
Zu schade zum Wegwerfen
KREIS GROSS-GERAU – Was wäre, wenn weniger Dinge im Müll landen müssten? Wenn aus vermeintlichem Abfall wieder etwas Neues entsteht, Lebensmittel statt in der Tonne auf dem Teller landen und selbst ungewöhnliche Materialien noch einen Nutzen bekommen?
Genau darum geht es bei „Zero Waste zum Anfassen – Ausstellung & Best Practice“ am Montag, 14. September 2026 von 17:30 bis 20 Uhr in der Cafeteria von Schloss Dornberg, Hauptstraße 1, in Groß-Gerau. Die kostenlose Veranstaltung ist Teil der Klimawoche des Kreises Groß-Gerau und wird gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau organisiert.
An diesem Abend wird Zero Waste ganz praktisch: Die Initiative ZERO Rüsselsheim zeigt, welche Ideen zur Müllvermeidung, zum Upcycling und für geschlossene Kreisläufe bereits funktionieren. Dabei geht es auch um überraschende Fragen: Wie kann Stadtgrün zum Klimaschutz beitragen? Was kann Schafwolle für Böden leisten? Und welche zivilgesellschaftlichen Ideen gibt es bereits vor Ort, die Unterstützung verdienen?
Auch Essen für Alle (EfA) macht deutlich, dass Lebensmittel viel zu wertvoll für die Tonne sind. Der gemeinnützige Verein rettet, verteilt und verwertet Lebensmittel und informiert darüber, was täglich an genießbaren Lebensmitteln weggeworfen wird. Ein mitgebrachter Obstkorb zeigt dabei ganz anschaulich: Gerettete Lebensmittel sind häufig völlig einwandfrei – und viel zu schade zum Wegwerfen.
Begleitet wird der Abend von der Ausstellung „Müll und Plastik“ des Deutschen Hausfrauenbundes. Sie zeigt die Folgen unseres hohen Ressourcen- und Plastikverbrauchs und macht sichtbar, warum Abfallvermeidung eine zentrale Rolle für Umwelt- und Klimaschutz spielt.
„Zero Waste heißt nicht, dass von heute auf morgen überhaupt kein Müll mehr entstehen darf. Es geht darum, genauer hinzuschauen: Was brauchen wir wirklich? Was können wir länger nutzen, reparieren, weitergeben oder anders verwenden?“, sagt Adil Oyan, Erster Kreisbeigeordneter und Schirmherr der Klimawoche.
Die Veranstaltung soll vor allem eines: Lust aufs Ausprobieren machen. Statt mit erhobenem Zeigefinger geht es um konkrete Beispiele, gute Ideen und den Austausch darüber, was im Alltag, in Kommunen und in der Gesellschaft bereits möglich ist. Initiativen und Interessierte sind eingeladen, ihr Engagement vorzustellen oder im Austausch mit anderen zu sein.
Die Klimawoche des Kreises Groß-Gerau widmet sich vom 12. bis 23. September 2026 schwerpunktmäßig der Abfallvermeidung. Unter dem Motto „Wenig bringt viel, wenn alle mitmachen“ stehen weitere Veranstaltungen, unter anderem Clean-up-Aktionen, auf dem Programm.
Ansprechpartner für die Veranstaltung ist das Team des Fachbereichs Gesellschaft an der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau, erreichbar unter gesellschaft@kvhsgg.de. Eine Anmeldung ist erwünscht und kann über die Kreisvolkshochschule Groß-Gerau über www.kvhsgg.de oder telefonisch unter 06152 1870-0 vorgenommen werden. Die Veranstaltung ist unter der Kursnummer 62GG10480 geführt.