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Vorbildliches Engagement

Landrat Will überreicht Ehrenbriefe und Feuerwehr-Ehrenkreuze

Hohe Auszeichnungen für vorbildliches Engagement: Landrat Thomas überreicht die Landesehrenbriefe und Feuerwehr-Ehrenkreuze. Das Bild zeigt (von links): Michael Stephan, Jürgen Karheiding, Hans-Ulrich Friedmann, Karl-Heinz Hoffmann, Ingelore Harder-Schütte, Ulrich Kühlburg, Jörg Hartung, Peter Stribrny, Gerhard Schäfer, René Granacher und Landrat Thomas Will.

KREIS GROSS-GERAU – Land Hessen und Kreis Groß-Gerau haben sich am Freitag, 16. November 2018, auf besondere Weise bei Menschen bedankt, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für das Gemeinwohl einsetzen. Bei der Feierstunde im Groß-Gerauer Landratsamt überreichte Landrat Thomas Will sechs Männern und einer Frau den Ehrenbrief des Landes Hessen. Drei Männer wurden zudem mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz für ihre Arbeit ausgezeichnet. Das Duo Tastenstreich mit Stefanie Weimer-Meeßen und Rainer Engelmohr steuerte die schöne Begleitmusik im gut besuchten Georg-Büchner-Saal im Kreishaus bei.  

Landrat Will erinnerte in seiner Ansprache an die Worte des US-Philosophen Henry David Thoreau: „Sei nicht einfach gut – sei gut für etwas.“ Die Personen, die hier heute mit dem Landesehrenbrief oder dem Feuerwehr-Ehrenkreuz ausgezeichnet werden, hätten entsprechend gehandelt, sagte er lobend: „Sie haben genau das für sich erklärt. Ja, ich fühle mich zuständig für das, was um mich herum in der Welt passiert. Ja, ich übernehme Verantwortung und bringe das ein, was ich gut kann, damit auch andere Menschen etwas davon haben“, sagte der Landrat.  

„Hier sitzen Menschen im Saal, die Vorbilder sind. Sie sind der Beweis dafür, dass es lohnt, sich aktiv einzumischen – in der Politik, im Verein, im Verband, in der Kirchengemeinde. Manch einer möchte vielleicht gar kein Vorbild sein, möchte nicht prominent im Mittelpunkt stehen, fühlt sich überhaupt nicht perfekt. Aber in diesem Sinne spreche ich gar nicht vom „Vorbild“. Niemand ist rundum ideal. Aber diejenigen, die sich ehrenamtlich für ihre Sache einbringen, schlagen Pflöcke ein und bieten Orientierung, gerade auch für nachfolgende Generationen“, sagte der Landrat. „Als gutes Vorbild dienen, mit gutem Beispiel vorangehen – das sagt man nicht ohne Grund“, so Will.   

Das gelte auf allen Gebieten: Ob man älteren Menschen zur Seite stehe oder gemeinsam singe und musiziere, ob man junge Leute im Sport anleite oder Interesse an Kultur und Geschichte wecke, ob man als Feuerwehrmann rund um die Uhr einsatzbereit sei oder im Parlament sitze und die Weichen für die künftige Entwicklung Ihres Heimatorts stellen. All dies sei wichtig für ein demokratisches Gemeinwesen. Landrat Will: „Zusammenhalt und Lebensqualität entscheiden sich an der Basis, bei uns in den Städten und Gemeinden. Was lokal geschieht und beschlossen wird, hat Auswirkungen auf unser alltägliches Leben und die Lebensbedingungen, auf Einstellungen und Motivationen der Bürgerinnen und Bürger.“

Mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet wurden Ulrich Kühlburg aus Bischofsheim, Peter Stribrny,  René Granacher und Jörg Hartung aus Stockstadt/Rhein, Herr Karl-Heinz Hoffmann aus Sulzheim, Frau Ingelore Harder-Schütte aus Kelsterbach und Herr Gerhard Schäfer aus Groß-Gerau. Mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber wurden Michael Stephan aus Kelsterbach, Herr Jürgen Karheiding aus Ginsheim-Gustavsburg und Herr Hans-Ulrich Friedmann aus Büttelborn geehrt.

