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Frühe Hilfen im Kreis Groß-Gerau Banner

Zusammenarbeit wird gestärkt

Netzwerk Frühe Hilfen beim Fachtag im Landratsamt

KREIS GROSS-GERAU – Der erste gemeinsame Fachtag des Netzwerks Frühe Hilfen der Stadt Rüsselsheim am Main und des Kreises Groß-Gerau ist jetzt im Landratsamt veranstaltet worden. Fast 40 Vertreter*innen unter anderem aus Schwangerschaftsberatungsstellen, Frühförderstellen, Kitas, Trägern der Jugendhilfe, Gesundheitsfachkräfte, Mitarbeitende der Stadt Rüsselsheim am Main und der Kreisverwaltung nahmen an dem Fachtag teil.

Unter dem Motto „Gemeinsam stark in den Frühen Hilfen“ tauschten sich die Teilnehmenden zu vielfältigen Fragen in methodisch gestalteten Formaten aus. Eine zentrale Frage lautete: „Was wissen andere oft nicht über meine Arbeit?“ Die Ergebnisse zeigen, dass die Vielfalt der Angebote, Aufgaben und Zuständigkeiten der Institutionen häufig nicht ausreichend untereinander bekannt sind. Die tatsächliche Arbeit, die im Kreis Groß-Gerau mit Schwangeren und Familien mit Kleinkindern seit Jahren geleistet wird, geht weit über das hinaus, was von außen sichtbar ist.

Konsens entwickelten die Teilnehmer*innen vor allem darüber, dass persönliche Kontakte, Transparenz und gemeinsame Kenntnis über die Unterschiedlichkeit der Angebote die wichtigste Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit sind.

Als Herausforderungen wurden insbesondere strukturelle Rahmenbedingungen, bürokratische Hürden sowie eine unzureichende Transparenz benannt. Die intensiven Gespräche verdeutlichten zentrale Entwicklungsschwerpunkte für die Netzwerkarbeit: Transparenz schaffen – Vernetzung stärken – Zusammenarbeit erleichtern.

Darüber hinaus formulierten die Fachkräfte ein zentrales Anliegen an die politischen Entscheidungsträger*innen. Die vielfältigen präventiven Angebote der Frühen Hilfen für Schwangere, werdende Eltern sowie Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr bestehen im Kreis seit vielen Jahren und haben sich als wichtiger Bestandteil der Unterstützungsstruktur etabliert. Gleichzeitig stehen sie – trotz Bevölkerungswachstum, steigender Bedarfe und teilweise langer Wartelisten – immer wieder auf dem Prüfstand und halten mit der steigenden Nachfrage bislang nicht Schritt.

Um Familien auch künftig verlässlich und wirksam unterstützen zu können und einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung hilfebedürftiger Familien sicherzustellen, braucht es eine verlässliche, bedarfsgerechte und dynamisch fortgeschriebene Finanzierung der Frühen Hilfen. Sie ist die Voraussetzung dafür, den wachsenden und zunehmend komplexen Herausforderungen von Familien ebenso gerecht zu werden wie den gestiegenen fachlichen Anforderungen an Mitarbeitende.

Die Fachkräfte des Netzwerks Frühe Hilfen möchten die Vielfalt und Komplexität ihrer Arbeit stärker sichtbar machen. Ziel ist zu verdeutlichen, dass ein frühzeitiger Kontakt von Familien mit Unterstützungsbedarf zum Netzwerk wesentlich dazu beiträgt, deren Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu stärken. Gleichzeitig lassen sich dadurch kostenintensive Folgemaßnahmen langfristig vermeiden.

Wer mehr über die Arbeit des Netzwerks Frühe Hilfen erfahren möchte, kann sich an die beiden Koordinierungsstellen im Kreis Groß-Gerau wenden:

fruehe.hilfen@ruesselsheim.de (Frau Zalán-Wollrab und Frau Grenzebach) sowie fh-erziehungsberatung@kreisgg.de (Frau Kandler und Frau Kröcker).