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Gedenken an Wilhelm Hammann

Kranzniederlegung anlässlich des 125. Geburtstags

KREIS GROSS-GERAU – Zur Erinnerung an Wilhelm Hammann (1897-1955), den ersten Landrat des Kreises Groß-Gerau nach dem Zweiten Weltkrieg, wird anlässlich seines 125. Geburtstags ein Kranz auf seinem Grab niedergelegt. Die Veranstaltung auf dem Groß-Gerauer Friedhof in der Klein-Gerauer Straße – zu der Landrat Thomas Will mit einlädt – beginnt am Freitag, 25. Februar, um 16.30 Uhr. Damit wird eines Menschen gedacht, der in der grausamen Zeit des Nationalsozialismus hervorstach durch seine menschenfreundliche Haltung und Taten: Wilhelm Hammann, der am 25. Februar 1897 in Biebesheim am Rhein geboren wurde. 

Landrat Thomas Will dankt den Organisatorinnen und Organisatoren der Gedenkveranstaltung, dass sie die Initiative ergriffen haben, die Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Mann aus dem Kreis Groß-Gerau wachzuhalten. Im Konzentrationslager Buchenwald, wo Wilhelm Hammann selbst von 1938 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs überlebte, rettete er gut 150 jüdische Kinder und Jugendliche kurz vor Kriegsende vor der Deportation in den Tod. Dafür wurde er postum im Jahr 1984 mit dem israelischen Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
Der Kreis Groß-Gerau wird in Kürze mit einer Gedenktafel ebenfalls an die guten Taten Hammanns erinnern. Dieses Schild soll nach Fertigstellung am Grab in Groß-Gerau angebracht werden. 

Der Lehrer Wilhelm Hammann war ein Mann aus dem Volk. Er stammte aus einer Eisenbahnerfamilie, hatte acht Geschwister. Und er machte seinen Weg - über Volksschule, Realschule und Lehrerseminar. Er lehnte die zu seiner Zeit noch übliche Prügelstrafe ab, sprach Missstände im Schulwesen an und hatte ein herzliches Verhältnis zu seinen Schülerinnen und Schülern, wie Bernd Heyl in einem Aufsatz über Hammann schon vor rund 25 Jahren darlegte. 

Diese vorbildliche menschenfreundliche Einstellung setzte sich auch unter den widrigsten Umständen fort. Wilhelm Hammann engagierte sich im kommunistischen Widerstand, wurde dafür misshandelt und mehrfach verhaftet. Im KZ Buchenwald gehörte er dem Lagerwiderstand an. Als Blockältester in der illegalen internen Lagerorganisation sorgte er dafür, dass in der Schreibstube Papiere entsprechend ausgestellt wurden: Statt „Jude“ wurde „Ungar“ neben den Namen der neu ankommenden jüdischen Kinder notiert. 

Mut und Beherztheit, Standhaftigkeit und Eintreten für seine Überzeugung: All dies ist es, warum Wilhelm Hammann auch heute noch eine Vorbildfunktion hat. Der Kreis Groß-Gerau unterstützt all jene, die die Erinnerung an diesen besonderen Sohn des Kreises wachhalten.

Wilhelm Hammann Grab Foto

Das Grab Wilhelm Hammanns in Groß-Gerau. Foto: Kreisverwaltung