„Unsere Demokratie“, so Landrat Will, „lebt und profitiert idealerweise von den Impulsen von unten. Damit dies so bleiben kann und die Basis nicht wegen zu vieler Enttäuschungen wegbricht, wünsche ich mir mehr Unterstützung von oben.“ Denn wenn Städte und Gemeinden wie auch Landkreise für ihre Aufgaben nicht auskömmlich finanziell ausgestattet seien, wachse die Menge der unerledigten, aufgeschobenen Projekte – und damit die Zahl der Unzufriedenen.

Es gehe nicht darum, Verantwortung abzudrücken, so der Landrat: „Wir möchten, dass Haupt- und Ehrenamtliche erfolgreich Hand in Hand arbeiten können, ohne dass jemand unter der Bürde der Verpflichtungen zusammenbricht.“  Er ziehe den Hut vor jenen Menschen, die sich nicht auf den Mangel an Zeit oder andere Entschuldigungen beriefen, sondern „einfach machen“, so der Landrat.

Folgende Personen wurden mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet:

Ingelore Harder-Schütte, Kelsterbach
Ingelore Harder-Schütte ist seit 1976 Mitglied der Paddlergilde Kelsterbach – wo sie im Vergnügungsausschuss tätig ist; von 2008 bis 2011 war sie Frauenvertreterin im Polizeichor Frankfurt, danach zweite Geschäftsführerin; seit 2009 im Verein Kleeblatt Kelsterbach aktiv sowie 2011 bis 2016 in der evangelischen Christusgemeinde im Kirchenvorstand. Die Aktiven des Vereins Kleeblatt Vereins besuchen und begleiten ältere Menschen.

Gerhard Schäfer, Groß-Gerau
Als Leiter der Diabetiker-Selbsthilfegruppe setzt sich Gerhard Schäfer für Menschen ein, die mit dieser Krankheit leben. Sein Anliegen ist Information, Aufklärung, Verbesserung der Lebensumstände von Betroffenen. Bei den monatlichen Treffen der Gruppe sorgt Gerhard Schäfer für Fachvorträge, lädt die Referentinnen und Referenten ein. Und all das bereits seit 1991 – die ersten zehn Jahre als stellvertretender Leiter der Gruppe, seit 2004 als Leiter. In seinem Heimatort Kirchzell  ist er im OGV, bei der Feuerwehr und im Turnverein (als Hallensprecher Handball) aktiv.

Ulrich Kühlburg, Bischofsheim
Ulrich Kühlburg ist seit seinem Zuzug in Bischofsheim aktiv in das Vereinsgeschehen des Turnvereins eingebunden und immer aktiv – als Übungsleiter, danach Mitglied der Wirtschaftskommission und seit 1999 Sprecher des fünfköpfigen Vorstandes in einem Verein mit nunmehr rund 1.500 Mitgliedern.  Hinzu kommen noch die Aufgaben im Ortsgewerbeverein, in den Ulrich Kühlburg 1995 eingetreten ist und dem er seit 2002 vorsteht.   

René Granacher, Stockstadt am Rhein
Seit vielen Jahren ist er als freier Mitarbeiter für das Groß-Gerauer bzw. Ried Echo tätig.  Geehrt wurde er wegen seiner zahlreichen zusätzlichen freiwillig übernommenen Aufgaben – an erster Stelle die Buchmesse im Ried, die nächstes Jahr ihre 23. Auflage erlebt. Von Anfang an ist René Granacher als Initiator, Organisator, Ideengeber dabei. René Granacher ist seit 2008 Vorstandsmitglied in der Abteilung Musik der SKG Stockstadt. Er ist seitdem einer der Leiter der Trommelgruppe, hat zudem von 2010 bis 2015 die von ihm gegründete Kindertrommelgruppe geleitet.  

Jörg Hartung, Stockstadt am Rhein
Seit 2001 ist er Mitglied der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung, wo er 2005 bis 2008 Leiter der Bezirksgruppe Hessisches Ried war. Seit 2006 Mitglied im Vorstand des Fördervereins Hofgut Guntershausen, dessen Geschäftsführung er im Jahr 2009 übernommen hat. Dazu kommen der Einsatz im Vorstand des Angelsportclubs 1929 und die Hilfe beim Ordnen des Archivs der evangelischen Kirchengemeinde. Er ist Autor des Buchs „Der Kühkopf – Jagdgebiet des Hochadels“. 

