
Landrat Thomas Will im Austausch mit den regionalen Partnern bei der Südhessenrunde auf der Expo Real in München. Von links: Moderator Daniel Pfeffer, Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH, Hanno Benz, Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Lutz Köhler, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Thomas Will und Prof. Dr. Michèle Knodt. Foto: Kreisverwaltung Groß-Gerau
Wie zukunftsfähig ist die Region?
KREIS GROSS-GERAU – Begleitet von der Wirtschaftsförderung des Kreises hat Landrat Thomas Will auch in diesem Jahr die Expo Real in München besucht. Als Teil der Metropolregion FrankfurtRheinMain und Standpartner der Wissenschaftsstadt Darmstadt präsentierte sich der Kreis Groß-Gerau auf Europas größter Fachmesse für Immobilien und Investitionen als attraktiver Wirtschaftsstandort. Mit rund 1700 Ausstellern und mehr als 42000 erwarteten Fachbesucher*innen bot die Messe zugleich zahlreiche Gelegenheiten für Gespräche mit Unternehmen und Investoren sowie für den Austausch mit regionalen Partnern.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Messetages war die traditionelle Südhessenrunde in der Metropolarena FrankfurtRheinMain. Unter dem Titel „Aus der Forschung in die Region: Digitale Resilienz für Südhessen“ diskutierte Landrat Thomas Will gemeinsam mit Vertreter*innen aus Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg darüber, wie die Region ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber digitalen Störungen und Krisen weiter stärken kann. Einen wissenschaftlichen Impuls gab Prof. Dr. Michèle Knodt von der Technischen Universität Darmstadt.
Der Landrat machte deutlich, dass digitale Resilienz weit über klassische IT-Sicherheit hinausgeht. Entscheidend sei, digitale Strukturen so aufzustellen, dass zentrale Aufgaben auch in Krisensituationen zuverlässig weitergeführt beziehungsweise schnell wiederhergestellt werden können. Für den Kreis Groß-Gerau als stark vernetzten Wirtschaftsstandort mit bedeutenden Verkehrswegen, Industrieunternehmen und kritischen Infrastrukturen sei dies von besonderer Bedeutung.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die regionale Zusammenarbeit. Im Rettungsdienst und Katastrophenschutz bestehen bereits enge Kooperationen mit den Nachbarkreisen. So können Leitstellen bei Bedarf auf Einsatzfahrzeuge aus angrenzenden Kreisen zurückgreifen. Auch Einsatzkonzepte werden ausgetauscht und Spezialtechnik gemeinsam genutzt – beispielsweise Großlüfter des Landkreises Darmstadt-Dieburg oder Löschroboter des Kreises Groß-Gerau. Auch die zunehmende digitale Vernetzung und telemedizinische Lösungen im Rettungsdienst bieten Potenzial, die Versorgung über Verwaltungsgrenzen hinweg weiter zu verbessern.
„Nicht jeder muss alles selbst vorhalten. Entscheidend ist, dass wir als Region gemeinsam schnell und verlässlich handlungsfähig bleiben“, betonte Thomas Will.
Zum Abschluss richtete die Runde den Blick in die Zukunft. Gerade für eine industriell geprägte Region wie Südhessen stellen Digitalisierung, Dekarbonisierung und wirtschaftlicher Strukturwandel große Herausforderungen dar. Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Weiterbildung und digitale Kompetenzen seien daher entscheidend, um den Wirtschaftsstandort langfristig stark und zukunftsfähig aufzustellen. Dass der Kreis Groß-Gerau im Bildungsbereich bereits gut aufgestellt ist, zeigt auch der diesjährige Erfolg der Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf, die mit dem Deutschen Schulpreis als beste Schule Deutschlands ausgezeichnet wurde.
„Resilienz bedeutet auch, heute in die Zukunft zu investieren. Unser Ziel muss es sein, auch in zehn Jahren eine wirtschaftlich starke, innovative und handlungsfähige Region zu sein“, so der Landrat. Mit zahlreichen Gesprächen, neuen Kontakten und dem gemeinsamen Austausch innerhalb der Südhessenrunde ging für den Kreis Groß-Gerau ein intensiver Messetag auf der Expo Real zu Ende.