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Die Kläranlage in Mörfelden-Walldorf war Ziel der diesjährigen Exkursion der Klimaschutzmanager*innen im Kreis. Foto: Kreis Groß-Gerau

Genauer Blick aufs Abwasser

Klimaschutzmanager*innen zu Gast in Mörfelden-Walldorf

KREIS GROSS-GERAU – Auch wenn das Wasser in Bächen und Flüssen sauber aussieht: Fast alle Gewässer in Deutschland sind verschmutzt. Darin stecken Reste von Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln und Kosmetik. Das schadet der Fauna und Flora und gelangt auch ins Grundwasser, aus dem wir unser Trinkwasser holen. Normale Kläranlagen können diese Reste nicht filtern. Deshalb verpflichtet die EU die Klärwerke dazu, eine vierte Reinigungsstufe einzubauen.

Wie das mit der 4. Reinigungsstufe funktioniert, damit beschäftigten sich die Klimaschutzmanager*innen des Kreises Groß-Gerau bei ihrer diesjährigen gemeinsamen Exkursion. Ziel des jährlichen Treffens war diesmal die Kläranlage der Stadtwerke Mörfelden-Walldorf - die erste in Hessen mit der 4. Reinigungsstufe.

Der Abteilungsleiter der Abwasserentsorgung, Mathias Stief, gab der Gruppe zunächst einen Einblick in die Abläufe der Abwasserreinigung. Im Mittelpunkt stand dabei insbesondere die vierte Reinigungsstufe der Kläranlage. Sie geht über die klassischen Verfahren der mechanischen, biologischen und chemischen Reinigung hinaus und kann auch sogenannte Spurenstoffe (Arzneimittelrückstände, Hormone, Kosmetika, Haushaltschemikalien oder Biozide und Pflanzenschutzmittel) aus dem Abwasser entfernen.

Stief erläuterte, wie diese Reinigungsstufe funktioniert, welche Stoffe damit herausgefiltert werden können und welche besonderen Anforderungen mit Planung und Betrieb der Anlage verbunden sind. Auch die Kosten der Maßnahme sowie die staatliche Förderung waren Thema des Vortrags.

Anschließend konnten sich die Klimaschutzmanager*innen bei einem Rundgang selbst ein Bild von der Anlage machen. Neben den verschiedenen Klärbecken stand natürlich die vierte Reinigungsstufe mit z.B. Pulveraktivkohle-Dosierungsanlage im Mittelpunkt.

Nach dem Besuch der Kläranlage ging es weiter ins Rathaus. Dort begrüßte Bürgermeister Karsten Groß die Klimaschutzmanager*innen. Der Besuch der Kläranlage war eingebettet in den regelmäßigen Austausch der kommunalen Klimaschutzmanager*innen im Kreis Groß-Gerau, der bereits seit mehreren Jahren stattfindet. Die Treffen bieten Gelegenheit, lokale Klimaprojekte zu besuchen, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und Erfahrungen aus den Kommunen zu teilen.

Ein Schwerpunkt des diesjährigen Austauschs lag auf dem Thema Klimaanpassung. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie sich Städte und Gemeinden auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten können und welche Maßnahmen dort bereits umgesetzt werden. Darüber hinaus berichteten die kommunalen Vertreter*innen über aktuelle Projekte und Neuigkeiten aus ihren jeweiligen Städten und Gemeinden. So verbindet der regelmäßige Austausch fachliche Einblicke mit dem Blick auf die konkrete Arbeit vor Ort – und schafft Raum dafür, dass die Kommunen im Kreis Groß-Gerau voneinander lernen und Erfahrungen miteinander teilen.