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„Verantwortung übernehmen“

Landrat überreicht Ehrenbriefe an vier Männer und Frauen aus dem Kreis

KREIS GROSS-GERAU – Ein festlich dekorierter Georg-Büchner-Saal, auf der Bühne die Musiker vom Duo Tastenstreich, als Blickfang die für die Geehrten vorbereiteten bunten Blumensträuße – am Freitagnachmittag war wieder Zeit für die Feierstunde im Groß-Gerauer Landratsamt. Landrat Thomas Will überreichte pandemiebedingt in leider nur sehr kleiner Runde die Landesehrenbriefe an vier verdiente Bürgerinnen und Bürger des Kreises.

Xenia Thau, Daniel Martin, Ralf Hesse (alle aus Ginsheim-Gustavsburg) sowie Hans Pehle aus Stockstadt am Rhein erhielten aus der Hand des Landrats diese besondere Auszeichnung. „Ich bin froh, dass wir heute erneut Menschen ehren können“, sagte Will. Gerade in diesen schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie sei es wichtig, Menschen öffentlich zu würdigen, die Zeit und Energie für andere einsetzen, die mithelfen, dass das Miteinander in unserem Kreis gelingt“, so Will. „Die Menschen, die sich ehrenamtlich einsetzen, bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft“, sagte der Landrat.

Es sei immer wieder herrlich erfrischend und inspirierend für ihn, mit aktiven Bürgerinnen und Bürgern aus dem Kreis Groß-Gerau ins Gespräch zu kommen, die durch ihr Eintreten für ein solidarisches Miteinander, durch die Übernahme von Verantwortung, durch außerordentliches Engagement bei politischen wie bürgerschaftlichen Themen das Leben in unserem Kreis gerechter, vielfältiger und reicher machen, betonte der Landrat in seiner Ansprache.  Die vier Personen, denen er heute die Urkunden übergeben dürfe, hätten allen Grund, sich feiern zu lassen. „Der Kreis Groß-Gerau hat in der Tat viel Gutes von ihnen bekommen. Herzlichen Dank auch für Ihren nimmermüden Einsatz – und vorab schon einmal: herzlichen Glückwunsch!“

„Gerade auch jetzt wieder, mitten in der 4. Welle, wird uns schlagartig klar, dass die Pandemie noch lange nicht vorbei ist“, sagte Will. Die Zahlen der Infizierten schnellten nach oben, die Intensivstationen füllten sich wieder, Unsicherheiten, Ängste nähmen wieder zu, viele verabschiedeten sich auch wieder aus einem sozialen, geselligen Leben. Doch zum Glück sei auch in der Pandemie nicht das gesamte soziale Leben zum Stillstand gekommen: „Im Kreis Groß-Gerau haben wir erlebt, dass Solidarität keine Pause macht. Genau deshalb ist eine Ehrung auch ein ermutigendes Zeichen, gerade in diesen Tagen“, so der Landrat.

Ob in Vereinen, Verbänden, Parteien oder Kirchen, ob in der Jugendarbeit oder in der Arbeit mit benachteiligten Menschen – jeden Tag engagierten sich im Kreis viele Menschen für unser Gemeinwesen. Und ja, sie änderten mit ihrem Tun die Zeiten. Vielleicht nicht ganz so schnell, wie wir das vielleicht wollten. Aber Zug um Zug wird unsere Gesellschaft bunter und vielfältiger. Gerade weil es um die Welt oft nicht allzu gut bestellt sei, brauchten wir Menschen, die anpacken und Verantwortung übernehmen.

Auch in der Pandemie: Die demokratische Zukunft gestalten, sei die Herausforderung dieser Tage. Streit gehöre dazu, doch sollte er vernunftgetrieben sein. Der Landrat erinnerte an das Forum des Bundespräsidenten Franz-Walter Steinmeier, der jüngst im Forum Bellevue über „Was kann der Staat. Lektionen aus der Pandemie“ diskutierte. Ein Befund Steinmeiers: nicht ständig die Rede vom Staatsversagen pflegen, vorsichtig mit dem Krisenbegriff umgehen, nicht den Eindruck erwecken, der Notstand sei auf Dauer und die Demokratie ohnehin überfordert.

