Bombe erfolgreich gesprengt
KREIS GROSS-GERAU – Um 15.50 Uhr war alles vorbei: Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes hatten am Dienstagnachmittag die 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe kontrolliert sprengen können. Eine Stunde später wurden alle Sperrmaßnahmen wieder aufgehoben, die ersten Anwohner*innen konnten die Notunterkünfte verlassen und in ihre Wohnungen zurück. Die Bombe war am Montagabend bei Bauarbeiten in einem Gewerbegebiet „Am Schindberg“ neben dem Umspannwerk in Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau) entdeckt worden.
Weil eine Entschärfung nicht möglich war, musste der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am Dienstag gesprengt werden. Am Vormittag hatten 3500 Menschen vor allem in der angrenzenden Böllensee-Siedlung in Rüsselsheim ihre Häuser verlassen müssen. In einem Umkreis von 1000 Metern rund um den Fundort der Bombe hatte alles geräumt werden müssen. Gegen 10.50 war die Evakuierung abgeschlossen. Der Zugverkehr in Bischofsheim und Rüsselheim wurde daraufhin eingestellt. Die beiden Gasleitungen in unmittelbarer Nähe des Fundorts hatten sicherheitshalber mit Stahlplatten abgedeckt werden müssen.
Nachdem morgens die Evakuierung abgeschlossen war, begann das Anfahren von vielen Tonnen Sand, um die Detonation abzumildern. Es lief alles nach Plan. Nachdem der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit zur kontrollierten Sprengung durchgeführt hatte, ist jetzt ein Krater zu sehen. Einsatzleiter Professor Dr. Wolfgang Schneider, Erster Beigeordneter der Gemeinde Bischofsheim, dankt für die gute Zusammenarbeit des Krisenstabs bestehend aus den örtlichen Feuerwehren, der Polizei, den Mitarbeitern des Kreis Groß-Gerau, der Stadt Rüsselsheim und der Gemeinde Bischofsheim. Sein Resümee: „Die Interkommunale Zusammenarbeit in der Mainspitze hat zum erfolgreichen Abschluss beigetragen.“ Bürgermeister Ingo Kalweit, der während des Einsatzes aus dem Urlaub zurückkehrte, lobte ebenfalls die gute Arbeit aller Beteiligten. Soziale Medien, Radio, Warnapps und Internetportale der beiden Kommunen und des Kreises hatten über die Lage informiert. Der Kreis hatte zudem sein Bürgertelefon geschaltet, um Anfragen aus der Bevölkerung zum Beispiel über Straßensperrungen zu beantworten.
Auch die Stadt Rüsselsheim am Main dankte allen Hilfskräften, die die Evakuierung unterstützt haben. Die Art der Bombe und der Zustand des Zünders haben die Evakuierung sehr kurzfristig notwendig gemacht. Bürgermeister Dennis Grieser sagte: „Sämtliche Hilfs- und Rettungsdienste, die Polizei, die Feuerwehren und Ordnungsämter von Bischofsheim und Rüsselsheim haben diese Herausforderung gemeistert. Sie haben dazu beigetragen, dass die Rüsselsheimer Bürgerinnen und Bürger, die keinen Aufenthaltsort hatten, die Betreuungsstelle an der Sophie-Opel-Schule erreicht haben und dort gut betreut warten konnten, bis sie wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren konnten. Unterstützt wurden sie dabei von Verwaltungsbeschäftigten. So war es gemeinsam möglich, auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Erfordernisse der Bürgerinnen und Bürger einzugehen“, lobte der Bürgermeister.
Auch für Getränke und Essen war in der Betreuungsstelle gesorgt. Den Bürgerinnen und Bürgern standen mehrere Klassenräume zur Verfügung. Kinder konnten Spiele und Malsachen nutzen. Zudem gab es Bewegungsangebote im Freien. Für bettlägerige Pflegebedürftige hatte das GPR kurzfristig eine Betreuung im Klinikum ermöglicht.
Stadtrat Nils Kraft richtete seinen Dank insbesondere an die Bischofsheimer und Rüsselsheimer Feuerwehren: „In Rüsselsheim danke ich allen hauptamtlichen Feuerwehrkräften und den ehrenamtlichen Feuerwehrkräften der Freiwilligen Feuerwehren Bauschheim und Rüsselsheim-Stadt, die im Einsatz waren. Mit ihrer Erfahrung und ihrem umfassenden Wissen haben sie wesentlich für einen reibungslosen Verlauf gesorgt und haben in Absprache mit der Bischofsheimer Einsatzplanung in Rüsselsheim die Fäden in der Hand gehalten.“
