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Selbsthilfe und soziales Ehrenamt informieren und motivieren:

Gelungene Premiere am Sandböhl

Zum Selbst|Hilfe|Engagement-Tag von Selbsthilfebüro und dem Fachdienst Kultur, Sport und Ehrenamt des Kreises Groß-Gerau begrüßte Landrat Thomas Will auf der Bühne die Gäste. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Wer am Samstagvormittag (2. Juni) in der Groß-Gerauer Innenstadt unterwegs war, dem kann diese Veranstaltung nur schwerlich entgangen sein: Mit rhythmischen Trommelklängen lockte die von Charly Wambold geleitete Trommelgruppe bei strahlendem Sonnenschein zahlreiche Besucher und Besucherinnen zum Auftakt des ersten Selbst|Hilfe|Engagement-Tags im Kreis Groß-Gerau. Bei der Kooperationsveranstaltung von Selbsthilfebüro und dem Fachdienst Kultur, Sport und Ehrenamt des Kreises präsentierten sich unter dem Motto „Selbsthilfe und soziales Ehrenamt Hand in Hand“ an rund 15 Ständen Selbsthilfegruppen aus der Region und Projekte für soziales Ehrenamt. 

„Das ist eine fruchtbare Kombination“, sagt Annemarie Duscha vom Selbsthilfebüro, denn „in Selbsthilfegruppen passiert in der Regel weitaus mehr als nur Selbstsorge. Wer länger dabei ist, hat oft viel Erfahrungswissen an Neubetroffene weiterzugeben und kann aus der gewonnenen Stabilität heraus ehrenamtlich für andere da sein.“

Landrat Thomas Will, der Schirmherr der von der AOK Hessen und der Glücksspirale unterstützten Veranstaltung, begrüßte die Teilnehmer und Teilnehmerinnen und würdigte die Veranstaltung als wichtigen Schritt, um das bürgerschaftliche Engagement der Selbsthilfegruppen und sozialen Projekte in der Mitte der Gesellschaft sichtbar zu machen. „Die engagierte und selbstständige Zivilgesellschaft ist eine wichtige Säule für unsere Demokratie. Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und Solidarität sind unbezahlbare Werte. Sie können weder durch Gesetz noch durch Verordnungen erzwungen werden. Sie müssen praktisch gelebt werden“, betonte der Landrat.

Als Hausherr freute sich auch Groß-Geraus Bürgermeister Erhard Walther über die Veranstaltung am Sandböhlplatz und zeigte sich beeindruckt von der Teamarbeit der beteiligten Gruppen und Projekte beim Aufbau der Veranstaltung am frühen Samstagmorgen.

Zustimmendes Nicken war im Publikum dann zu beobachten, als Gerhard Schäfer von der Groß-Gerauer Diabetiker-Selbsthilfegruppe die Gäste aufforderte, sich an den Ständen zu informieren und die Mitmachaktionen auszuprobieren, denn „jeder kennt doch irgendwen, der von Krankheit oder anderen Problemen betroffen ist“. Wer nicht selbst das Gespräch an einem der Stände suchen wollte, musste trotzdem nicht auf interessante Informationen verzichten: In kleinen Interviews wurden die Gruppen und Projekte auf der Bühne vorgestellt.

So erfuhr man zum Beispiel von der seltenen Erkrankung, die die Gruppe AHC+ (Alternierende Hemiplegie) vertritt, und von den vielseitigen Aktivitäten des Mehrgenerationenhauses. Beeindruckend auch, dass die Seelsorge in Notfällen berichtete, mit dem ehrenamtlichen Team rund um die Uhr für Menschen bereitzustehen, die von einem Todesfall überrascht wurden.

Ausprobieren konnten die Gäste die „Alkoholbrille“ von Kreuzbund und Alkohol- und Suchtselbsthilfe (ASS), oder sie ließen am Stand der Diabetiker ihren Blutzucker messen. „Erstaunlich, wie schwierig es ist, sich zu bewegen, wenn eine Körperhälfte bleischwer ist. Ich konnte kaum die Hand heben, um zu winken“, stellte eine junge Frau nachdenklich fest, die den Parkinson-Simulationsanzug der Gruppe Jung und Parkinson anprobiert hatte.

Neben dem informativen Angebot kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz:  Am Rande des Platzes konnten sich die jüngeren Gäste mit fahrbaren Gerätschaften des Spiel- und Sportmobils vom Verein Auszeit austoben. Am frühen Nachmittag sorgte dann die Habba!-Theatergruppe mit dem Stück „Psychiatrie live!“ für gelungene Unterhaltung.

Eine Rallye entlang der Stände lockte schließlich am Veranstaltungsende mit interessanten Preisen rund um Geselligkeit, Genuss und Gesundheit. Und so resümierte Mitorganisatorin Barbara Weber, die den Tag genutzt hatte, um über die Ehrenamts-Card zu informieren, schließlich sichtlich zufrieden: „Ein rundum gelungener Tag, den wir gern im nächsten Jahr wiederholen“.

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