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Walter Astheimer beim Arbeitskreis Fluglärm des Bundestags:

Protest und Anhörung in Berlin

Vereint in der Forderung nach mehr Schutz vor Fluglärm: Politiker und Politikerinnen aus ganz Deutschland, unter ihnen viele aus dem Kreis Groß-Gerau, trafen sich am 12. September zu einer politischen Aktion in Berlin. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Der Kreis Groß-Gerau fordert in Zusammenhang mit der anstehenden Novellierung des Fluglärmgesetzes aus dem Jahr 2007 umfangreiche Nachbesserungen an dem Gesetz. Nur so könnten die rund 100.000 Menschen im Kreisgebiet, die dem erwiesenermaßen krank machenden Fluglärm in hohem Maße ausgesetzt sind, besser geschützt werden. Das sagte Walter Astheimer, Erster Kreisbeigeordneter und Mitglied der Fluglärmkommission Frankfurt, am Mittwoch, 12. September, bei der Anhörung des fraktionsübergreifenden Arbeitskreises Fluglärm des Deutschen Bundestages in Berlin. 

„Aktiver Fluglärmschutz – die Verringerung des Fluglärms durch Maßnahmen am Flugzeug und durch geänderte Flugverfahren – muss Vorrang haben. Dafür braucht es Rechtsgrundlagen. Außerdem fordern wir in diesem Zusammenhang eine Lärmobergrenze mit einer dynamischen jährlichen Absenkung der Lärmwerte um 0,4 dB(A), um den erforderlichen Druck auf die Airlines und Flughafenbetreiber zu erzeugen“, sagte Walter Astheimer.  

Sein zweiter Punkt war die Forderung nach dem absoluten Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr, der gesetzlich geschützten Nachtruhe entsprechend: „Wer die vorliegenden Studien ernst nimmt, der muss dieses Nachtflugverbot gesetzlich verankern, um die Gesundheit der betroffenen Menschen im erforderlichen Umfang zu schützen und die Lernfähigkeit von Kindern nicht zu hemmen.“ Derzeit sei eher die entgegengesetzte Entwicklung zu beobachten, da immer mehr verspätete Flüge zwischen 23 Uhr und Mitternacht am Frankfurter Flughafen vorkommen - „eine unerträgliche Situation“. 

Außerdem forderte der Erste Kreisbeigeordnete, dass die Lärmgrenzwerte herabgesetzt werden: „Nach heutigem Stand der Lärmwirkungsforschung markiert der Tag-Grenzwert des Fluglärmschutzgesetzes den Übergang zur Gesundheitsgefahr. Dies kann nicht hingenommen werden. Der Fluglärmschutz darf weder durch die Luftverkehrslobby verwässert noch auf die lange Bank geschoben werden“, so Walter Astheimer. 

Diese Einschätzung teilten die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Protestaktion vor dem Berliner Reichstagsgebäude, die die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF) und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Fluglärmkommissionen (ADF) organisiert hatten. Mit dabei waren eine Reihe von Bundestagsabgeordneten sowie Politiker und Bürgermeister aus dem Kreis Groß-Gerau. 

Der Präsident der BVF, Helmut Breidenbach, forderte, „dass die Neufestsetzung der Grenzwerte zum Schutz vor Fluglärm endlich auf der Basis der aktuellen lärmmedizinischen Erkenntnisse erfolgt.“ Der Vorsitzende der ADF, Raunheims Bürgermeister Thomas Jühe, sagte: „Die Verantwortung für leiseres Fliegen liegt beim Gesetzgeber. Die bisher verfolgte Strategie der Freiwilligkeit muss, wie bei anderen Schadstoffe und Lärm emittierenden Wirtschaftszweigen auch, durch verbindliche Schutzvorgaben ersetzt werden.“ 

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