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„Zusammen verschieden sein“

Inklusion in der Kindertagespflege

Weil sie ihre Qualifizierung erfolgreich absolviert hatten, erhielten diese Kursabsolventinnen beim Neujahrs(fach)frühstück der Kindertagespflege im Landratsamt Groß-Gerau ihre Zertifikate ausgehändigt. Insgesamt hatten 26 Personen die Kurse absolviert. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Inklusion in der Kindertagespflege im Kreis Groß-Gerau war das Schwerpunktthema beim Neujahrs(fach)frühstück, zu dem der Fachdienst Kindertagesbetreuung der Kreisverwaltung ins Landratsamt geladen hatte. Fachdienstleiterin Dagmar Richter begrüßte im Georg-Büchner-Saal rund 70 Gäste zu der Veranstaltung. Das Frühstück wird seit 2014 jährlich abgehalten und dient dem persönlichen Austausch und der Vernetzung. 

Die Zahl der Tagespflegepersonen sowie die der betreuten Kinder ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Im Kreis Groß-Gerau gibt es aktuell rund 100 Kindertageseltern. Durch den Rechtsanspruch auf Betreuung und den Bevölkerungszuwachs steigt der Bedarf an Kinderbetreuung weiter. 20 Prozent aller belegten Plätze für unter Dreijährige werden über die Kindertagespflege zur Verfügung gestellt, erläuterte Dagmar Richter. Der Kreis hat nicht nur deswegen den Qualitätsausbau stärker in den Fokus gerückt: „Gute Qualität in der Kindertagesbetreuung, ob in Einrichtungen oder in der Kindertagespflege, ist uns ein großes Anliegen“, sagte die Fachdienstleiterin beim Fachfrühstück. „Unser Ziel ist es, die Tagespflege in unserem Kreis weiterhin gut aufzustellen und den Tageseltern gute Perspektiven zu bieten.“ 

Deren Bereitschaft, sich stets weiterzubilden, sei groß, lobte Dagmar Richter. Dazu passt, dass bei der Veranstaltung 16 Absolventinnen der Anschlussqualifizierung und zehn Absolventinnen der Grundqualifizierung ihre Bundeszertifikate erhielten. Alle hatten 300 Unterrichtseinheiten plus Praktika in Kindertagespflege und Kita absolviert. Die Qualifizierung ist am „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch“ (höchster Bundesstandard) orientiert. Neben den Zertifikaten wurden Schilder mit neuem TagesKids-Logo für die vier Vertretungsstützpunkte in der Kindertagespflege verteilt. 

Dann ging es an die inhaltliche Arbeit. Referentin Anna Klein stellte die Projektergebnisse zum Thema „Übergang in der Kindertagespflege in die Kita – das Recht auf gleiche Chancen im Kreis Groß-Gerau“ dar. Im Anschluss folgte ein Input zur „Kulturellen Vielfalt von Familien in der Kindertagespflege“. Dabei wurde deutlich, dass Kitas und Tagespflege eine Schaltstelle im Sozialraum sind. Sie fungieren als Ansprechpartner für Familien, können auf Ressourcen und Kompetenzen zurückgreifen, stehen für vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung sowie interkulturelle und inklusive Pädagogik.
In Kleingruppenarbeit wurde das Gehörte später vertieft. Eines der Ergebnisse wurde in diesen Satz gekleidet, berichtet Dr. Anke Melchior vom TagesKids-Büro Süd: „Tagesmütter sind Brückenbauer – damit wir zusammen verschieden sein können!“ 

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