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Landrat: Zu oft Grenzüberschreitungen
KREIS GROSS-GERAU – Die Kommunen im Kreis Groß-Gerau wie im restlichen Deutschland leiden unter einer strukturellen finanziellen Unterversorgung. Um die Pflichtaufgaben erfüllen zu können, werden daher allerorten Kreis- und Schulumlagen, Gebühren und Steuern erhöht. Am Ende kommen diese Finanznöte schmerzhaft bei den Bürgerinnen und Bürgern an, die mehr für die Infrastruktur in ihren Städten und Gemeinden bezahlen müssen. Die Reaktionen darauf sind vielfältig: Petitionen, Aktionstage (wie jüngst „Kommunen am Limit“), Proteste und natürlich in der heutigen Internet-Welt lautstarke Kritik auf Social Media: bis hin zu ungerechten, unsachlichen Beschimpfungen der – oft genug nur vermeintlich – Verantwortlichen aus der Verwaltung.
„Wenn z.B. im Zusammenhang mit der dortigen Grundsteuererhöhung Riedstadts Bürgermeister Marcus Kretschmann auf Facebook als ,Quetschmann‘ dargestellt wird, der die Bürgerinnen und Bürger ausnimmt, ist eine Grenze überschritten“, sagt Landrat Thomas Will und ergänzt: „Es gibt mittlerweile sehr viele ausfällige und abfällige Kommentare zu Internetbeiträgen, die sich gegen Bürgermeister und Bürgermeisterinnen richten. Das werde ich nach der Sommerpause auch in der nächsten Bürgermeisterdienstversammlung thematisieren.“ Gegen die Polarisierung in den Sozialen Medien und gegen unsachliche Tiraden möchte er ein Signal setzen und verstärkt auf die Grenzen hinweisen.
„Wenn wiederholt unwidersprochen der Umgangston überrauh wird, wenn Kritik nur noch persönlich ist, dann färbt das negativ ab auf unseren demokratischen Zusammenhalt und ist Wasser auf die Mühlen der antidemokratischen Kräfte“, so der Landrat. An der Lösung von Problemen müsse gemeinsam und konstruktiv gearbeitet werden – und auf respektvolle Art und Weise, appelliert Thomas Will an die Menschen, entsprechend auch zu kommunizieren.