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Catcalling ist kein Kompliment

Veranstaltungen zum Aktionstag gegen Belästigung in drei Kreiskommunen

KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau und die Arbeitsgemeinschaft „Catcalling“ laden zum 5. Aktionstag gegen Belästigung ein. An drei Standorten werden echte Erfahrungen von sexueller Belästigung von Bürgerinnen aus dem Kreis mit Kreide auf öffentlichen Plätzen sichtbar gemacht.

An den Aktionen beteiligen sich bei der vom Büro für Frauen und Chancengleichheit des Kreises Groß-Gerau initiierten Aktion auch die Beratungsstellen Wildwasser und pro familia, das Jobcenter des Kreises, die Schulsozialarbeit des Kreises, die Jugendförderung und das Frauenzentrum Rüsselsheim, die Frauenbeauftragten von Rüsselsheim, Mörfelden-Walldorf, Riedstadt, Groß-Gerau und Büttelborn.

 

Gemeinsame Ankreide-Aktionen im Landkreis Groß-Gerau

09.06. am Haupteingang des Landratsamts in Groß-Gerau von 11-13 Uhr

12.06. am Rathaus Mörfelden und Rathaus Walldorf um 11 Uhr

12.06. am Bahnhofsplatz Rüsselsheim von 11-12 Uhr

Alle Interessierten sind eingeladen, sich zu beteiligen und Statements gegen Belästigung und Gewalt oder eigene Erfahrungen anzukreiden.

Eigene Erfahrungen von sexueller Belästigung können auch zuvor anonym über den Vorfall-Melder gemeldet werden.

 

Zum Hintergrund des Aktionstags gegen Belästigung:

Pfeif- oder Kussgeräusche, aufdringliche Blicke, anzügliche Sprüche auf offener Straße oder übergriffige Nachrichten auf Social Media wie „Hey, geiler Arsch“ oder „Komm doch mal rüber, mit mir ist es nachts immer lustig“: Dies sind noch eher harmlose Beispiele für die recht niedliche Bezeichnung „Catcalling“. Der Begriff stammt aus der englischen Umgangssprache und bedeutet in etwa „Katzen-Rufen“. Es kann auch verstanden werden als das unerträgliche Geschrei paarungswilliger Kater. Darunter werden alle sexuell konnotierten Verhaltensweisen bzw. verschiedene Arten der sexuellen Belästigung ohne Körperkontakt zusammengefasst. Es sorgt dafür, dass besonders Frauen und Mädchen beginnen, Bereiche im öffentlichen Raum zu meiden und sich nicht mehr unbefangen in der Öffentlichkeit bewegen.

Als meist berührungslose, aber unzumutbar aufgedrängte Sexualität ist Catcalling derzeit noch kein eigener Straftatbestand bzw. keine Ordnungswidrigkeit.

Sexuelle Belästigung ist weder ein Einzelschicksal, noch etwas was nur in bestimmten Städten/Stadtteilen vorkommt. Jede*r kann betroffen sein und es kann überall geschehen.