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Von Long Island in die Opelstadt

Landrat Will gratuliert Herman Nietner in Rüsselsheim zum 102. Geburtstag

Blumen für das Geburtstagskind: Landrat Thomas Will (rechts) und Rüsselsheims Stadtrat Gerhard Bergemann gratulierten Herman Nietner zum 102. Geburtstag. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen – ein deutsches und ein amerikanisches – kann man bei Herman Nietner mit Fug und Recht behaupten. Der gebürtige Hamburger, der viele Jahrzehnte in den USA verbracht hat und seit nunmehr fünf Jahrzehnten in Rüsselsheim lebt, hat in Rüsselsheim seinen 102. Geburtstag gefeiert – bei recht guter Gesundheit, wie Thomas Will bestätigen kann. Der Landrat hat dem Geburtstagskind am 18. Juni einen sommerlichen Blumenstrauß samt Urkunde überreicht und dem Senior mit seinem Besuch ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Im Alter von sieben war Herman mit seinen Eltern in die USA emigriert. Im Krieg als Dolmetscher tätig, kam er in den Kriegswirren bis nach Rüsselsheim, wo er seine erste Frau kennen lernte. Das Paar lebte danach wieder auf Long Island. Der gelernte Werkzeugmeister wanderte Ende der 1960er Jahre schließlich nach Deutschland aus, fand nicht nur einen interessanten Job bei Opel, sondern auch privat sein Glück. Mit seiner zweiten Frau Margarethe, die 101 Jahre alt wurde, war er 45 Jahre verheiratet. Bei Opel arbeitete er übrigens nicht in der Fertigung, sondern bei der Opel-Post, für die gesamte Presseabteilung hat er aus dem Amerikanischen übersetzt. 1931 hatte General Motors Opel vollständig übernommen. Nicht nur: Nietner testete neue Modelle und schrieb darüber Bewertungen.

Bis heute lebt Herman Nietner allein in seiner Wohnung, eine große Hilfe findet er freilich in seiner Tochter Christa, die häufig bei ihm vorbeischaut. Alltägliches erledigt er, wenn es geht, noch selbst. „Ich mache jeden Morgen alleine mein Bett“, erzählte er lachend dem Landrat, den Humor und Tatkraft des Jubilars sehr beeindruckt haben. „Ihm war es immer sehr wichtig, selbstbestimmt zu leben“, bestätigte die Tochter. Dem Zufall möchte er nichts überlassen, so legt er Wert darauf, dass er gegen Covid dreifach geimpft wurde. Leider lässt die Sehkraft altersbedingt nach. Als er noch besser sehen konnte, werkelte er gerne in seinem Studio, das er im Haus eingerichtet hat. Dort beschäftigte er sich am liebsten mit Holzarbeiten, kleine Nachttische und Türen zeugen von seinem Talent.

„Alles Gute und vor allem Gesundheit“ – mit den besten Wünschen verabschiedete sich der Landrat von dem Geburtstagkind. Gern war Will bei ihm auf einen Plausch vorbeigekommen. „Ich habe viel Neues aus einem interessanten Leben erfahren“, sagte er.

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