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Was ist Rechtspopulismus? Darauf findet die Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Foyer des Kreishauses Antworten. Landrat Thomas Will hatte die Ausstellung, die noch bis zum 26. Juni 2026 zu sehen ist, vor wenigen Tagen eröffnet. Bild: Kreisverwaltung 

Mit Engagement und Empathie

Ausstellung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ im Kreishaus

KREIS GROSS-GERAU – Bis zum 26. Juni 2026 ist die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ noch im Landratsamt Groß-Gerau zu sehen. Etwa 30 Personen aus Politik und Zivilgesellschaft waren am 1. Juni zur Eröffnung ins Foyer des Kreishauses gekommen. Dazu eingeladen hatte die Kreisjugendförderung/das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau.

Landrat Thomas Will wies in seiner Ansprache darauf hin, dass aktuell nur rund zwölf Prozent der Menschen in einer Demokratie leben. Er betonte, dass Rechtsextreme Demokratie, Freiheit und Menschenwürde angreifen. Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse fortwährend neu gelernt und erarbeitet werden, so der Landrat. Dazu leiste die Ausstellung einen wichtigen Beitrag: Sie soll demokratische Haltungen stärken und Mut machen, dafür auch einzustehen.

Im Anschluss hielt der Sozialwissenschaftler Manuel Glittenberg von der Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik einen Vortrag zum Thema „Was tun! Demokratie- und Menschenrechtsbildung über und gegen Rechtsextremismus heute“. Der Referent machte deutlich, dass die Universalität der Menschenrechte und die Demokratie unweigerlich zusammengehören. Die Grundlage dafür biete Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Hier wird staatliches Handeln gebunden.

Eine ständige Aufmerksamkeit auf die Einhaltung der Menschenrechte und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sei daher notwendig, so Glittenberg. Ein Beispiel für eine Strategie von Rechtsextremen sei das Argument der Meinungsfreiheit, auf das sich diese oft beziehen, um den Grundsatz der gleichen Würde aller Menschen infrage zu stellen. Dabei seien Menschenrechte unteilbar. Als Schutz des Werts jeder*jedes Einzelnen gebe es ein Diskriminierungsverbot. Meinungsfreiheit gebe es, aber nicht zu jedem Preis. Während des interaktiven Vortrags konnten sich die Gäste mit ihrem eigenen Demokratieverständnis auseinandersetzen. „Wir müssen auch aus dem Herzen sprechen,“ war Glittenberg dabei wichtig. Besonders Teilhabe und Partizipation sind für viele der Schlüssel der Demokratie. Abschließend wurde die Perspektive von Betroffenen in den Vordergrund gestellt mit einem Appell für mehr Empathie, insbesondere für mehr Empfänglichkeit für das Leid anderer. Denn das stärke eine demokratische Gemeinschaft.

Die Wanderausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung beleuchtet anhand von Stelen, einem Medientisch und interaktiven Elementen den Wert unserer demokratisch verfassten Gesellschaft und warnt vor den Gefahren des Rechtsextremismus. Sie lädt besonders junge Menschen dazu ein, sich mit gesellschaftlichen Kernfragen auseinanderzusetzen und selbst aktiv für demokratischen Werte einzutreten.

Die Kreisjugendförderung/das Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau bietet ein vielfältiges Rahmenprogramm zur Ausstellung an, indem sie u.a. für ca. 190 Schüler*innen begleitete Ausstellungsbesuche anbietet.

Die Ausstellung ist noch bis zum 26. Juni 2026 im Landratsamt Groß-Gerau zu sehen. Weitere Informationen gibt es beim Jugendbildungswerk des Kreises Groß-Gerau, Catharina Hangen (jbw@kreisgg.de oder 06152 989-84322) und unter diesem Link.