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Vernetzungstreffen kommunale Entwicklungspolitik:

Die Zukunft auf der Agenda

KREIS GROSS-GERAU – Seit 2006 organisiert die Kreisvolkshochschule in der Reihe „Globales Lernen“ Veranstaltungen für Schulkinder, seit mehr als 30 Jahren unterstützt der Verein „Partnerschaft Dritte Welt – Dornheim“ die Dorfgemeinschaft von Maziwa in Kenia, seit 1992 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Kreis Groß-Gerau und Masatepe in Nicaragua – das sind nur einige der Eine-Welt-Aktivitäten im Kreis Groß-Gerau. Diese unterschiedlichen Aktivitäten zu bündeln, ist das Ziel eines Netzwerks unter dem Dach des Kreises.

Bei einem ersten Vernetzungstreffen der entwicklungspolitischen Akteure im Kreis Groß-Gerau tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus, die in Vereinen, Verbänden, Institutionen oder Gebietskörperschaften an Ideen für eine bessere Welt arbeiten. „Der Kreis Groß-Gerau möchte als zertifizierter Fairtrade-Kreis partnerschaftliche Handelsbeziehungen fördern und auf vielen Ebenen eine breite Debatte über nachhaltige Entwicklung anstoßen“, sagte Landrat Thomas Will.

„Unsere Ziele sind global, aber sie können am effektivsten durch das Wirken der kommunalen Ebene erreicht werden“: den Satz des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan stellte auch Landrat Will ins Zentrum seiner Überlegungen. „Der Kreis Groß-Gerau möchte sich an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen beteiligen“, sagte Will. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Vor wenigen Wochen hat Marta Wachowiak ihre Stelle als „Koordinatorin kommunale Entwicklungspolitik“ beim Kreis angetreten. „Ich möchte das Thema Entwicklungspolitik in Schulen ebenso integrieren wie in der Erwachsenenbildung“, sagte sie.

Aus diesem Grund hatte Wachowiak zur Vernetzungskonferenz eingeladen. Sie ist überzeugt, dass die Arbeit an der Agenda 2030, an dem Weltzukunftsvertrag, nur im Zusammenspiel der Akteure vor Ort gelingen kann. Der erste Schritt ist gemacht: KVHS, Fairtrade-Steuerungsgruppe, Büro für Integration, Fachdienst Kultur, Sport und Ehrenamt, Eine-Welt-Initiativen, Kirchen, Kommunen – Vertreterinnen und Vertreter vieler Einrichtungen diskutierten nun bei einem Treffen im Kreishaus erste Facetten einer künftigen Zusammenarbeit.  

So können sich einige vorstellen, eine Art „Börse“ zu organisieren, auf der sich  Vereine und Institutionen aus dem Kreis Groß-Gerau in Bezug auf kommunale Entwicklungspolitik und Kooperationen präsentieren können. Und vielleicht gibt es  auf dem künftigen Volk-im-Schloss-Festival einmal faire Produkte zu kaufen – Jochen Melchior, Kreiskulturamtsleiter und Organisator der Veranstaltung, kann sich das gut vorstellen. „Das Thema Agenda 2030 ist gar nicht so sperrig, wie es klingt“, sagte Marta Wachowiak – und berichtet von Projekten zu den globalen Nachhaltigkeitszielen.

So wird zum Beispiel an einem Konzept für faire und nachhaltige Beschaffung im Kreis gearbeitet.  Die Ausschreibungen des Kommunalen Vergabezentrums werden nach Möglichkeiten auf die Einhaltung von sozialen und umweltfreundlichen Kriterien geprüft.  Im Bereich kommunaler Klimapartnerschaft findet ein intensiver Austausch zu möglichen gemeinsamen Projekten zwischen Municipio Masatepe/Nicaragua und dem Kreis Groß-Gerau statt. Dabei geht es um die Frage, wie man dem Klimawandel in beiden Ländern entgegenwirken kann.

Bei alledem spielt der Netzwerk-Gedanke eine große Rolle. Auf der Homepage des Kreises sollen die entwicklungspolitischen Akteure künftig einmal Platz finden, sich und ihre Aktivitäten vorzustellen.

 

 

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