Nachrichten_Einzelansicht

Schule in Zeiten von Corona – Schub für die Digitalisierung

Interessante Kurzvorträge, engagierte Diskussionen, sachkundiges Nachfragen: Von all dem geprägt war die Veranstaltung „Frag doch mal Minister Lorz – Hessens Schulen in Zeiten von Covid-19“, die der Kreiselternbeirat Groß-Gerau für Samstag, 13. Juni, im Neuen Gymnasium Rüsselsheim organisiert hatte. Eingeladen waren die Vorstände der Kreis- und Stadtelternbeiräte sowie Mitglieder des Landeselternbeirats Hessen. Auch Landes- und Kreisschülervertretung hatten Mitglieder geschickt. Kreiselternbeiratsvorsitzender Stefan Stein und Schulleiterin Maja Wechselberger begrüßten die rund 50 Gäste, Emely Dilchert – frühere Landesschulsprecherin – moderierte die Veranstaltung mit Hessens Kultusminister Alexander Lorz und Landrat Thomas Will.

Schwerpunkte des Austauschs waren die weitere Öffnung der Schulen hin zu wieder mehr Präsenzunterricht (Schule ist ein Lebensraum, sozialer Kontakt zählt) sowie die Digitalisierung und die dafür nötige Infrastruktur. „Seit Mitte März befinden wir uns in einem permanenten Abwägungsprozess zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsanspruch“, sagte Minister Lorz, der auf das Konzept der konstanten Lerngruppen verwies, um die Ansteckungsgefahr in Schulen zu verringern. Um die Digitalisierung an Schulen - die auch in Nach-Coronazeiten vonnöten ist - voranzubringen, werde die Lernplattform des Landes, das Schulportal ausgebaut und stelle das Land weitere Mittel für digitale Endgeräte bereit, so Alexander Lorz.

Die Umstellung der Schulen aufs Schulportal soll so schnell wie möglich im nächsten Schuljahr geschehen, auf einen genauen Termin festlegen lassen wollte sich der Kultusminister allerdings nicht – hängt doch vieles dabei auch von äußeren Umständen ab.

Dennoch, das ist auch die Sicht von Landrat Thomas Will, hat vieles durch Corona eine massiv größere Dynamik bekommen, manches war ohnehin bereits auf dem Weg – zum Beispiel der Breitbandausbau an den Schulen des Kreises, der bis Sommer 2021 abgeschlossen sein soll. Aus dem Digitalpakt des Bundes fließen 13,1 Millionen Euro an den Kreis Groß-Gerau, die der Kreis aufstockt auf rund 21,6 Millionen Euro. „Das wird aber bei weitem nicht reichen“, sagte der Landrat in Rüsselsheim. WLAN, Endgeräte, Support – all das wird auf Dauer kosten.

Was das hessische Schulportal betrifft, so sagte der Landrat für den Kreis als Schulträger, dass nichts gegen den Ausbau spreche, aber dass Schulen auch weiterhin Insellösungen mit anderen Lernplattformen erlaubt sein müssten. Wichtig seien dann die Schnittstellen zwischen den Systemen – und wichtig sei auch die Harmonisierung der noch unterschiedlichen Ausstattung bei den drei Schulträgern im Kreis.
In Arbeit ist bereits die Bereitstellung eines Videokonferenzsystems für den Fernunterricht durch das Medienzentrum des Kreises Groß-Gerau in Kooperation mit dem Main-Taunus-Kreis, sagte der Landrat weiter. Ans Land richtete Thomas Will die Bitte, den Schulträgern bei weiteren etwaigen Neuregelungen im Verlauf der Corona-Pandemie (Stichwort: Zweite Welle) möglichst ausreichenden Vorlauf einzukalkulieren. Denn es erfordert mehrere Tage Zeit, um gemeinsam mit den Schulen die nötigen Veränderungen für neue Abstands-, Hygiene- und Verhaltensregeln in den Gebäuden vorzubereiten.

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
info@kreisgg.de