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Auf dem Foto (von links): Stellvertretender Schulleiter Anthony Amokwe, die beiden Landtagsabgeordneten Ines Claus und Kerstin Geis, Schulleiterin Ute Zeller, Kultusminister Armin Schwarz, Landrat Thomas Will und Dr. Stella Voutta, Bereichsleiterin Bildung der Robert Bosch Stiftung. Foto: Kreisverwaltung

Gratulation in großer Runde

Zweiter Ministerbesuch an der Bertha innerhalb kurzer Zeit

KREIS GROSS-GERAU – Ende September, direkt nach der Verleihung des Deutschen Schulpreises an die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf, war Hessens Kultusminister Armin Schwarz schon einmal zu Gast an Deutschlands bester Schule 2026, um zu gratulieren. Anfang November, am Montag, kam er erneut - zum offiziellen Gratulations- und Gesprächstermin.

Mit ihm versammelten sich in der Schulaula Landrat Thomas Will, die beiden Landtagsabgeordneten Kerstin Geis und Ines Claus, Vertreter*innen des Schulamts und der den Preis verleihenden Robert Bosch Stiftung sowie Lehrkräfte und Schüler*innen, um mit mehr Zeit und Ruhe über den Preisgewinn zu sprechen, der eine „außergewöhnliche Auszeichnung für kontinuierliche und nachhaltige Arbeit“ an der Bertha ist, wie Schulleiterin Ute Zeller in ihrer Begrüßung sagte.

Der Kultusminister lobte die Bertha als erste hessische Schule, die den Deutschen Schulpreis errungen hat. Dies sei ein gemeinschaftlicher Erfolg dieser innovativen, inklusiven und zukunftsorientierten Schule mit ihren fast 2000 Schülerinnen und Schülern. Armin Schwarz dankte Ute Zeller und ihrem gesamten Team für ihr Engagement, erwähnte auch die Unterstützung durch Förderprogramme des Landes und frühere Auszeichnungen für die Bertha.

Landrat Thomas Will schloss sich dem Lob an, sprach von der Unterstützung des Schulträgers bei der nötigen Ausstattung und freute sich außerordentlich, dass mit der Bertha eine Integrierte Gesamtschule mit Oberstufe den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis des Deutschen Schulpreises erhalten hat. „Wie oft haben wir uns darüber unterhalten, mit welch negativen Prognosen manche Schülerinnen und Schüler hier ankommen – und wie diese Prognosen dank der guten Arbeit der Schule am Ende Lügen gestraft werden“, sagte der Landrat Richtung Schulleitung. Er betonte, dass der Schulpreis nichts sei, „worauf wir uns ausruhen dürfen“. Der Kreis als Schulträger wolle die Bertha und all seine Schulen stets weiterentwickeln – und dazu braucht er Finanzmittel. Um den Ansprüchen gerecht zu werden, brauche es eine andere Form der Bildungsfinanzierung, bei der auch der Bund neben dem Land mit in die Verantwortung genommen wird, so Thomas Will.

Bei einer Stippvisite im KI-unterstützten Chemieunterricht konnten die Gäste mit Schülerinnen und Schülern, die in Kleingruppen an unterschiedlichen Aufgaben arbeiteten, über diese besondere Form des Lernens reden. Der Landrat erfuhr dabei am Rande, wo der Kreis als Schulträger noch stärker mit seiner IT-Abteilung unterstützen könnte.

Ältere Schüler berichteten danach kurz über die besondere Lernatmosphäre – von selbstgesteuertem Lernen bis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der an der Schule in einem geschützten Rahmen ausprobiert werden kann.

Ute Zeller und Lehrkräfte aus ihrem Team ergänzten, was nötig ist, um allen Kindern gerecht zu werden und sie individuell zu fördern: „Wir müssen weg von viel Verwaltung, hin zu mehr Gestaltung“, sagte die Schulleiterin. Es brauche gerade an einer so großen Schule den Mut zu distributiver Führung, zu Kooperation. Im Unterricht geht es darum, kein Kind zurückzulassen. Wertschätzung, Unterstützung beim Sprachenlernen, Kleingruppenarbeit, Kenntnis und Anerkennung der individuellen Biographien, Kultur der Digitalität – all das wurde als Bedingung dafür genannt, dass Bildung gelingt.

Dass an der Bertha Gemeinschaft gelebt wird, zeigt sich auch daran, dass über die nachhaltige Verwendung des Preisgeldes gemeinsam entschieden werden soll.