
Landrat Thomas Will sprach beim kreisweiten Vernetzungstreffen für Demokratie und Menschenrechte. Foto: Kreisverwaltung
Für Demokratie und Menschenrechte
KREIS GROSS-GERAU – Das kreisweite Vernetzungstreffen für Demokratie und Menschenrechte – gegen Rechtsextremismus und Rassismus fand vergangene Woche im Groß-Gerauer Landratsamt statt. Das jährliche Treffen öffnet Netzwerkpartner*innen aus Bündnissen, Initiativen, Vereinen, Verbänden und anderen gesellschaftlichen Organisationen einen Raum für Kontaktpflege und Austausch.
Die verwaltungsinterne Fachgruppe des Kreises begleitet jährlich dieses Vernetzungstreffen für Demokratie und Menschenrechte. Zudem vernetzt sie sich regelmäßig, um Fachexpertise zu bündeln, gesellschaftliche Situationen zu bewerten und zu analysieren, um daraus Impulse und Anregungen für das Netzwerk, für Kooperationspartner*innen und Entscheidungsträger*innen abzuleiten.
Landrat Thomas Will eröffnete das Treffen am 17. Juni. Während er das Engagement der zivilgesellschaftlichen Organisationen als unverzichtbare Ressource unserer demokratischen Gesellschaft hervorhob, betonte er auch, dass die Vernetzung für Demokratie und Menschenrechte eine Kraftquelle sein kann und Vertrauen in die Zukunft gibt.
Nilüfer Aldmeri von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus und Rassismus des Kreises, die das kreisweite Netzwerk koordiniert und zum Treffen eingeladen hatte, führte thematisch in den Abend ein. Anschließend wurde in zwei Räumen über die Zukunft der Vernetzung sowie über Handlungsmöglichkeiten reflektiert, die zur Stärkung der Demokratie und Menschenrechte in unserer Gesellschaft von Nöten sind. „Das Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Rassismus mit seinen kreisweiten und regionalen Partner*innen ist ein starkes Netzwerk, das mit Zuversicht in die Zukunft schauen kann. Wir haben wertvolle Ressourcen und werden unsere Kräfte bündeln und einsetzen, um für Demokratie und Menschenrechte für Alle zu streiten und diese zu verteidigen“, sagte Nilüfer Aldmeri.
Während auf der einen Seite Klarheit darüber entstanden ist, wieviel Kraft und Engagement im Netzwerk bereits vorhanden ist, können noch weitere Ressourcen und Unterstützer*innen gut gebraucht werden. Auch darum, sie zu gewinnen, wird es in den kommenden Jahren gehen.
Das Treffen im Landratsamt wurde begleitet und Co-moderiert von Christa Kaletsch, Manuel Glittenberg und Stefan Rech vom Projekt „Zusammenleben neu gestalten“ des Beratungsnetzwerks Hessen, welches beim DeGeDe e.V. verortet ist.
Landrat Thomas Will erinnerte in seiner Rede noch an die Aktionswochen gegen Antimuslimischen Rassismus vom 17. Juni bis 1. Juli 2026. Die Aktionswochen finden rund um den 1. Juli statt, den Tag, an dem Marwa El-Sherbini aus antimuslimischen Motiven vor dem Landgericht Dresden ermordet wurde. Erinnert wurde an alle Opfer, die aus antimuslimischen Motiven ermordet wurden, von Hanau bis nach Brisbane, und genauso an Opfer von Antisemitismus und all jener, die aus menschenverachtenden Motiven heraus angefeindet und ermordet wurden und werden. „Wir stellen uns entschieden gegen ein Konkurrieren unter sogenannten Opfergruppen. Solidarität gilt für alle Menschen, die von Menschenfeindlichkeit betroffen sind“, sagte Nilüfer Aldmeri.
Das Netzwerk:
Beim Netzwerktreffen vertreten waren neben Mitgliedern der verwaltungsinternen Fachgruppe gegen Rassismus und Diskriminierung des Kreises GG (s. unten) noch folgende Vertreter*innen aus (zivil-)gesellschaftlichen Organisationen: Aktionsbündnis gegen Rechtsextremismus der Stadt Groß-Gerau, DEXT-Fachstellen von Kreis GG und Stadt Rüsselsheim, Polizeipräsidiums Südhessen, Stadt Raunheim, Gemeinde Nauheim, Staatliches Schulamt für den Landkreis GG und MTK, Omas gegen Rechts Groß-Gerau, Initiative Miteinander in der Mainspitze, Islamisches Wohlfahrtsverband An Nusrat e.V., WIR Vielfaltszentrum des Kreises GG, Regionalstelle Süd des Beratungsnetzwerks Hessen, Indischer Verein Groß-Gerau, Verein ohne Grenzen Büttelborn, VHS Rüsselsheim, Evangelisches Dekanat GG/Rüsselsheim
Zur verwaltungsinternen Fachgruppe gegen Rassismus und Diskriminierung gehören: Büro für Integration, Büro für Frauen und Chancengleichheit, Erziehungsberatungsstelle, Interne Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte, Inklusion und Teilhabe (Sozialplanung), Kreisjugendförderung und Jugendbildungswerk, Kreisvolkshochschule Groß-Gerau, Kultur, Sport und Ehrenamt sowie Schulsozialarbeit.