2018 wie alles begann

Wie alles begann

Die Reihe entstand in Zusammenarbeit von Kreis Groß-Gerau und Kreisvolkshochschule Groß-Gerau. Das Team bestand aus Dr. Marta Wachowiak von der Koordinationsstelle kommunaler Entwicklungspolitik und Volker Trunk von der Pressestelle des Kreises Groß-Gerau sowie Heinrich Krobbach, Leiter, und Bettina Krauß, Fachbereichsleitung Politische Bildung an der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau. Sie wollten Leute zu Wort kommen lassen, die wissen, wovon sie sprechen, weil sie Seenotrettung im Mittelmeer betrieben haben oder während des Schreibens ihrer eigentlich fiktiven Kriminalgeschichte von den Entwicklungen der Gegenwart überholt werden.

Festung Europa

Im Eröffnungsvortrag mit Heidemarie Wieczorek-Zeul im August 2018 ging es darum, die Entwicklungspolitik im globalen Geflecht der Beziehungen konkreter zu betrachten, die Interessenlagen und die eigene Rolle zu reflektieren: „Wir leben in einer Welt von Umbrüchen verschiedener Art, Nationalismus und Egoismus greifen um sich, die Rüstungsdynamik verschärft sich. Die Europäische Union hat jetzt die Chance, sich selbst zu behaupten und dem Festungsdenken entgegen¬ zu wirken. 

Bedingungen von Flucht 

Flucht ist keine neue Erscheinung, sie hat verschiedene Hintergründe, Ursachen und Ausprägungen und geschieht auf unterschiedlichen Fluchtrouten. Doch ein Grundmotiv zieht sich durch alle Bewegungen und wurde in den Bildern der Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ überdeutlich sichtbar - die Notwendigkeit, die eigene Existenz zu sichern. „Sie verlieren ihre Heimat und immer auch ein Stück der eigenen Identität. Sie treten nicht automatisch den Weg nach Europa an – alles, was sie wollen, reduziert sich auf das, was eine stabile Gesellschaft im Kern ausmacht und Bedingung ist für ein Leben, in dem man in Sicherheit sein kann.“ 

Am Abend der Ausstellungseröffnung im Schloss Dornberg gab es eine Krimi-Lesung im Torhaus zum Thema Flucht: Sein Roman, so sagte es der Autor Jan Zweyer, der aus seinem Buch „Starkstrom“  las, sei ein Appell an die Menschlichkeit: „Eigentlich wollte ich einen fiktiven Roman schreiben, aber die tatsächlichen Ereignisse  in Europa und in der Welt drohten immer wieder, meine Recherchen zu überholen. Nicht nur, dass plötzlich, wie in meinem Roman, von ´Ankerzentren´ die Rede war, sondern ebenso, dass  Donald Trump eine Mauer zu bauen begann, die in abgewandelter Form auch in meinem Buch eine wichtige Rolle spielt.“  

Was tun?

Von politischen Taten auf öffentlicher Bühne und aktuellen Situationen richtete sich mit dem Fairen Kochabend der vielerorts engagierter italienischen Aktivistin Cinzia Fenoglio der Blick auch auf die Handlungsmöglichkeiten im privaten Alltag: „Kann fair gekochtes schmecken? Ja, und das sogar mit gutem Gewissen. Durch faire Produkte werden lokale Entwicklungsprojekte unterstützt und faire Entlohnung garantiert. Weltretten in der eigenen Küche ist möglich.“ 

Unterschiedliche lokale Kooperationspartner/innen unterstützen die Reihe: der Arbeitskreis Politische Bildung: DGB-Kreisverband, DGB-Ortsverband, KVHS Groß-Gerau, Arbeit und Leben Südhessen, Evangelisches Dekanat Groß-Gerau - Rüsselsheim Katholische Betriebsseelsorge Südhessen, Katholisches Dekanat Rüsselsheim, sowie der Partnerschaftsverein Kreis Groß-Gerau – Masatepe/Nicaragua im Kresis Groß-Gerau und Amnesty International Deutschland. 

Gefördert durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des Servicestelle Kommunen in der Einen Welt-Programms mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Der Veranstalter ist für den Inhalt allein verantwortlich.

 

 

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