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Wie gestaltet der Mensch Umwelt?

Kreis Groß-Gerau beteiligt sich an „18. Tage der Industriekultur Rhein-Main“

Immer einen Besuch wert: die Rheinschiffsmühle in Ginsheim. Sie kann an den „18. Tagen der Industriekultur“ besichtigt werden. Alle Termine und Formalitäten zur Anmeldung unter www.krfrm.de/tdik2020. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Die „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ beschäftigen sich vom 9.-13. September 2020 mit dem Thema „Umwelt gestalten“. Im Fokus steht das Spannungsfeld „Mensch-Umwelt“ mit Fragen nach dem Einfluss des Menschen auf seine Umwelt seit der Industrialisierung, in der Gegenwart und mit Blick auf zukünftige Entwicklungen. „Umwelt gestalten“ nimmt dabei Bezug auf die Themen Energie, Mobilität, Ressourcen und Stoffkreisläufe, Urbanisierung und Region bis hin zu Gesundheit und Ernährung sowie Produktion und Konsum. Auch der Kreis Groß-Gerau ist wieder mit einer Vielzahl von Angeboten mit von der Partie.  

Das beliebte Veranstaltungsprogramm ermöglicht von Mittwoch bis Sonntag Einblicke in sonst verschlossene Produktionsanlagen von Technologieparks und Unternehmen und bietet zahlreiche Führungen und Radtouren an. So kann man bei einer Radtour am Freitag, 11. September 2020 von Kelsterbach nach Raunheim erfahren, wie Nutzung unsere Umwelt gestaltet. An der Strecke liegen die Konversionsfläche der Airport-City West ebenso wie der Pinta Beach oder das Gewerbegebiet Airport Garden in Raunheim. Dort kann das in ein Büro- und Konferenzzentrum umgebaute Fabrikgelände der ehemaligen Lederfabrik besichtigt werden.  

Auf ganz anderen Pfaden wandeln Gäste im Stadtmuseum Groß-Gerau. Der Titel der Schau, die an diesen Tagen besichtigt werden kann, verrät eine ganze Menge: „Ihr Leit, laßt Eich gut belehre, kaaft Eier Sach in Gere“ – es geht um Einkaufen und Handel in Groß-Gerau seit 1900. Groß-Geraus Innenstadt war bis in jüngste Zeit von einer großen Dichte des Angebots aus Handel und Handwerk gekennzeichnet. Doch mit der Automobilisierung und der Marktentwicklung hat sie wie andernorts einen Teil dieser Alleinstellung an große Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ verloren. 

Über den Hochwasserschutz am Rhein einst und jetzt informiert eine Radtour am Donnerstag, 10. September 2020, in Ginsheim-Gustavsburg. Sie führt zu den Deichbauten von 1838 bis 2020 und beinhaltet auch eine Führung durch die Rheinschiffsmühle Ginsheim. Eine schöne Rast ist im Hofgut Langenau auf der Rheininsel vorgesehen. Spannend und hoch interessant ist bestimmt auch die Veranstaltung im Gustavsburger Technologie-und Gründungszentrum ebenfalls am Donnerstag, 10. September 2020, bei der Unternehmen mit Kurzvorträgen, Videos und Fotos über ihre Beiträge zur Gestaltung der Stadt berichten. Mit dabei: Ein Architekt, eine Grafikerin, eine Verlegerin, ein Moderator.  

Am Samstag und Sonntag, 12. Und 13. September 2020, steht eine Führung durch die rekonstruierte Schiffsmühle Ginsheim auf dem Programm. Die Mühle ist ausgestattet mit voll funktionsfähigen Originalgeräten und vermittelt einen guten Eindruck von der Arbeit in einer schwimmenden Getreidemühle um 1900. In Gernsheim erinnert der Künstler Mario Derra in seinem Atelier an Peter Schöffer, den wichtigsten Mitarbeiter Gutenbergs. Digitale Angebote gibt es während der Tage der Industriekultur im Kreis in Bischofsheim (Eisenbahnersiedlung) sowie in Rüsselsheim. So wird die Industriegeschichte Rüsselsheim anhand der Entwicklung des Opel-Werks von einer kleinen Schlosserwerkstatt zu einer Fabrik von 2,5 Quadratkilometer Umfang nachgezeichnet.  

Ebenfalls digital sind „Lieblingsstücke“ aus dem Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim zu bewundern: Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf stellen ihre Lieblingsstücke aus der Ausstellung in Einfacher Sprache vor. Die Erklärungstexte können in den kurzen Videos auf der Webseite angehört, die Objekte aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Ganz real zu besichtigen ist das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim, das einen Einblick in die verschränkte Entwicklung von Stadt und Industrie bis in die Gegenwart gibt.  

Lohnend ist zudem natürlich ein Blick oder Besuch über die Kreisgrenzen hinaus. Mit auf dem Programm der Industriekulturtage stehen aktuelle Produktionsstätten wie die Samson AG in Frankfurt, Fabrikensembles aus verschiedenen Epochen der Industrialisierung, Arbeitersiedlungen oder Anlagen der Ver- und Entsorgung wie der Deponiepark in Flörsheim-Wicker.  

Durch die aktuelle Situation erscheint das Programm erstmals in hybrider Form: 90 Veranstaltungen finden vor Ort statt, weitere 50 Angebote verlagern sich in den digitalen Raum. Hier gibt es neben speziellen virtuellen Entdeckungsreisen wie bei Merck in Darmstadt auch Fotografie-Ausstellungen sowie eine neue Übersicht über mehr als 650 Orte der Industriekultur in Rhein-Main, die auf der Webseite der KulturRegion www.krfrm.de/routenfuehrer zur Verfügung steht.  

Insgesamt bietet das 92-seitige Programmheft rund 140 verschiedene Programmpunkte in der Rhein-Main-Region. Es liegt kostenfrei in Rathäusern, Bürgerbüros und Tourist-Infos der Region aus und ist in der Geschäftsstelle der KulturRegion am Frankfurter Hauptbahnhof (Poststr. 16) erhältlich. Auch steht es online zur Ansicht oder zum Herunterladen unter www.krfrm.de/tdik2020 bereit.

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