Peter Stribrny, Stockstadt am Rhein
Seit 45 Jahren ist Peter Stribrny der SKG Stockstadt treu. Schon kurz nach seinem Eintritt in den Verein wurde er dort Pressewart. Später übernahm er für drei Jahre das Amt des stellvertretenden Abteilungsleiters. Es folgten sieben Jahre als Jugendleiter und Jugendtrainer. Und seit 1993 – also auch schon wieder 25 Jahre – ist Peter Stribrny nun Abteilungsvorsitzender.  In die Amtszeit fällt eine intensive Jugendförderung. Zahlreiche junge Talente wurden bei der SKG auch dank Ihnen gefördert. Außerdem bringt sich die relativ kleine Tischtennis-Abteilung mit großem Engagement bei den Turnieren ein – mehr als 50 sind es mittlerweile.  

Karl-Heinz Hoffmann, Sulzheim
Auch wenn er schon viele Jahre im rheinhessischen Sulzheim lebt, ist Karl-Heinz Hoffmann seinem früheren Wohnort Worfelden und vor allem seiner TSG Worfelden verbunden geblieben. Seit genau 40 Jahren gehört er der Abteilung Musik der TSG an.  Seit 1978 Stabführung bei der TSG, ab 1980 Übungsleiter mit Lizenz vom DTB, 1981 Dirigent, ab 1984 Gründung der Bläsergruppe, ab 1990 Leitung des Blasorchesters, 1990 bis 2005 Mitglied im Bundesorchester Spielmannszug des DTB, 1990 bis 2002 Leiter der Rappmühl-Musikanten, 2013 Aufbau eines Jugendblasorchesters mit Worfeldens Nachbar Schneppenhausen.  2013 gab es zum Lohn für dann bereits 35 Jahre musikalischer Leitung des Blasmusik-Spielmannszugs die goldene Dirigentennadel mit Diamant von der Bundesmusikvereinigung.  

Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber

Hans-Ulrich Friedmann, Büttelborn
Hans-Ulrich Friedmann trat am 1. September 1975 in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Büttelborn ein, der er bis heute als aktives Mitglied angehört. Seit 1996 ist er Brandmeister; in den Jahren 1995 bis 2000 war er stellvertretender Gemeindebrandinspektor und von 2006 bis 2012 verantwortete er als stellvertretender Wehrführer die Freiwillige Feuerwehr Büttelborn. Für sein langjähriges Engagement wurde ihm 2016 das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande verliehen.  

Michael Stephan, Rüsselsheim-Königstädten
Michael Stephan trat am 13. Oktober 1980 in der Einsatzabteilung Königstädten ein. 1992 übernahm er nach seiner feuerwehrtechnischen Grundausbildung und Sonderausbildungen rasch Verantwortung - und die Funktion des stellvertretenden Wehrführers. Im März 1996 übernahm er die Position des Wehrführers in Königstädten, die er bis heute inne hat.   

Jürgen Karheiding, Ginsheim
Jürgen Karheiding trat am 28. April 1980 der Jugendfeuerwehr Ginsheim bei. 1984 wechselte er in die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Ginsheim, der er bis heute als Aktiver angehört. Nach der feuerwehrtechnischen Qualifikation übernahm er im Jahr 1989 die Funktion des Gruppenführers der Einsatzabteilung Ginsheim. In den Jahren 1999 bis 2013 übte er die verantwortungsvolle Funktion des Gemeindebrandinspektors aus und übernahm im direkten Anschluss die Position des Stadtbrandinspektors, die er bis heute innehat. In der Kreisausbildung ist Jürgen Karheiding seit 1992 als Kreisausbilder Atemschutzgerät und seit dem Jahr 2000 als Kreisausbilder Atemschutzgeräteträger sowie Bootführerseminar - und somit bereits seit mehr als 20 Jahren für die Lehrgänge - verantwortlich.   

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