Zeichen für eine friedlichere Welt
KREIS GROSS-GERAU – Seit heute, 8. Juli, weht vor dem Landratsamt wieder die Flagge des weltweiten Bündnisses der Mayors for Peace. Mehr als 500 Städte und Kreise in Deutschland zeigen mit der Aktion in diesem Jahr ihre Solidarität mit der Ukraine und setzen sich für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen ein. Auch Thomas Will, Landrat des Kreises Groß-Gerau, hisste die Flagge, um ein Zeichen zu setzen.
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar dieses Jahres ist die europäische Sicherheitsordnung zerstört worden. Die nuklearen Drohgebärden Russlands sind ein Tabubruch. Die atomare Bedrohung ist so präsent wie lange nicht mehr. Vor diesem Hintergrund fand in Wien vom 21. bis 23. Juni die erste Vertragsstaatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags statt. Der Vertrag war am 22. Januar 2021 in Kraft getreten. Deutschland hat an der UNO-Konferenz als
Beobachter teilgenommen. Die Mayors for Peace waren mit zahlreichen Delegierten ebenfalls vertreten. Hibakusha – Überlebende der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – berichteten über die beispiellose humanitäre Katastrophe, die der Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen verursachte.
„Atomwaffen haben das Potenzial, alles Leben auf diesem Planeten zu vernichten. Mehr als 12.700 Atomwaffen bedrohen die Menschheit. Ihr Einsatz würde eine humanitäre Katastrophe bedeuten und alles menschliche Leben auslöschen. Ein neues nukleares Wettrüsten darf es nicht geben! Wir brauchen dringend neue Impulse für die nukleare Abrüstung - gerade jetzt, trotz und wegen des Kriegs Russlands gegen die Ukraine. Mit dem Hissen der Flagge zeigt der Kreis Groß-Gerau erneut auch seine Solidarität mit der Ukraine“, betont Landrat Will.
Die Mayors for Peace setzen sich für den Beitritt weiterer Staaten zum Atomwaffenverbotsvertrag ein, denn er „ist der Weg zu Global Zero – einer Welt ohne Atomwaffen“, heißt es in einer Stellungnahme der Organisation.
Am Flaggentag erinnern die Mayors for Peace an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996. Der Gerichtshof stellte fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem stellte der Gerichtshof fest, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“
