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Vorbildhafte Kreativität und Tatkraft

Kreis vergibt Preise an Sieger des Energiewettbewerbs 2021

Die Preisträger Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Krönender Abschluss des Klimasymposiums 2021 des Kreises Groß-Gerau war die Ehrung der Preisträger*innen des diesjährigen Energiewettbewerbs. Dabei wurden bereits zum fünften Mal Menschen in den Kategorien Privathaushalte und Unternehmen geehrt, die auf vorbildhafte Weise vermitteln, wie man sich mit guten Ideen für die Umwelt engagieren kann. Organisiert wurde der Wettbewerb vom Fachdienst Klimaschutz.

Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, der zusammen mit Mitgliedern der Jury die Urkunden an die Ausgezeichneten überreichte, sprach in seiner Begrüßung von tollen Beispielen, „die zeigen, wie Wandel vor Ort auf kreative Weise gelingt. Das Engagement unserer Bürgerinnen und Bürger ist für die Erreichung der Klimaschutzziele entscheidend.“ 

Gewinner des ersten Preises „Privathaushalte“ ist Ulrich Rein aus Rüsselsheim am Main, der dafür ein Preisgeld von 1000 Euro erhält. Er hat im Laufe von zehn Jahren sein Niedrigenergiehaus in ein Plusenergiehaus verwandelt, das über ein Jahr gesehen mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Das Gebäude besteht aus dem klimafreundlichen, CO2 speichernden Baustoff Holz. Die bereits vorhandene Photovoltaikanlage wurde erweitert, die Dämmung optimiert. Die Fenster sind dreifach verglast. Für Warmwasser und Heizung wird Solarthermie genutzt. Zu den Maßnahmen zählen zudem die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, der Einsatz von zwei Kleinwärmepumpen und die Nutzung von eigenem Grünstrom. Sein Projekt in Tamugh/Kenia mit holzsparenden Öfen rundete die Bewerbung ab. 

Den ebenfalls mit 1000 Euro dotierten ersten Platz bei den Unternehmen vergab die Jury an fahrradfuchs ebike erlebniswelt aus Groß-Gerau. Jürgen Fuchs und Andrea Groll erhielten ihn für ihre Beratung und die Angebote ihres Fahrradgeschäfts - das mittlerweile komplett auf E-Mobilität setzt - zum Thema Mobilität ohne Auto. Dabei wissen sie genau, wovon sie reden, denn sie haben sich auch persönlich für eine Lebensweise ohne Auto entschieden. Ihr neuestes Projekt: ein Leitfaden zu nachhaltigen regionalen Verkehrslösungen. Dazu geplant sind ein Flyer und eine eigene Homepage. 

Platz 2 bei den Unternehmen (Preisgeld: 750 Euro) ging an die Scheuermann & Gries GmbH – Hotel Monika – in Büttelborn. Die Wärme im Saunabereich des Hotels stellt (bis 55 Grad) ein Blockheizkraftwerk zur Verfügung. Das kleine Kraftwerk erzeugt außerdem Strom für das Hotel. Zudem nutzen die Hotelbetreiber für die Beleuchtung innen und außen energiesparende LED-Beleuchtung. Trotz Gebäudeausbaus konnte durch die über mehrere Jahre umgesetzten Maßnahmen die Energiebilanz des Hotels deutlich verbessert werden. 

Auf dem dritten Platz Unternehmen (Preisgeld: 500 Euro) landete die Schreinerei Thorsten Neumann, ebenfalls aus Büttelborn. Thorsten Neumann führt das Traditionsunternehmen in fünfter Generation, das seit 1880 besteht, in die Zukunft. Er hat in den vergangenen Jahren während des laufenden Betriebs das Kaltlager ausgebaut zu Sozialräumen – und dafür das Lager komplett gedämmt, die Böden isoliert, die Räume neu aufgeteilt und mit neuen Fenstern versehen. In der Werkstatt wurde ein Stückgutofen mit Warmwassermodul installiert. Werkstatt und Sozialräume werden mit Abfallholz aus der Schreinerei beheizt. Zudem ist eine PV-Anlage im Einsatz. 

Den 2. Preis bei den Privathaushalten (750 Euro) erhielt Peter Weinberger aus Mörfelden-Walldorf. Innerhalb von zwei Jahren hat er das 1929 erbaute Kaffeemühlenhaus saniert. Der Primärenergieverbrauch wurde um mehr als 80 Prozent reduziert. Hauptwärmequelle ist ein wasserführender Pelletofen, der durch einen Pufferspeicher unterstützt wird. Die angeschlossene Frischwasserstation sorgt für warmes Trinkwasser. Das Fassadenbild des Hauses wurde durch Sanierung des Schornsteins erhalten.

Ebenfalls ein altes Wohnhaus (aus dem Jahr 1900) sanierte Dr. Benjamin Röder aus Mörfelden-Walldorf zwischen 2017 und 2020. Er spart durch die energetische Sanierung rund 90 Prozent Primärenergie ein. Für sein Projekt – bei dem er sich von einer erfahrenen Energieberaterin begleiten ließ – erhielt er nun den 3. Preis (500 Euro) im Energiewettbewerb 2021 in der Kategorie Privathaushalte. Regionale Handwerker*innen und eine Finanzierungsunterstützung der KfW trugen zum Erfolg bei. Das Haus ist nun gedämmt, hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage. 

Einen Sonderpreis (500 Euro) gab es für die Wohnungseigentümergemeinschaft Alexander Wenz, Wilfried und Marlene Voß aus Nauheim, die mehr Komfort und weniger Energieverbrauch in ihrem Haus wollten. Umgesetzt wurde das Projekt 2019 und 2020. Es beinhaltete u.a. die Dämmung (inklusive der Kellerwände), Einbau von dezentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Fenstertausch und Ausbau von Glasbausteinen und eine neue Heizungsanlage. Der Endenergiebedarf des Hauses mit vier Wohneinheiten wurde um mehr als drei Viertel gesenkt. 

All diese Leistungen würdigten während der Veranstaltung folgende Laudator*innen: Dirk Klingenberg von der Stadtwerke Rüsselsheim GmbH, Sabine Roth, Leitende Beraterin der Verbraucherzentrale-Beratungsstelle Rüsselsheim, der Energieberater Hans Dieter Scherer-Gerbig aus Bischofsheim, Melanie Schlepütz von der LandesEnergieAgentur Hessen GmbH und Luca Tararà von der Überlandwerk Groß-Gerau GmbH.

Die Broschüre mit den Gewinnern ist unter zu finden: https://www.kreisgg.de/umwelt/energie/wettbewerb-und-foerderpreis/.

 

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