Möglichst frühzeitig Rat suchen
KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau hat die Wohnungssicherungsstelle vor gut einem Jahr ins Leben gerufen, um Menschen bei der Bewältigung von Mietschulden und drohendem Wohnungsverlust zu unterstützen. Im März 2023 nahmen die Mitarbeiterinnen der Diakonie Groß-Gerau und der Neuen Wohnraumhilfe die Arbeit auf. Angesichts eines knappen Wohnungsangebots und steigender Mietpreise sowie damit einhergehenden finanziellen Belastungen für viele Haushalte in der Region dient die Beratungsstelle dazu, Wohnungsverlust möglich zu vermeiden.
„Die Wohnungssicherungsstelle spielt eine unverzichtbare Rolle, um den Verlust der Wohnung und damit akute Wohnungslosigkeit zu verhindern. Durch den präventiven Ansatz wollen wir verhindern, dass Menschen in einer Notunterkunft untergebracht werden müssen. Denn anschließend eine Wohnung auf dem regulären Markt zu finden, ist ungleich schwerer“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan über das Angebot.
Die Wohnungssicherungsstelle im Kreis Groß-Gerau soll - so lautete auch die Vorgabe aus der Politik - eine umfassende Beratung für Mieter*innen gewährleisten, die in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind. Auch geht es darum, den Wohnungsverlust bei vorliegender Räumungsklage zu verhindern. Daher ist die Vermittlung zwischen Mieter und Vermieter ein wesentlicher Punkt, um die anschließende Regulierung erfolgreich zu ermöglichen. Ein wichtiger Schlüssel für die Hilfe durch die Wohnungssicherungsstelle ist die aufsuchende Arbeit durch die Sozialarbeiter*innen. Dadurch brauchen Menschen nicht in eine Beratungsstelle zu kommen, wenn sie nicht wollen. Die Unterstützung durch die Wohnungssicherungsstelle ist für Ratsuchende aus dem Kreis Groß-Gerau kostenlos und freiwillig.
Aus dem ersten Beratungsjahr lässt sich folgende Zwischenbilanz ziehen: Insgesamt wurde in 128 Fällen beraten. Familien und Alleinerziehende sind in 28 Prozent der Fälle betroffen. Der Kontakt zur Wohnungssicherungsstelle entsteht häufig erst, wenn bereits Gerichtsverfahren laufen. Darum raten die Mitarbeitenden allen Betroffenen, sich möglichst frühzeitig zu melden, wenn Probleme bei der Zahlung der Miete vorliegen. Damit können weitere Kosten verhindert werden und die Regulierung ist leichter möglich.
Wer Kontakt mit der Beratungsstelle in der Frankfurter Straße 26 in Groß-Gerau aufnehmen möchte, hat dazu folgende Möglichkeiten:
Telefon 06152 8058624, Mail info@wosi-gg.de. Die kommunalen Sprechstunden sind montags von 14 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr in Groß-Gerau.
In Rüsselsheim, Weserstraße 34, gibt es das Angebot donnerstags von 13 bis 16 Uhr und in Riedstadt, Rathausplatz 1, mittwochs von 9 bis 11 Uhr (jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat). Infos auf der Homepage: https://wosi.kreisgg.de.
