarkt und Integration des KJC GG, ergänzt: „Um geflüchtete Menschen bestmöglich bei der Jobsuche und Arbeitsmarktintegration zu unterstützen, müssen Hindernisse wie Sprachbarrieren, Kinderbetreuung und Anerkennungsverfahren effizienter angegangen werden.“
Außerdem sollte ein weiteres Ziel sein, Geflüchtete berufsbegleitend zu qualifizieren, sofern sie eine Tätigkeit aufnehmen, die nicht ihren Qualifikationen entspricht. Seit diesem Jahr gibt es die Job-Berufssprachkurse (Job-BSK) als neues Angebot, um Betriebe und Arbeitnehmer*innen in Sachen Zündung des Job-Turbos zu unterstützen. In diesen praxisorientierten Sprachkursen wird die deutsche Sprache mit Bezug zum konkreten Arbeitsplatz vermittelt. Job-BSK können entweder unmittelbar vor der Arbeitsaufnahme oder berufsbegleitend stattfinden.
Nicht zuletzt ist es wichtig, die Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene Qualifikationen voranzutreiben und hier ebenfalls für einen „Turbo“ zu sorgen.
Die Kommunalen Jobcenter jedenfalls stehen bereit.
