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Landrat Thomas Will begrüßte die Gäste beim Vernetzungstreffen zur Außer-Haus-Verpflegung im Bischofsheimer Restaurant „Das Mangold“. Foto: Kreisverwaltung

Erfahrungsaustausch mit Verkostung

Netzwerktreffen „Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“

KREIS GROSS-GERAU – Wie kann mehr Bio in der Außer-Haus-Verpflegung gelingen? Dieser Frage widmete sich die Veranstaltung „Bio in der Außer-Haus-Verpflegung“ am 11. September, zu der der Kreis Groß‑Gerau Fachpublikum eingeladen hatte. Zur Eröffnung begrüßte Landrat Thomas Will die Gäste im Bischofsheimer Restaurant „Das Mangold“. Für ihn stand bei dem Treffen nicht allein die Frage im Mittelpunkt, warum Bio in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) wichtig ist, sondern vor allem, wie die Umstellung in der Praxis funktionieren kann. Anhand konkreter Beispiele aus dem Kreis wurden Erfahrungen ausgetauscht, Herausforderungen diskutiert und mögliche Lösungsansätze aufgezeigt.

„Das Mangold“, das von der Ausbildungsverbund Metall gGmbHunter der Geschäftsführung von Olaf Doerenbecher betrieben wird, war der passende Veranstaltungsort. Denn das Konzept kombiniert Restaurant, Schulmensa der Georg-Mangold-Schule in Bischofsheim und Ausbildungsstätte und zeigt damit beispielhaft, wie unterschiedliche Bereiche der AHV miteinander verbunden werden können.

Olaf Doerenbecher berichtete über die erfolgreiche Umstellung auf Bio in der Schulverpflegung. Der erreichte Anteil von 80 Prozent Bio-Lebensmitteln wird am Wareneinkaufswert gemessen. Durch eine fachliche Beratung und Begleitung wurde die Umstellung problemlos gemeistert.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete der Praxisbericht von Nicole Breuer vom Catering‑Unternehmen L&D Persönliche Gastronomie. Sie berichtete über die erfolgreiche Umstellung der Bistro-Kantine „Zum Amt“ im Landratsamt Groß-Gerau auf Bio und die damit verbundene Auszeichnung mit der Bio-AHV-Bronze-Medaille. Für Breuer gehören solche Zertifizierungen zum täglichen Geschäft. Durch das steigende Interesse an Bio-Verpflegung in der Gesellschaft könnten Cateringunternehmen bereits im Ausschreibungsprozess eine Bio-Zertifizierung vorschlagen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Interessen der Zielgruppen gerecht zu werden, sagte sie. Seit der neuer AHV‑Richtlinie 2023 ist die Zertifizierung deutlich unbürokratischer geworden.

Dass nachhaltige Verpflegung auch über den Geschmack überzeugen muss, wurde bei der anschließenden Verkostung thematisiert. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, das Bio‑Schulessen der Georg-Mangold-Schule selbst zu probieren und verschiedene Bio‑Produkte der Firmen frischli Milchwerke GmbH und Demeter-Felderzeugnisse GmbH kennenzulernen.

Gerade bei der Gemeinschaftsverpflegung ist die Akzeptanz der Gäste ein entscheidender Erfolgsfaktor. Denn ein nachhaltiges Verpflegungskonzept kann langfristig nur funktionieren, wenn die angebotenen Speisen gern gegessen werden.

Die Vernetzung ist ein wichtiger Schritt für weitere Projekte und soll 2027 fortgeführt werden. Alle interessierten Akteurinnen und Akteure aus Betriebskantinen und Kitas sind eingeladen, sich unter der E‑Mail-Adresse schulverpflegung@kreisgg.de zu melden.