
WABe legt Jahresberichte vor
KREIS GROSS-GERAU – Die Wohnungsanpassungsberatung (WABe) des Kreises Groß-Gerau hat den Jahresbericht für die Jahre 2024 und 2025 vorgelegt. Die Nachfrage nach Beratungen ist demnach erneut gestiegen: 2024 gab es 84 Beratungen und im Jahr 2025 waren es 74.
Die WABe unterstützt Bürger*innen mit Wohnsitz im Kreis dabei, möglichst lange in den eigenen vier Wänden und in vertrauter Nachbarschaft zu leben – auch bei Pflegebedürftigkeit oder Behinderung. Die Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur Gerti Zorn berät dabei firmenneutral. Das Angebot umfasst eine kostenlose Erstberatung, die auch in der Wohnung stattfinden kann. Ziel ist es, eine bedarfsgerechte Anpassung und Umgestaltung der Wohnung zu unterstützen und über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren, so dass die Pflege im Zuhause erleichtert wird.
2025 wurden erstmals Pflegegrad und Grad der Behinderung der Ratsuchenden systematisch erfasst. Rund 80 Prozent der beratenen Personen verfügen über einen Pflegegrad, davon fast 70 Prozent Pflegegrad 2 oder höher. Bei elf Prozent der Beratenen lag ein Grad der Behinderung vor. Die Daten deuten auf einen hohen Unterstützungsbedarf bei der konkreten, baulich-räumlichen Umsetzung der häuslichen Pflege hin – unabhängig davon, ob die Beratung vor Ort oder telefonisch erfolgt. Die meisten Anfragen entstehen aus einem konkreten Pflege-Anlass und weniger als präventive Beratung für ein altersgerechtes Wohnen.
Themenschwerpunkte der Beratungen bilden baulich-technische Maßnahmen sowie Fragen der Förderung und Finanzierung. Beide Bereiche machten im Jahr 2024 jeweils 37 Prozent der Beratungen aus und erreichten damit den höchsten Wert der vergangenen Jahre. 2025 waren diese beiden Themen zu je 29 Prozent Inhalt der Beratungen.
2025 kam als neues Thema das „Ambient Assisted Living“ (AAL/Technik) hinzu. Hierunter fallen technologische Hilfen, die die eigenständige Lebensführung in der Wohnung unterstützen, zum Beispiel ein Herdwächter oder Bewegungs- und Sturzmelder. Die WABe verfügt über einen Technikkoffer, der es erlaubt, die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten direkt auszuprobieren. In zehn Prozent der Beratungen wurde zu AAL beraten.
Die große Mehrheit der Ratsuchenden waren Eigentümer*innen (2024 und 2025 je 89 Prozent). Mieter*innen machten demzufolge lediglich knapp elf Prozent der Beratungsfälle aus. Der Grund dürfte daran liegen, dass Eigentümerinnen und Eigentümer in eigener Verantwortlichkeit Umbaumaßnahmen veranlassen. Das Gros der Anfragenden lebt in Zwei-Personen-Haushalten (2024: 69% / 2025: 68%). Ein-Personen-Haushalte nahmen zwar leicht zu, blieben mit einem Viertel der Beratungen jedoch weiterhin unterrepräsentiert. Die Haushalteverteilung verdeutlicht die wichtige Rolle, die das Beratungsangebot gerade für die Angehörigenpflege einnimmt.
Kontakt und Terminvereinbarung: wabe@kreisgg.de oder 0162 1033430.