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Strukturierte Notrufabfrage in der Zentralen Leitstelle:

Hilfeleistung wird optimiert

Für die strukturierte Notrufabfrage sind mittlerweile alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zentralen Leitstelle Groß-Gerau geschult worden. Auch Leitstellenleiter Michael Kappelar wendet sie an. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU  – Ersthelfer, die schon einmal in der Situation waren und einen Notruf abgesetzt haben, wissen, dass man bei einem Notfall schnell an seine Belastungsgrenzen stoßen kann. Vielen sind die fünf „W-Fragen“ bekannt, die man im Erste-Hilfe-Kurs gelernt hat, um Hilfe anzufordern. An die richtigen Fragen zu denken, gelingt in einer Notfallsituation aber nur Wenigen. Daher versuchen die Einsatzbearbeiter der Leitstellen beim Eingang eines Notrufs durch gezieltes Befragen die notwendigen Informationen zu erhalten, um geeignete Rettungsmittel schnell an den Schadensort zu entsenden. Darauf weist der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Kreises Groß-Gerau hin.

Um die Abfrage im Kreis Groß-Gerau weiter zu optimieren, wurde die strukturierte Notrufabfrage eingeführt. Ziel ist es, dass jedes Hilfeersuchen von allen Einsatzbearbeitern nach einem festgelegten Ablauf am Telefon abgearbeitet wird. Hierzu erhielten die Kolleginnen und Kollegen der Zentralen Leitstelle Groß-Gerau eine mehrtägige Schulung; sie werden seit Kurzem auch per Software-Modul im Einsatzleitsystem in der strukturierten Notrufabfrage unterstützt.

Der Einsatzbearbeiter oder die Einsatzbearbeiterin eröffnet das Gespräch sofort mit der Frage nach dem Notfallort und nimmt dadurch die Gesprächsführung in die Hand. Die strukturierte Notrufabfrage beinhaltet ein für alle Einsatzarten identisches Grundschema, bevor sich die einsatzbezogene Abfrage anschließt. Noch während des Telefonats erfolgt dann innerhalb kürzester Zeit eine Alarmierung der Einsatzkräfte.

Diese Art der Befragung kann für den Anrufenden mitunter etwas irritierend wirken, da sich für Außenstehende der Grund einer Frage nicht immer direkt erschließt. Das sollte aber niemanden irritieren. Zum Beispiel wird bei jedem Notruf nach dem Alter des Patienten/der Patientin gefragt. Hintergrund ist, dass häufig von den Anrufern nur geschildert wird, dass zum Beispiel der Sohn ein medizinisches Problem habe. Prinzipiell ist es für die Bewertung des Notfalls weitgehend egal, ob ein Patient 20 oder 40 Jahre alt ist. Bei Kindern und Jugendlichen ist es jedoch für die Einschätzung wichtig, das genaue Alter zu kennen. Dadurch, dass die Frage immer gestellt wird, wird sie im Idealfall auch nie vergessen.
Parallel zum Notrufdialog kann der Einsatzbearbeiter die Rettungskräfte bereits alarmieren, um keine Zeit zu verlieren.

Nach der angesprochenen Alarmierung bietet der Disponent dem Anrufer oder der Anruferin weitere Hilfe- und Verhaltenshinweise an. Diese reichen bei medizinischen Notfällen von der einfachen Ersten Hilfe bis zur Telefonreanimation. Bei der Telefonreanimation wird der Ersthelfer durch den Disponenten telefonisch in der Laienreanimation angeleitet und so lange begleitet, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Durch die Einführung der strukturierten Notrufabfrage ist es gelungen, die Hilfeleistung für die Bürgerinnen und Bürger weiter zu optimieren, teilt der Eigenbetrieb Rettungsdienst abschließend mit. 

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