
Zu Gast bei Cansativa in Mörfelden-Walldorf: Von links Anna Fröhlich (Wirtschaftsförderung Kreis Groß-Gerau), Hans-Peter Imhof (Wirtschaftsförderung Kreis Groß-Gerau), Marcus von Landenberg (Wirtschaftsförderung Mörfelden-Walldorf), Benedikt Sons (Geschäftsführer), Adil Oyan (Erster Kreisbeigeordneter), Nicole Borges Steeb (External Affairs Manager), Adrian Vicente (Head of Operations). Bild: Kreisverwaltung
Versorgung mit medizinischem Cannabis
KREIS GROSS-GERAU – Im Rahmen seiner regelmäßigen Betriebsbesuche war der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan dieses Mal bei der Cansativa GmbH in Mörfelden-Walldorf zu Gast. Begleitet wurde er von Hans-Peter Imhof und Anna Fröhlich von der Wirtschaftsförderung des Kreises Groß-Gerau sowie Annina Scheer vom Fachdienst Öffentlichkeitsarbeit. Für die Stadt Mörfelden-Walldorf nahm Marcus von Landenberg von der dortigen Wirtschaftsförderung an dem Besuch teil. Mitgründer und Geschäftsführer Benedikt Sons, Nicole Borges Steeb, External Affairs Manager, sowie Adrian Vicente, Head of Operations, stellten den Gästen das Unternehmen vor und gaben bei einem anschließenden Rundgang Einblicke in die betrieblichen Abläufe.
Cansativa wurde 2017 gegründet und ist seit 2019 in Mörfelden-Walldorf ansässig. Ziel des Unternehmens ist es, Patientinnen und Patienten einen qualitätsgesicherten und verlässlichen Zugang zu medizinischem Cannabis zu ermöglichen. Einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensentwicklung markierte 2020 der Zuschlag für die Distributionslogistik des in Deutschland angebauten Medizinalcannabis im Auftrag der beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eingerichteten Cannabisagentur.
Heute beschäftigt Cansativa rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, perspektivisch soll das Team weiter wachsen. Vom Standort in Mörfelden-Walldorf aus werden nach Angaben des Unternehmens rund 2800 Apotheken in ganz Deutschland versorgt. Das Sortiment umfasst inzwischen mehr als 1000 Produkte, die von rund 50 Partnern aus 15 Ländern bezogen werden. Monatlich liegt das Umschlagsvolumen bei etwa drei bis dreieinhalb Tonnen Medizinalcannabis.
Beim Rundgang durch den rund 1500 Quadratmeter großen Standort wurde deutlich, wie anspruchsvoll die Verarbeitung, Lagerung und Distribution der Produkte ist. Neben hohen Anforderungen an Hygiene und Reinheit spielen insbesondere eine lückenlose Dokumentation und Rückverfolgbarkeit eine zentrale Rolle. Die Verarbeitung erfolgt nach den pharmazeutischen Qualitätsvorgaben der Guten Herstellungspraxis (GMP), Lagerung und Distribution nach denen der Guten Vertriebspraxis (GDP). Viele Arbeitsschritte erfolgen weiterhin von Hand und werden umfassend dokumentiert, wobei täglich bis zu 200 Kilogramm verarbeitet werden können.
Der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan informierte sich dabei auch über die Weiterentwicklung der Produktionsprozesse und mögliche technische Lösungen zur Automatisierung einzelner Arbeitsschritte. Cansativa erprobt hierzu verschiedene Ansätze, wobei insbesondere die hohen Anforderungen an Hygiene und Reinigung eine Herausforderung darstellen. Auch die chargenreine Lagerung sowie die Vielzahl unterschiedlicher Produkte und Verpackungsformen erfordern präzise und gut abgestimmte logistische Abläufe.
Der Markt für medizinisches Cannabis ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Nach Angaben des Unternehmens nutzen mittlerweile rund 800.000 bis 900.000 Patientinnen und Patienten in Deutschland medizinisches Cannabis. Auch Cansativa selbst plant weiteres Wachstum – möglichst weiterhin im Kreis Groß-Gerau. Angesichts steigender Mengen und der geplanten personellen Entwicklung stoßen die derzeitigen Flächen perspektivisch an ihre Grenzen. Bei einem möglichen neuen Standort sind für das Unternehmen neben ausreichend Produktions-, Lager- und Büroflächen insbesondere eine gute Verkehrsanbindung sowie attraktive Aufenthalts- und Pausenflächen für die Beschäftigten von Bedeutung. Der Besuch bot daher zugleich Gelegenheit, sich mit den Wirtschaftsförderungen des Kreises und der Stadt Mörfelden-Walldorf über die weitere Standortentwicklung auszutauschen.
Beim abschließenden Gespräch zeigte sich der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan beeindruckt von der Entwicklung des Unternehmens: „Cansativa zeigt eindrucksvoll, wie sich ein junges Unternehmen innerhalb weniger Jahre in einem hoch regulierten und dynamischen Markt etablieren kann. Besonders beeindruckend sind die hohen Qualitätsanforderungen und die Verbindung von pharmazeutischer Expertise, moderner Logistik und Innovationsbereitschaft. Umso mehr freut es mich, dass Cansativa weiterwachsen möchte und dabei auch künftig den Kreis Groß-Gerau als Standort im Blick hat.“