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Schaltstelle Gesundheitsamt

Corona-Infektionen: Aktuell steigen Zahlen langsamer

Im Kreisgesundheitsamt laufen derzeit wegen der vielen Anfragen zu Corona die Drähte heiß. Foto: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – 135 Menschen im Kreis Groß-Gerau sind, Stand Donnerstagvormittag, nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Einer davon befindet sich in stationärer Intensivbehandlung. „Nachdem wir rund ums vergangene Wochenende drei Tage lang exponentielles Wachstum bei den Fällen zu verzeichnen hatten, verringert sich das Tempo der Steigerung bei den Fallzahlen seit einigen Tagen. Dies ist auch Folge der eingeleiteten restriktiven Vorsichtsmaßnahmen wie Schulschließungen, Einhaltung von Abstandsregeln und Kontaktverboten“, sagt Dr. Angela Carstens, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz in der Kreisverwaltung Groß-Gerau. Und es ist erst mal „ein positives Signal“, ergänzt ihre Stellvertreterin Ute Kepper. Wäre die Kurve weiter exponentiell gestiegen, hätte es am Donnerstag 231 Fälle geben müssen. 

Dass die absolute Fallzahl im hessenweiten Ranking hoch ist – der Kreis Groß-Gerau folgt nach der Stadt Frankfurt auf Platz zwei –, kann Dr. Carstens nicht genau anhand von Test-Vergleichszahlen der Kassenärztlichen Vereinigung erklären, denn die fehlen aktuell (noch). Aber sie hat plausible Vermutungen: Dank dem Testzentrum, dem „Drive-in“, am MVZ an der Kreisklinik wurden im Kreis relativ viele Menschen getestet, mehr als in anderen Landkreisen. Und „getestet wurde und wird immer eng angelehnt an die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebenen Kriterien. Diese haben sich seit dieser Woche geändert. Nun werden in erster Linie Menschen mit typischen Symptomen und speziellen Kriterien getestet.  

„Unsere Strategie ist, diejenigen Menschen zu erkennen, die eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine COVID-19-Erkrankung haben, um diese bei positivem Testergebnis dann häuslich zu isolieren und damit die Weiterverbreitung der Krankheit zu stoppen. Außerdem werden diese Infizierten und Erkrankten vom Gesundheitsamt teilweise in Kooperation mit dem MVZ engmaschig betreut, damit frühzeitig Komplikationen erkannt und Patienten dann einer Behandlung im Krankenhaus zugeführt werden können“, sagt die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. 

Bis zum Dienstag, 24. März, wurde im „Drive-in“ bei 842 Personen ein Abstrich genommen – 652 davon stammen aus dem Kreis Groß-Gerau, die anderen waren von außerhalb. „Mit bis zu 190 Tests am Tag sind wir sehr gut aufgestellt“, betont Landrat Thomas Will. 

Allerdings stoßen die Labore zum Teil bereits an ihre Kapazitäts- und Materialgrenzen, erwähnt Dr. Angela Carstens. Es kann in einzelnen Fällen vier, fünf Tage dauern, bis Ergebnisse vorliegen.

Die Arbeit in den Testzentren und Gesundheitsämtern muss jedenfalls so lange im bisherigen Stil weitergehen, bis erkennbar ist, wie die ergriffenen Maßnahmen gegen die zu schnelle Verbreitung des Virus greifen. Wie lange das dauert und wie schnell man die in der Gesellschaft angezogene Bremse wieder lockern kann, „kann derzeit keiner so richtig sagen“, so Dr. Carstens.  

Sie kann jedenfalls auf ihre Teams im Kreisgesundheitsamt bauen. In kleinen Gruppen von vier, fünf Leuten sind aktuell drei Teams aus Ärztinnen, Sekretärinnen und Helfern damit beschäftigt, Telefonanrufe anzunehmen, Mails zu bearbeiten und die Fallarbeit mit Erkrankten und deren Kontaktpersonen zu leisten. Ein weiteres Team beantwortet die zahlreichen Anfragen zu rechtlichen Themen, die sich aus den neuen Landesverordnungen ergeben. Dabei – und das tut gut in diesen Tagen – erhalten die Mitarbeitenden viel Lob von den von ihnen betreuten Menschen.
Auch das jugendärztliche Team springt mit ein, denn die sonst üblichen Schuleingangsuntersuchungen sind vom Land gestoppt worden. Dazu kommen noch einige Aushilfen von anderen Abteilungen der Kreisverwaltung. 

„In Corona-Zeiten ist unser Gesundheitsamt eine wesentliche Schaltstelle in der Verwaltung. Wir danken allen dort Tätigen für ihren besonderen Einsatz für die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagen Landrat Thomas Will und Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer. In zahlreichen Konferenzen halten sie mit den Vertreterinnen und Vertretern der medizinischen Berufe und des Gefahrenabwehrzentrums Kontakt, um dann die richtigen Entscheidungen zum Wohl der Bevölkerung treffen zu können.  

Aktuelle Informationen zum Thema Corona finden sich immer auf der Homepage des Kreises Groß-Gerau: www.kreisgg.de (Corona-Button auf der Startseite).

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