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Showtime auf großer Festivalbühne

Kreis zieht Bilanz: „Volk im Schloss“ begeistert mit wildem Musik-Mix

KREIS GROSS-GERAU – Rock und Mit-mach-Pop-Punk, Spielepark und Schminken für die Kids, Indie-Pop aus Norwegen und Theater für das reifere Publikum und bei herrlichem Sommerwetter Spaß für alle: Das Festival „Volk im Schloss“, organisiert vom Kreiskulturbüro, hat vom 22. bis 24. August 2025 mit einem wilden Musik-Mix viel Volk ins Schloss Dornberg nach Groß-Gerau gelockt. Nach einer Zwangspause aufgrund leerer Kassen und strenger Auflagen feierte „Volk im Schloss“ ein fulminantes Comeback. „Wir sind wieder da“, lautete das begeisterte Fazit von Landrat Thomas Will und Kulturbüro-Leiter Jochen Melchior.

In der Tat herrschte an allen drei Tagen eine prächtige Stimmung auf dem Festivalgelände an historischer Stätte: Schloss Dornberg, 1236 erstmals urkundlich erwähnt, gilt unter anderem als Geburtsstätte des Kreises Groß-Gerau. Ab 1825 war hier der erste Amtssitz des damaligen Landratsbezirks untergebracht.  Der heutige Sitz der Kreisvolkshochschule ist seit 2012 Austragungsort des Festivals. Melchior hatte es mit dem Leiter der BüchnerBühne, Christian Suhr, seinerzeit ins Leben gerufen. Das Motto seither: Kultur für alle, und das kostenfrei für die Gäste. Mit rund 7.500 Menschen waren die drei Festivaltage diesmal bestens besucht. 80 Helferinnen und Helfer hatten für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.

 

„Da war wirklich für alle etwas dabei“, bilanzierte Melchior, „tolle Biergartenatmosphäre inklusive“. Hochseilartistik, Straßentheater und gewagte Akrobatik mit den „Artistokraten“, hochkarätiges Theater „Babylon bei Nacht“, Swing der 1920er Jahre von den „Rubinettes“ zum Bieranstich, Folk und Punk der britischen Band „Skinny Lister“, mitreißender Rock des norwegischen Quintetts „Kakkmaddafakka“,  Rock der Nachwuchsband „De Break“, die Seeed-Tribute-Band „Music Monks“, die Groß-Gerauer Band „Mission Possible“, „Doctor Krapula aus Kolumbien, Kabarett-Konferenz und, nicht zuletzt, der Mannheimer Musiker Gringo Mayer, der das Publikum begeisterte und am Samstagabend die große Festivalbühne rockte. Charmant und gewohnt launig hatte Christian Döring aus Worfelden an allen Tagen moderiert.

Wieder dabei war die Gustavsburgerin Rita Wiebe, die an Samstag und Sonntag aus Luftballons fantastische Figuren modellierte. Außerdem bot der Verein „Nestflüchter“ Kinderschminken an und „Auszeit e. V.“ betreute tolle Spiele für Kids. Die Graffiti-Künstler ALIENGRAFF, SMOK und CAZO YOURS zeigten ihr Können live. Für Speis und Trank war an allen Tagen bestens gesorgt, entspannte Partystimmung also und Kultur pur: Auch die Verleihung des Kulturförderpreises an das Jugendblasorchester Büttelborn fand diesmal passenderweise ebenfalls im Rahmen von „Volk im Schloss“ statt. 

Künstlerisch wurde viel geboten. Alles spielte sich diesmal unter freiem Himmel ab, ein Zelt im Innenhof wie in den vergangenen Jahren wurde nicht wieder aufgestellt. „Volk im Schloss ist ein Open-Air-Festival“, so Melchior. „Dass wir ein solches Kulturprogramm bei freiem Eintritt genießen können, ist nicht selbstverständlich“, hatte Landrat Will beim Bieranstich am Freitag betont. „Wir hatten zwei Jahre lang Riesenprobleme, weil wir die Grundfinanzierung nicht sicherstellen konnten, das können wir jetzt wieder“, sagte er. Auch für Groß-Geraus Bürgermeister Jörg Rüddenklau, Mitveranstalter, ist „Volk im Schloss“ ein „wunderbares Festival in einer wunderbaren Umgebung“.

Kreis, Kultursommer Südhessen und viele Sponsoren, darunter erstmals auch die Flughafenstiftung, Lotto Hessen sowie Edeka Boßler stellten die Finanzierung sicher. Melchior hat noch eine andere Rechnung aufgemacht: „Das Festival kostet jeden Einwohner im Kreis ungefähr 18 Cent.“ Der Kulturbüro-Leiter hat derweil bereits das kommende Jahr im Blick. „Die Verhandlungen mit den Künstler-Agenturen haben begonnen“, sagte er lachend. Der Termin für 2026 steht: Musikfans sollten sich den 21. bis 23. August 2026 schon mal freihalten.

Kakkmaddadfakka Foto

Tolle Stimmung, tolles Programm: „Volk im Schloss“ hat in diesem Jahr wieder die Menschen begeistert. Das norwegische Quintett „Kakkmaddafakka“ rockte am Samstag die große Bühne. Eindrücke vom Festival sind auf einem Film zu sehen, der auf der YouTube-Seite des Kreises zu finden ist. Bild: Frank Meißner