
Einsatz für den Kreis Groß-Gerau: Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer (links) und Landrat Thomas Will (rechts) ehren die langjährigen Kreistagsmitglieder (v.l.) Peter Ziemainz, Inge Auer und Doro Hofmann. Bild: Kreisverwaltung
Kreis ehrt langjährige Mandatsträger
KREIS GROSS-GERAU – Kreistagsvorsitzender Gerald Kummer und Landrat Thomas Will haben in einer Sondersitzung des Kreistags im Ausbildungsrestaurant „Das Mangold“ in Bischofsheim die langjährigen Kreistagsabgeordneten Inge Auer, Doro Hofmann und Peter Ziemainz für ihr überragendes Engagement geehrt. Zudem wurden insgesamt 35 Personen verabschiedet, die in der aktuellen Wahlperiode nicht mehr dem Kreistag oder dem Kreisausschuss angehören. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der Jazzband „Hot Four“.
Kummer und Will betonten in ihren Ansprachen die Bedeutung des kommunalpolitischen Ehrenamts für Rechtsstaat und Demokratie. Als „Kümmerer um die Allgemeinheit“ werde man selten gelobt, öfter kritisiert, gelegentlich diffamiert und mitunter sogar verbal oder körperlich angegriffen. „Wer sich hier engagiert, braucht ein Höchstmaß an Empathie, aber auch Resilienz, gute Nerven und Durchsetzungsvermögen. Und ihnen gebührt Respekt und Ehre.“
„Kommunalpolitik lebt von Menschen, die nicht nur diskutieren, sondern zuhören, Verantwortung übernehmen und mit großer Ausdauer an guten Lösungen für die Menschen vor Ort arbeiten“, sagte Landrat Will. „Doro Hofmann, Peter Ziemainz und Inge Auer stehen auf ganz unterschiedliche Weise beispielhaft für dieses Engagement. Sie haben unseren Kreis über viele Jahre geprägt und ihn mit ihrer Erfahrung, ihrer Haltung und ihrer Menschlichkeit bereichert.“
Politik beginne dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Und zur Politik gehöre das Ehrenamt untrennbar dazu, so Will, am sichtbarsten werde das in den Städten und Gemeinden und eben auch im Kreistag. „Hier wird Politik auf die Füße gestellt. Hier geht es um Themen, die den Alltag der Menschen direkt berühren.“ Ein „dickes Fell“ benötige, wer heute in die Kommunalpolitik gehe, so Will. „Ich bin froh, dass wir die Debatten im Kreistag überwiegend mit Klarheit und gegenseitigem Respekt geführt haben“, so Will. „Wie wir miteinander umgehen, ist für die Glaubwürdigkeit demokratischen Handelns mit entscheidend.“
„Doro Hofmann (Bündnis 90/Die Grünen), Peter Ziemainz (CDU) und Inge Auer (SPD) stehen auf ganz unterschiedliche Weise beispielhaft für dieses Engagement. Sie haben unseren Kreis über viele Jahre geprägt und ihn mit ihrer Erfahrung, ihrer Haltung und ihrer Menschlichkeit bereichert.“, so Will und Kummer.
Doro Hofmann engagiert sich seit 2006 in zahlreichen Gremien des Kreises. Zu ihren politischen Schwerpunkten gehören insbesondere Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und Frauenrechte. Als Kreistagsmitglied, im Kreisausschuss, als stellvertretende Kreistagsvorsitzende sowie in zahlreichen Kommissionen und Beiräten setzt sie sich dafür ein, dass gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen möglich ist. Auch außerhalb der politischen Gremien engagiert sie sich vielfältig für das gesellschaftliche Miteinander.
Ebenfalls seit 2006 gehört Peter Ziemainz ununterbrochen dem Kreistag an. Der Nauheimer Kommunalpolitiker gilt als ausgewiesener Zahlenmensch, seine Expertise in Finanzthemen ist in seiner Fraktion geschätzt. Aktuell leitet er den Haupt- und Finanzausschuss und engagiert sich unter anderem im Aufsichtsrat der Kreisklinik sowie im Altenhilfebeirat. Kummer würdigte besonders seine Verlässlichkeit, seine Hilfsbereitschaft und seinen stets konstruktiven Blick auf tragfähige Lösungen.
Auf mehr als vier Jahrzehnte kommunalpolitischen Einsatz kann Inge Auer zurückblicken. Seit 1985 prägt sie die Politik des Kreises Groß-Gerau mit, seit 2011 als Kreisbeigeordnete. Über die Jahrzehnte übernahm sie Verantwortung in zahlreichen Ausschüssen und Gremien. Ihr Engagement gilt insbesondere sozialer Gerechtigkeit, Menschen- und Frauenrechten, Solidarität, Frieden und politischer Bildung. „Inge Auer hat nie aufgehört, genau hinzusehen und hartnäckig nachzufragen“, betonte der Landrat. „Gerade diese kritische, leidenschaftliche und zugleich den Menschen zugewandte Haltung ist für eine lebendige Demokratie von unschätzbarem Wert.“
Nicht an der Ehrung teilnehmen konnte Torsten Reinheimer, der ebenfalls auf 20 Jahre ununterbrochene Mitgliedschaft im Kreistag zurückblickt. Seine Würdigung wird im Rahmen des Kreistags am 21. September 2026 nachgeholt.