Vertrauensbildende Maßnahmen seien auf vielen Ebenen nötig, um die Gesellschaft zu einen, so Will. Er sehe aber auch positive Signale: Glaube man Statistiken und Analysen, dann könne man bei der Jugend gerade jetzt eine Art politischen Auflebens beobachten. Solches Engagement stimme ihn wieder zuversichtlich. „Demokratie wird von allen gemacht“, so Will.

Die Geehrten:

Xenia Thau, Ginsheim-Gustavsburg

Seit mehr als 14 Jahren ist Frau Thau ehrenamtlich aktiv. Und hat schon früh damit begonnen: Mit 14 hat sie bereits das Trainerteam des Rollsportvereins Solidarität Mainspitze unterstützt. Von 2007 bis 2016 war sie als Trainerin tätig und von 2017 bis heute gehört sie als Schriftführerin dem Vorstand an. Sie koordinierte unter anderem das Rollschuhtraining der 3- bis 18-Jährigen, betreute Läufer*innen bei Meisterschaften, nahm an Lehrgängen teil ebenso wie an Vorstandssitzungen. Zudem wurde sie als Kampfrichterin für Meisterschaften und Prüfungen eingesetzt. Zudem engagiert sie sich im Vorstand des Sport- und Kulturbunds Gustavsburg, von 2017 bis 2018 als Beisitzerin, seit 2018 als Schriftführerin.

 

Daniel Martin, Ginsheim-Gustavsburg

Daniel Martin ist seit 2014 Vorsitzender des Sport- und Kulturbunds Gustavsburg. Seither leitet er die Geschicke des Vereins. Zuvor war er drei Jahre 2. Vorsitzender, zudem ist er seit 2009 Schriftführer im Verein. Daniel Martin hat sich von klein auf freiwillig engagiert. Die Liste der ehrenamtlichen Aktivitäten reicht 25 Jahre zurück; bereits mit 10 war er bei er Jugendfeuerwehr als aktives Mitglied mit dabei; später, von 2002 bis 2007 war er in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. Ehrenamt braucht Begeisterung – dafür steht der Sport und Kulturbund Gustavsburg.

 

Ralf Hesse, Ginsheim-Gustavsburg

Auch die dritte Person, die mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet wurde, ist im Sport- und Kulturbund aktiv. Ralf Hesse ist seit 20 Jahren in Doppelfunktion als Beisitzer des Vorstands und als Jugendwart im Sport- und Kulturbund Gustavsburg aktiv. Fast drei Jahrzehnte reicht sein freiwilliges Engagement zurück. Von 1992 bis 2010 war er Beisitzer des TV Gustavsburg, parallel dazu engagierte er sich in den Vorständen des Sport- und Kulturbunds sowie im Tennisclub Gustavsburg, denen er heute noch angehört. Mehrere Stationen durchlief er im Tennisclub, von 2009 bis 2010 als Pressewart, von 2010 bis 2015 als 1. Vorsitzender und seit 2015 bis heute als 2.Vorsitzender.

 

Hans Pehle, Stockstadt am Rhein

Der frühere Verwaltungsrat, ehrenamtliche Beigeordnete, Buchautor und Kunstmaler Hans Pehle aus Stockstadt hat sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich vor allem im Südkreis eingesetzt. Er ist mit dem Ried und dem Kühkopf verwurzelt und war als Gründungsmitglied des Fördervereins Hofgut Guntershausen maßgeblich an der Erhaltung einiger Gebäudeteile beteiligt. In Aquarellen hat er viele Bauten aus dem Ried festgehalten. Er engagiert sich für Kinder und Jugendliche bei Ferienspielen in Gernsheim wie für Städtepartnerschaften. Zudem hat er viele künstlerische Projekte im Kunst- und Kulturhistorischen Verein Gernsheim und im Geschichtsverein Zwingenberg realisiert. Historische Vorträge zum Beispiel über die Bedeutung des Hochwasserschutzes und die Naturlandschaft im Ried waren ebenso sein Beritt wie Dekorationen und Nachbildungen von Denkmälern und Illustrationen für die vielen Sonderausstellungen im Museum der Stadt Gernsheim. Mit Kunstausstellungen und Bühnenbildern hat er sich zudem einen Namen gemacht.

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