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Schöne, schützenswerte Bäume

Landkreis stellt drei neue Naturdenkmale vor

KREIS GROSS-GERAU – Seltene Exemplare, schön gewachsen, stattlich und imposant anzusehen – die Rede ist von Naturdenkmalen, die es in großer Zahl auch im Kreis Groß-Gerau zu bewundern gibt. Allein 96 besonders schützenswerte Bäume führt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau aktuell auf ihrer Liste. Drei von neun Naturdenkmalen, die der Landkreis im vergangenen Jahr neu ausgewiesen hat, werden hier vorgestellt.

Um die alten Baumriesen zu erhalten, ist allerdings regelmäßige Pflege nötig. Der Kreis Groß-Gerau engagiert sich sehr, um das Überleben dieser Bäume zu sichern. Die Untere Naturschutzbehörde lässt regelmäßig prüfen, ob die Bäume auch verkehrssicher – und ob Schadsymptome aufgetreten sind. Zu erkennen sind Naturdenkmale leicht. Ein Schild weist auf die Besonderheit hin: Auf einem grün umrandeten Dreieck ist darauf ein schwarzer Adler und der Schriftzug „Naturdenkmal“ zu sehen.  

 

Ulme im Büttelborner Wald

Manche stechen wegen ihrer Schönheit aus der Masse der Bäume heraus, manche sind naturgeschichtlich interessant – die Ulme im Büttelborner Wald, die auf einer kleinen Lichtung nahe der Wegkreuzung Lange Schneise/Laufschneise fast 40 Meter in den Himmel ragt und einen Stammumfang von mehr als vier Meter aufweist, hat noch eine weitere Besonderheit: Der 110 Jahre alte Baum, der sich im Eigentum der Gemeinde Büttelborn befindet, ist auch ökologisch wertvoll. Aufgrund seines Anteils an Totholz, Astbrüchen und Zwieseln zieht er viele Insekten und Vögel an. Im heimischen Wald ist die Ulme allerdings gar nicht mehr häufig anzutreffen. Schuld daran ist das sogenannte Ulmenstermen, das durch Schlauchpilze verursacht und über den Ulmensplintkäfer verbreitet  wird. Befallene Bäume werden plötzlich in den Kronen welk. Zwei Naturdenkmal-Ulmen im Kreis Groß-Gerau mussten deshalb schon vor Jahren gefällt werden. Dieses Schicksal ist der Büttelborner Ulme bislang erspart geblieben – der Baum ist nach Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde „topfit“.

 

Gustav-Stresemann-Eiche in Groß-Gerau

Wer den Fuß- und Radweg, Ecke Jahnstraße, in der Friedrich-Ebert-Anlage in Groß-Gerau entlang kommt, sieht den Baum sofort: Die Stieleiche, die immerhin  schon rund 85 Jahre auf dem Buckel hat, ist mit ihrer Höhe von 21 Metern und einem Stammumfang von 285 Zentimetern, ein schönes Exemplar. Weil der Baum das Ortsbild prägt, malerisch anzusehen ist und zudem als Gedenkbaum an den Reichskanzler und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann erinnert, steht er unter Schutz. Besondere Pflege braucht er gleichwohl: Alle sechs Monate erfolgt eine Schädlingsbekämpfung, damit der Eichenprozessionsspinner sich hier nicht festsetzen kann. Die Raupen sind auch für Menschen nicht unproblematisch – ihre Haare können heftige, allergische Reaktionen auslösen.

 

Linde in Erfelden am Pumpwerk Kammerhof

Als Baum der Liebe, als Treffpunkt der Liebenden ist der Lindenbaum in der Literatur und im Volkslied ein beliebtes Motiv. „Ich träumt in seinem Schatten so machen süßen Traum“, heißt es im Gedicht von Wilhelm Müller, das Schubert vertont hat. Wer die malerisch gewachsene Linde am Pumpwerk Kammerhof in Erfelden neben der Zufahrt zum Innenhof sieht, versteht, warum der Baum viele entzückt: Hier lässt es sich unter einer herrlich geschlossenen Krone, die bis zum Boden reicht, gut verweilen. Mächtigkeit, Schönheit und ökologischer Wert machen die Besonderheit aus. Nicht nur auf Insekten und Vögel wirkt die Linde anziehend. Der Baum ist schon 100 Jahre alt und weist bei einer Höhe von 19 Metern einen Stammumfang von 340 Zentimetern aus.

Weitere Auskünfte über die Naturdenkmale erteilt die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Groß-Gerau, Telefon 06152 989-335. Auf der Homepage des Kreises können Karten und Bilder heruntergeladen werden.

 

Der Kreisausschuss des Kreises Groß-Gerau
Wilhelm-Seipp-Str. 4
64521 Groß-Gerau

06152 989-0
Fax: 06152 989-133
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