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Sandsäcke stabilisieren den Deich

Katastrophenschutz-Übung im Kreis Groß-Gerau

Anpacken und immer wieder die Lage besprechen: Das war gefragt bei der Katastrophenschutzübung am Rheindeich bei Ginsheim. Fotos: Kreisverwaltung

KREIS GROSS-GERAU – Lang anhaltendes Hochwasser, durch das der Deich bei Ginsheim in größerem Ausmaß undicht zu werden droht – das war das Szenario für eine seit einiger Zeit vorbereitete Katastrophenschutz-Übung am vergangenen Samstag. Der Deich musste gesichert werden. Zudem ging es darum, für 500 Menschen für den Fall der Evakuierung einen Betreuungsplatz (B 500) aufzubauen. Gut 300 Einsatzkräfte der Katastrophenschutz-Organisationen im Kreis Groß-Gerau nahmen an der Übung teil. 

Die Einsatzleitung hatte ihren Standort an der IGS Mainspitze. Dort, im und am Schulgebäude, wurde auch geübt, den B 500 möglichst rasch aufzubauen: Feldbetten wurden ins Haus geschafft, eine Getränkestation und Biergarnituren im Foyer der Schule postiert. Draußen vor der Tür befand sich die Feldküche – an diesem Tag vor allem, um die Helferinnen und Helfer mit einem warmen Mittagessen zu versorgen. „Im Ernstfall käme als Aufgabe noch dazu, die vorm Hochwasser in Sicherheit gebrachten Menschen zu registrieren und ihnen die Zimmer zuzuweisen“, sagte Übungsleiter Andreas Möstl, Chef des Fachdiensts Einsatzplanung und Katastrophenschutz des Fachbereichs Gefahrenabwehr. 

Neben dem Probeaufbau des Betreuungsplatzes 500 hatten er und andere Mitglieder der Übungsleitung ein Auge darauf, dass die Koordination der Einsatzkräfte – von Feuerwehren über THW, Sanitätsdienste und DLRG bis zu Information und Kommunikation sowie zu den Wasserrettungszügen von Land und Kreis – funktioniert. Eine Hauptaufgabe bestand darin, rund 6000 Säcke zum Teil von Hand mit Sand zu befüllen und an der schadhaften Deichstelle aufzubringen. „Allein für eine kleine Quellkade bräuchte man rund 2500 Säcke“, führte Andreas Möstl vor Augen, was der Ernstfall bedeuten würde: „Da bräuchten wir gegebenenfalls Millionen von Sandsäcken.“  

Außerdem wurden am Samstag verschiedene Sandsack-Ersatzsysteme (Quickdamm) getestet, die helfen können, einen Deich zu erhöhen. Björn Zarges, organisatorischer Leiter Rettungsdienst im Fachdienst Einsatzplanung und Katastrophenschutz, demonstrierte nach getaner Arbeit die drei Systeme, die auf der Straße aufgebaut worden waren: Vliesboxen, die mit Sand gefüllt werden und nur einmal verwendbar sind, große Plastiktröge, die mit Wasser beschwert werden, sowie Holzpaletten, die mit Folien umhüllt und miteinander verzurrt ebenfalls Stabilität bringen. 

Funktionskontrollen, Zusammenarbeit der Fachdienste und Einheiten sowie der Umgang mit der Technik klappten gut am Samstag, so dass Übungsleiter Andreas Möstl am Schluss zufrieden Bilanz zog: „Es ist wichtig, dass wir uns in regelmäßigen Abständen für alle Eventualitäten rüsten.“ 

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