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„Schlossherr“ wird Rentner

Heinrich Krobbachs Abschied als Leiter der Kreisvolkshochschule

Heinrich Krobbach (Mitte) feierte unter anderem mit Landrat Thomas Will (links) sowie dem früheren Ersten Kreisbeigeordneten und Ehrenvorsitzenden des Hessischen Volkshochschulverbands, Baldur Schmitt, im Schloss Dornberg seinen Abschied. Bild: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Genau 31 Jahre lang hat Heinrich Krobbach als Leiter der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau dem Thema Weiterbildung und Erwachsenenbildung in Hessen und im Kreis Groß-Gerau seinen Stempel aufgedrückt und wichtige Initiativen und Entwicklungen angestoßen. Dafür gab es nun viel Dank und Anerkennung: Persönlichkeiten aus Politik und Weiterbildung sowie Kolleginnen und Kollegen der KVHS haben ihn mit besten Wünschen bei einer Feier im Schloss Dornberg in das Rentenleben verabschiedet. 

Landrat Thomas Will nannte bei der Verabschiedung Heinrich Krobbach einen „politischen Kopf“ und fand lobende Worte für seine tragende Rolle in der Erwachsenenbildung in Hessen. Ihm sei es gelungen, die Probleme der Zeit nicht nur zu hinterfragen, sondern rechtzeitig zu erkennen und mit den ganz unterschiedlichen Angeboten der KVHS aufzuarbeiten. Landauf, landab habe er bei seinen Amtskollegen stets lobende Worte über die Arbeit der KVHS gehört; dies sei ein Verdienst des scheidenden Leiters, so Landrat Will.  

Krobbach habe die KVHS in den drei Jahrzehnten, die von Umstrukturierungen und Umzügen verbunden waren, zu einer Institution in Sachen Weiterbildung im Kreis gemacht, die integriert, anregt, berät, qualifiziert, die Menschen zusammenführt. „Hier treffen sich gerne Menschen, um zu lernen“, sagte Thomas Will. Politische Bildung sei heute ein zentrales Feld. Krobbach habe die besondere Aufgabe, Menschen nicht nur zu qualifizieren, sondern sie auch zusammenzubringen, sehr ernst genommen. „Er hat Dinge stets kritisch hinterfragt, ist nicht dem Zeitgeist hinterhergelaufen, sondern hat neue Wege beschritten, die viele andere wiederum inspiriert haben“, so der Landrat.  

Baldur Schmitt, ehemaliger Erster Kreisbeigeordneter im Kreis Groß-Gerau und in den 1980er und 1990er Jahren für die KVHS zuständig, erinnerte daran, dass es Heinrich Krobbach nicht immer leicht mit der Verankerung der Erwachsenenbildung in der öffentlichen Wahrnehmung gehabt habe: Weiterbildung, die vierte Säule im Bildungssystem, werde oftmals als Stiefkind behandelt. Und wer erwarte, dass auf diesem Sektor kostendeckend gearbeitet werden könne, der habe den Grundsatz von Bildung nicht erkannt. Zuschüsse seien unabdingbar, um die Qualität und den Bildungsanspruch für alle zu garantieren. Die in Sonntagsreden immer wieder beschworene Notwendigkeit des lebenslangen Lernens sei nicht zum Nulltarif zu gewährleisten. Eine Kreisvolkshochschule könne nicht wie ein Wirtschaftsbetrieb kostendeckend arbeiten, so Schmitt.  

Der Direktor des Hessischen Volkshochschulverbands Christoph Köck nannte den scheidenden Heinrich Krobbach ein „engagiertes Vorbild“ in den Gremien der hessischen Verbandsarbeit, der der politischen Bildung ein Gesicht gegeben habe und Gegebenheiten stets kritisch-konstruktiv hinterfrage. Mit dem heutigen Tage beschließe man eine Ära. „Es ist enorm, was Krobbach bewirkt hat“, sagte Köck und hob vor allem die Einführung der Bildungsberatung mit einer festen Stelle im Jahr 1988 hervor.  

Bildungsberatung, Grundbildung, Schulabschlusskurse, die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit mit dem Partnerschaftsverein Masatepe, die Integration als gesellschaftliche und politische Gestaltungsaufgabe – Krobbach skizzierte selbst Themen, die ihn all die Jahre begleitet haben. Was ihn selbst am meisten freute: „Ich konnte gestalten und ich lernte ständig dazu, die Dinge sind schließlich nie fertig“, sagte er. Er gebe die Leitung der KVHS mit einem guten Gefühl in die Hände von Danijel Dejanovic.   

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