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Weg zur Mobilität der Zukunft

Feierstunde der Riedwerke: 75 Jahre ÖPNV im Zweckverband

Vor 75 Jahren sahen die Transportmittel für die Öffentlichkeit doch anders aus als heute. Daran erinnerte nicht nur Landrat Thomas Will bei der Feierstunde „75 Jahre ÖPNV im Zweckverband“ im Groß-Gerauer Landratsamt. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – „75 Jahre ÖPNV im Zweckverband“ - darum ging es in einer kleinen Feierstunde der Riedwerke Kreis Groß-Gerau im Anschluss an die jüngste Verbandsversammlung im Georg-Büchner-Saal des Landratsamts, zu der Riedwerke-Vorstandsvorsitzender Harald Bott begrüßte. „1947 hat zwar noch niemand den Begriff ÖPNV - Öffentlicher Personennahverkehr - verwendet, aber der Start mit drei Busveteranen hatte bereits die bessere Verkehrserschließung von Stadt und Land zum Ziel“, erinnerte Landrat Thomas Will, Verwaltungsratsvorsitzender der Riedwerke.  

In seiner kurzen Rede gab er einen Überblick über die Entwicklung von den Aufbruchsjahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Mobilität der Zukunft, vom Schülerverkehr über die Gründung der Riedwerke in den achtziger Jahren bis zum ersten Nahverkehrsplan für den Kreis Groß-Gerau 1998. Der Landrat vergaß dabei nicht, auch die weiteren Aufgabenfelder der Riedwerke, wie z.B. Wasserver- und Abfallentsorgung zu erwähnen. Auch der Ausbildungsverbund AVM gehört dazu, der mit seinem Ausbildungsrestaurant für die Verköstigung der Feierstundengäste sorgte. 

„Der Kreis bewegt sich mit seinen Riedwerken immer am Puls der Zeit“, betonte der Landrat. Das bedeutet heute u.a. das Befördern der E-Mobilität im ÖPNV, speziell mithilfe der Wasserstofftechnik. Dazu passt, dass nun der lang ersehnte Bundeszuschuss für 15 Brennstoffzellen-Busse kommt, wie Christian Sommer, Geschäftsführer der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft im Kreis Groß-Gerau (LNVG) kurz zuvor verkündet hatte. Die Übergabe des Bescheids über die Förderung in Höhe von 7,4 Millionen Euro ist für Montag, 11. Juli, vorgesehen. 

Landrat Will nannte die Vernetzung als weiteren wichtigen Aspekt. Bus, Bahn, Fahrrad sowie On-Demand-Verkehre - wie sie jetzt mit dem RMV-Shuttle SIGGI in Kelsterbach getestet werden sollen - müssen, auch mit Unterstützung von Apps, miteinander verbunden werden. Und, so ein großes Ziel des Kreises, die Nutzung des ÖPNV müsse kostenfrei für die Fahrgäste werden. Trotz aller Finanzierungsprobleme ist dies ein zentrales Thema der nächsten Jahre, ist sich Thomas Will sicher. 

Das liebe Geld war auch ein Thema in der Rede von Dr. André Kavai, dem Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV), der den Erfolg des RMV würdigte, einen Tarif- und Fahrplanverbund geschaffen zu haben. Mit Blick auf die Zukunft nannte er die Dekarbonisierung des ÖPNV, Digitalisierung und Bauen - „Bauen im Betrieb und Bestand; da wird viel Geduld bei allen nötig sein“. Angesichts steigender Energie- und Personalkosten werde das Geld allerdings endlich sein, so Kavai, der sich bei dieser Gelegenheit skeptisch hinsichtlich der nachhaltigen Wirkung des 9-Euro-Tickets äußerte.

Sein Dank richtete sich am Ende an die LNVG, deren Geschäftsführer abschließend über die Veränderungen im Schülerverkehr sprach und nochmals die Gründung des RMV würdigte.

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