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„Spirale von Hass überwinden“

Landrat bei Feierstunde zur Enthüllung des Mahnmals des Bundes der Vertriebenen

KREIS GROSS-GERAU – Rund 75 Jahre nach der Ankunft der ersten Heimatvertriebenen im Kreis Groß-Gerau am Bahnhof Dornberg erinnert ein Mahnmal vor dem Schloss Dornberg an dieses Kapitel der Geschichte. Im Rahmen einer Feierstunde hat Landrat Thomas Will zusammen mit Helmut Brandl und Hans-Josef Becker (Kreisverband Groß-Gerau des Bundes der Vertriebenen, BdV) sowie Dr. Christean Wagner, dem Vorsitzenden der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen das Mahnmal am Samstag feierlich enthüllt.

Die von dem Künstler Gerhard Habermann (Stockstadt) gestaltete Arbeit zeigt eine Spirale mit der Aufschrift „Menschlichkeit überwindet die Spirale von Hass und Gewalt“ – auf dem Mahnmal sind Menschen zu sehen, die sich an den Händen halten. Bei einer BdV-Veranstaltung 2016 zum 70. Jahrestag der Erstankunft der Vertriebenen im Kreis Groß-Gerau war die Idee für ein solches Denkmal entstanden.

Landrat Will dankte Becker und Brandl, die sich für die Realisierung eines zentralen Mahnmals im Kreis als „Zeichen gegen das Vergessen“ in den vergangenen Jahren so couragiert und hartnäckig eingesetzt hatten. Die Aufschrift auf dem Mahnmal sei aktueller denn je, sagte Will. Deutschland habe zurzeit wieder ein massives Problem mit Hass und Gewalt. Dagegen gelte es Zeichen zu setzen. 

Schloss Dornberg sei für diese Metallskulptur der richtige Ort. Hier habe Wilhelm Heim, seines Zeichens erster Landrat des Kreises Groß-Gerau, seinen Amtssitz gehabt; hier sei viele Jahre die Jugendpflege zuhause gewesen. Aber auch als Notquartier für Übersiedler sei das Schloss genutzt worden – und seit 2006 als Sitz der Kreisvolkshochschule. Gerade die KVHS sei mit ihren vielen Angeboten auch in der Politischen Bildung eine feste Größe in Sachen Integration, so der Landrat.

Grußworte sprachen bei der Feierstunde der Bundestagsabgeordnete und frühere Groß-Gerauer Bürgermeister Stefan Sauer und Altbürgermeister Helmut Kinkel. Die Festrede hielt der frühere Hessische Justizminister Dr. Wagner. Auf der am Mahnmal angebrachten Tafel wird aus der Charta der Heimatvertriebenen zitiert. Da heißt es: „Wir rufen Völker und Menschen auf, die guten Willens sind, Hand anzulegen ans Werk, damit aus Schuld, Unglück, Leid, Armut und Elend für uns alle der Weg in eine bessere Zukunft gefunden wird.“

Mahnmal Foto

Bildtext: Zeichen gegen das Vergessen: Ein Mahnmal des Kreisverbands des Bundes der Vertriebenen (BdV) für mehr Menschlichkeit wurde nun vor dem Hauptgebäude der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau enthüllt. Das Bild zeigt (von links): Hans-Josef Becker (BdV), Landrat Thomas Will, Dr. Christean Wagner (Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen) und Helmut Brandl (BdV). Bild: Kreisverwaltung