Abwasser

Gesamtbild Kommunale Kläranlage Gernsheim
Bild: Gesamtbild Kommunale Kläranlage Gernsheim

Abwasseranlagen

Die Städte und Kommunen sind auf ihrem Gebiet abwasserbeseitigungspflichtig und betreiben zu diesem Zwecke unter anderem Kanalnetze und Kläranlagen. Die Untere Wasserbehörde ist zuständig für die Zulassung und Gewässeraufsicht folgender kommunaler Kläranlagen mit Ausbaugröße bis 20.000 Einwohner-
werte:

Die Aufsicht schließt die zugehörigen Kanalnetze, Entlastungsbauwerke, Pumpstationen, Vorbehandlungs- und Rückhaltebecken ein. Sechs
größere Kläranlagen mit Ausbaugröße über 20.000 Einwohnerwerte und dazugehörige Systeme im Kreisgebiet fallen in die Zuständigkeit des Regierungs-
präsidiums Darmstadt (Gernsheim-Merck, Ginsheim-Gustavsburg, Groß-Gerau, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Riedstadt).

 

Das Abwasser umfasst Schmutzwasser (häuslich, gewerblich) und Niederschlagswasser. Diese zwei Ströme werden je nach Gebiet unterschiedlich abgeleitet:

Mischsystem

Das Niederschlags- und Schmutzwasser werden in einen gemeinsamen Kanal
gefasst, fließen vermischt der Kläranlage zu und werden dort behandelt. Im Mischsystem werden oberhalb der Kläranlage Speicherbecken oder Entlastungen errichtet, um die Kläranlage bei Starkniederschlägen vor Überlastungen zu schützen.

 

Trennsystem

Das Niederschlags- und Schmutzwasser fließen in zwei getrennten Kanälen. Das Niederschlagswasser belastet somit die Kläranlage nicht und kann – je nach
Beschaffenheit - nach separater Vorbehandlung versickert oder in den Vorfluter eingeleitet werden.

Die Kanalnetze sind vom Betreiber (Kommune, Abwasserverband) im Rahmen der Eigenkontrollpflicht regelmäßig zu kontrollieren und die festgestellten
Schäden zu sanieren.

Hausanschlüsse

Hausanschlüsse (Grundleitungen) sind auf den Privatgrundstücken verlaufende Zuleitungskanäle, die das häusliche Abwasser vom Fallrohr im Haus ins öffent-
liche Abwassernetz leiten. Im typischen Kanalnetz übersteigt die Gesamtlänge der privaten Anschlussleitungen die der öffentlichen Kanäle.

Schäden an Kanälen, wie Undichtigkeiten, verursachen Grundwasserverun-
reinigungen (Abwasseraustritt aus Kanal), erhöhte Kläranlagenlast (Fremd-
wassereintritt in Kanal) oder verringern die Kanalkapazität (Feststoffablager-
ungen).

Der Zustand der Kanäle (auch der privaten Hausanschlüsse) wird daher vom
jeweiligen Betreiber im Rahmen der Eigenkontrollpflicht überwacht. Dies erfolgt beispielsweise durch eine regelmäßige Kanalbefahrung mit Kamerawagen.
Gegebenenfalls kann auch der Grundstückseigentümer entsprechende
Zustandsnachweise vom Fachunternehmen vorlegen.

Die festgestellten Schäden sind umgehend vom zertifizierten Kanalsanierunternehmen zu beseitigen.

 

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Kleinkläranlagen und Abwassersammelgruben

Kleinkläranlage
Bild: Schema SBR-Kleinkläranlage - Bildquelle: aqua nostra eG

Bei einem örtlich vorhandenem öffentlichen Kanalnetz besteht die Pflicht zum Kanalanschluss und Überlassung des Abwassers zur zentralen Behandlung. Standorte mit unvertretbar hohem Anschlussaufwand können von der
Anschlusspflicht befreit werden. Das Abwasser ist ordnungsgemäß entweder
über Kleinkläranlagen zu beseitigen oder in Abwassersammelgruben aufzu-
fangen.

 

Kleinkläranlagen

Kleinkläranlagen sind kompakte dezentrale Bauwerke, die lokal anfallendes
Abwasser vor Ort mechanisch-biologisch reinigen. Das gereinigte Abwasser wird ortsnah in einen Vorfluter eingeleitet oder versickert. Für beide Verfahren ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich. Das Vorgehen bei der Antragstellung ist mit der Unteren Wasserbehörde abzustimmen.

Der in einer Kleinkläranlage anfallende Klärschlamm ist einer kommunalen Kläranlage anzudienen. Landwirtschaftliche Verwertung ist nur unter besonderen Umständen zulässig.

Betreiber von Kleinkläranlagen sind verpflichtet, diese regelmäßig vom zertifizierten Fachunternehmen warten und Mängel beseitigen zu lassen. Der Anlagenzustand sowie die Schlammentsorgung sind jährlich mittels Eigenkontrollbericht zu dokumentieren.

 

Abwassersammelgruben

Alternativ wird das Abwasser in dichten abflusslosen Behältnissen (Sammel-
gruben) gespeichert. Die Gruben sind mittels Tankwagen regelmäßig zu leeren und das Abwasser einer kommunalen Kläranlage zuzuführen. Die landwirtschaftliche Verwertung von anfallendem Rohabwasser und –schlamm ist unzulässig.

Das Errichten einer Abwassersammelgrube ist anzeigepflichtig. Die Dichtigkeit das Sammelsystems ist einmalig vor Inbetriebnahme durch ein zertifiziertes Fachunternehmen zu prüfen.

 

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Niederschlagswasser

Versickerungsmulde bei Trockenwetter
Bild: Versickerungsmulde bei Trockenwetter - Bildquelle: Firma Kiesel

Das auf bebauten und befestigten Flächen anfallende Niederschlagswasser ist im gesetzlichen Sinne Abwasser. Die Einleitung von Abwasser in Gewässer (Ober-
flächengewässer und Grundwasser) ist erlaubnispflichtig.

Der Umgang mit dem Niederschlagswasser hängt unter anderem vom Standort, Gewässertyp und potentiellen Abflussverschmutzung ab. Abflüsse von Verkehrsflächen sind beispielsweise wegen Verunreinigungen vor der E inleitung vorzubehandeln oder über das örtliche Kanalnetz der Kläranlage zuzuführen. Nicht schädlich v erunreinigtes Niederschlagswasser (zum Beispiel von Ziegeldächern) kann nach positiver Prüfung durch die Untere Wasserbehörde lokal in Ober-
flächengewässer eingeleitet werden.

Die Einleitungsgestaltung hängt von den örtlichen Bedingungen ab. Das Niederschlagswasser wird typischerweise in Becken oder Mulden zurückgehalten und langsam in das Gewässer eingeleitet. Bei einer Versickerung ist eine reinigende Passage durch die belebte Oberbodenschicht oder eine ausreichende Sicker-
strecke erforderlich.

Details zur Beantragung einer Erlaubnis zur Niederschlagswassereinleitung sind vorab mit der Unteren Wasserbehörde zu klären.

 

Einzureichende Unterlagen:

  • Siehe Merkblatt unter Downloads

Kontakt

wasserbehoerde [at] kreisgg.de
Fax: 06152 989-178

Herr Dr. P. Ustohal
06152 989-84007

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
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