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Energiebonus: Mehr Effizienz in Wohngebäuden -
Kreis fördert Initialberatung

Mit fast 56.000 Wohngebäuden weist der Kreis Groß-Gerau eine hohe Besiedelungsdichte auf. Rund 80 Prozent der Wohngebäude sind Ein- bzw. Zweifamilienhäuser, von denen ein Großteil vor dem Jahr 1978 gebaut wurde. Laut dem dena-Gebäudereport Kompakt 2018 bieten gerade diese Gebäude im Vergleich zu Neubauten hohe Einsparpotenziale aufgrund des hohen Energieverbrauchs pro Quadratmeter. Darauf weist der Fachbereich Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung hin.

In Wohngebäuden lassen sich rund zwei Drittel des Wärmeverbrauchs auf Bestandsgebäude von vor 1979 zurückführen. Sanierte Wohngebäude hingegen erreichen tatsächliche Verbrauchswerte, die nur einen Bruchteil der Bestandswerte betragen, so der dena-Gebäudereport Kompakt 2018 weiter. Durchschnittlich werden in einem deutschen Haushalt 85 Prozent der Energie für Raumwärme und Warmwasser verbraucht. Hier besteht das höchste Einsparpotenzial.

Bei entsprechenden Maßnahmen muss es nicht immer eine aufwendige Komplettsanierung sein. Auch Teilsanierungen bringen bereits positive Einspareffekte und sind ein wichtiger Beitrag zur CO2-Einsparung. So können durch die Sanierung einer Kellerdecke rund 10kWh/m² Heizenergie eingespart werden. Bei der Erneuerung und Dämmung eines Daches sogar bis zu 40 kWh/m².

Um dieses Potenzial verstärkt zu nutzen, hat der Kreis Groß-Gerau mit seinem Fachbereich Wirtschaft und Energie ein eigenes Projekt initiiert. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer im Kreis Groß-Gerau können ab sofort über eine sogenannte Initialberatung zur Energieeinsparung an ihrem eigenen Gebäude feststellen, welche Sanierungsmaßnahme unter dem Aspekt der Energieeffizienz für sie in Frage kommt. Mit diesem Projekt will der Kreis Groß-Gerau den Schritt hin zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen aktiv fördern. Die Initialberatung ist für den Hausbesitzer kostenfrei.

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer ist überzeugt von der Notwendigkeit dieses Schrittes: „Der Kreis Groß-Gerau schafft damit eine weitere und neue Maßnahme im Bereich der Energieeinsparung. Nur gemeinsam wird es möglich sein, über Einzelmaßnahmen CO2 einzusparen und so einen Beitrag zum nachhaltigen Generationenvertrag zu liefern.“

Nähere Auskünfte zur Initialberatung Energieeffizienz Projekt „Energiepass Hessen/Kreis Groß-Gerau Energiebonus“ erteilt der Fachbereich Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung Groß-Gerau (Stephanie Derscheid und Markus Huber, 06152 989-249, s.derscheid@kreisgg.de, m.huber@kreisgg.de). 

Energie im Focus

Preisträger

Der Kreis Groß-Gerau hat am Mittwoch die vier Preisträger des Energieförderpreises für Schulen ausgezeichnet.  Der erste Preis ging an die Pestalozzischule aus Raunheim, die mit einer umfassenden und engagierten Energie-Projektarbeit die Fachjury überzeugen konnte. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Fachveranstaltung „Energie im Focus“ vor gut 80 Gästen im Landratsamt Groß-Gerau statt.  

Insgesamt wurden vier Schulen aus dem Kreisgebiet ausgezeichnet. Den zweiten Platz teilen sich die Grundschule aus Leeheim und die Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim. Die Grundschule  Leeheim erhielt den Energieförderpreis für die Sensibilisierung und Nachhaltigkeit im alltäglichen Umgang mit Energie und Ressourcen. Die Werner-Heisenberg-Schule hatte beispielhaft aufgezeigt, wie einzelne Maßnahmen zum Energiesparen sinnvoll ineinander greifen können. Den dritten Platz belegte die Albrecht-Dürer-Schule in Rüsselsheim. Sie erhält den Energieförderpreis für ihre NAWI-Arbeitsgruppen, die sich aus naturwissenschaftlicher Perspektive dem Thema Energie widmen.  

Der Erste Kreisbeigeordnete Walter Astheimer zollte den Preisträgern Anerkennung und stellte in seiner Rede die Bedeutung des Themas insgesamt heraus: „Bis 2050 soll die Energie in Deutschland weitgehend aus Erneuerbaren Energien bereitgestellt werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, zu dem jeder seinen Beitrag leisten kann und muss“, sagte Astheimer. „Rund 33 Prozent des erzeugten Stroms kommen in Deutschland bereits aus Erneuerbaren Energien, und die CO2-Emissionen sind seit 1990 um rund 28 Prozent gesunken.“ Für den Kreis Groß-Gerau habe sich die Politik genauso ehrgeizige Ziele gesetzt. So erfolgten alle Neubauten und Sanierungen der Kreisliegenschaften, sofern möglich, im Passivhausstandard. Bereits jede fünfte Schule im Kreis Groß-Gerau sei im Passivstandard erbaut oder saniert. „Wir beteiligen uns  an Projekten im Bereich der Energieeinsparung, der Energieeffizienz und im Ausbau der Erneuerbaren Energien“, so Astheimer. 

Zuvor hatten Fachleute über das aktuelle Thema der Veranstaltung „Klima - Gebäude – Energie- und Ökosysteme am Standort“ referiert. Dr. Veit Bürger vom Ökoinstitut Freiburg sprach über „Visionen und Wege für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor“. Im Gebäudebereich wird - überwiegend beim Heizen - rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen verursacht. Bis 2050 soll der Primärenergiebedarf von Gebäuden um 80 Prozent gegenüber 2008 sinken.   

Susanne Petry, Architektin aus Frankfurt, referierte über „Urbanes Grün in der Stadt“.  Dr. Anastasia August vom KIT Karlsruher Institut für Technologie sprach schließlich über das Thema „Wärme speichern wie ein Bär“. Viele nützliche Anwendungen für den Menschen, so zeigte sie auf, finden ihr Vorbild in der Natur. So zählten Eisbären nicht nur zu den beliebtesten Maskottchen weltweit, man könne sich von ihnen auch noch einiges abschauen – zum Beispiel, was die Wärmespeicherung der Tiere anbelangt.

Die Vorträge zum Download:

Dr. Veit Bürger, Öko-Institut e. V. - Visionen und Wege für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor

Dr. Anastasia August, KIT Karlsruher Institut für Technologie - Wärme speichern wie ein Bär

Download Broschüre Gewinner Energieförderpreis

»Energie im Focus« 2018

Energie im Fokus

Am 20.06.18 findet das jährliche Energiesymposium des Kreises statt. Informieren Sie sich dort zu Themen Klima - Gebäude >>Energie- und Ökosysteme am Standort<<.

Im feierlichen Rahmen des Energiesymposiums werden auch in diesem Jahr die Wettbewerbspreise für Standort-Energie-Projekte ausgezeichnet. Diesjährige Empfänger: Schülerinnen und Schüler.

Weitere Informationen können Sie der Einladung entnehmen.

Kontakt

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Wilhelm-Seipp-Straße 4

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Zimmer 614

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Zimmer 612
06152 989-249
s.derscheid@kreisgg.de

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Zimmer 611
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h.frey@kreisgg.de

Markus Huber
Zimmer 612
06152 989-249
m.huber@kreisgg.de

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
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06152 989-0
Fax: 06152 989-133
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